Abrissreif: Die ehemaligen Gebäude von Netto und Kik an der Schongauer Straße in Peiting stehen seit Jahren leer. Foto: Archiv

Altes Netto-Grundstück ist verkauft

Wende im Peitinger Rossmann-Poker

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Was wird aus dem ehemaligen Netto-Kik-Gelände an der Schongauer Straße in Peiting? Seit mehr als zwei Jahren fristen dort die leer stehenden Gebäude ein trostloses Dasein. Denn vom ersehnten Drogerie-Markt fehlt nach wie vor jede Spur. Jetzt gibt es neue Hoffnung.

Peiting – Die Zeit heilt alle Wunden, lautet ein bekanntes Sprichwort. Wie lange dieser Heilungsprozess dauert – ob Tage, Monate oder Jahre – das verrät die Redewendung freilich nicht. Beim Gelände an der Schongauer Straße in Peiting, auf dem einst Netto und Kik eine Filiale betrieben, ist man über eine spontane Genesung allerdings längst hinaus. Denn seit der Lebensmittel-Discounter 2015 in unmittelbarer Nähe auf dem ehemaligen Norma-Gelände neu gebaut hat, stehen die alten Gebäude ungenutzt in der Landschaft.

Dabei schien schon damals die richtige Medizin gefunden, um die durch den Umzug aufgerissenen Wunden bald zu schließen. Die Kaufbeurer Firma Konzeptbau, die über viel Erfahrung bei der Entwicklung von Einzelhandelsprojekten verfügt, hatte konkrete Pläne für eine Drogerie und drei weitere Fachmärkte für Textil und Schuhe vorgelegt. Der Gemeinderat segnete die Bauvoranfrage einstimmig ab. Besonders die angedachte Rossmann-Filiale klang aus Peitinger Sicht mehr als verheißungsvoll, denn mit der Schleckerpleite 2012 war bekanntlich die einzige Drogerie aus der Marktgemeinde verschwunden.

Doch was nach einer schnellen Lösung klang, entpuppt sich seitdem als endloses Geduldspiel. Schuld daran ist die komplizierte Grundstückssituation. Nicht Netto selbst, sondern ein englischer Investor hielt zum damaligen Zeitpunkt die Besitzrechte an der Fläche. Dementsprechend schwierig gestalteten sich die Kaufverhandlungen. Die Monate verstrichen. Zwischenzeitlich versuchte die Gemeinde, Rossmann das ehemalige Barnsteiner-Gelände im Herzen Peitings an der Ecke Post- und Müllerstraße schmackhaft zu machen. Doch der Drogerie-Riese lehnte ab. Zu weit weg von anderen Märkten, lautete die Begründung.

Englischer Investmentfonds hat das Grundstück nach Franken verkauft

Als man sich bei Konzeptbau heuer nach zwei Jahren endlich kurz vor dem Abschluss mit der zuständigen Immobilienverwaltung in Stuttgart wähnte, wechselte das Grundstück überraschend den Besitzer – allerdings anders als gedacht. Die Engländer veräußerten es im Paket mit weiteren Grundstücken an einen fränkischen Immobilienentwickler. Man bemühe sich weiterhin um einen Kauf, heißt es bei Konzeptbau. Allerdings bislang ohne Erfolg.

Auch an Bürgermeister Michael Asam ist die jüngste Entwicklung natürlich nicht vorbeigegangen. Der Rathauschef hat die Hoffnung aber trotzdem nicht aufgegeben, dass es doch noch etwas wird mit der ersehnten Drogerie-Filiale. Seinen Optimismus schöpft er aus dem Interesse, das Rossmann nach wie vor für den Peitinger Standort hegt. 

So berichtete Asam am Montag auf Nachfrage der SN von einem Gespräch mit Vertretern der Drogeriekette, das vor rund zwei Monaten stattgefunden habe. „Da wurde mir versichert, dass Rossmann weiter an einem Standort in Peiting sehr interessiert ist.“ Gleiches habe ihm am Montag auch Konzeptbau noch einmal bestätigt. Möglich sei allerdings auch, spekulierte er, dass der neue Besitzer eigene Pläne für das erworbene Grundstück verfolge, sprich, es selbst bebauen und vermarkten wolle. Er werde deshalb das Gespräch mit den fränkischen Projektentwicklern suchen, kündigte der Bürgermeister an.

Das tat Asam noch am gleichen Tag und wurde in seiner Vermutung bestätigt. „Sie haben mir mitgeteilt, dass sie das Grundstück selbst überplanen wollen und noch vor Weihnachten auf mich zukommen werden.“ Die gute Nachricht aus Peitinger Sicht: Auch die fränkische Firma sei in Gesprächen mit Rossmann, berichtet Asam. „Egal wie: Es muss endlich was passieren.“

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