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Michael Asam wird nach 24 Jahren den Chefsessel im Rathaus räumen. 

Kommunalwahl 2020

Wer wird Asams Nachfolger?

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Noch sind es zwei Jahre bis zur nächsten Kommunalwahl, doch in Peiting wird schon jetzt kräftig über die Frage spekuliert: Wer wird Nachfolger von Michael Asam, der nach 24 Jahren 2020 nicht mehr als Bürgermeister kandidieren wird?

Peiting– Die Marktgemeinderatssitzung in Birkland war fast vorbei, als Bürgermeister Michael Asam noch einmal kurz um Aufmerksamkeit bat, um einige Jubiläen bekannt zu geben. Stolze 46 Jahre gehöre Gerhard Heiß (CSU) bereits dem Gremium an, sein Fraktionskollege Herwig Skalitza sei seit genau vier Jahrzehnten dabei, stellte der Rathauschef fest. Immerhin 34 Jahre sitzen Monika Ludwig (SPD) und Pankratia Holl (CSU) im Gemeinderat, setzte Asam seine Aufzählung fort – und fügte in diesem Zug auch seinen eigenen Namen an. Während im Fall der genannten Markträte wohl erst die nächste Kommunalwahl 2020 zeigen wird, ob zu ihrer jetzt schon beeindruckenden Zahl an Gemeinderatsjahren weitere hinzukommen werden, neigt sich die Ära Asam in Peiting dem Ende entgegen. Nach 24 Jahren wird er seinen Chefsessel im Rathaus räumen, daraus hat Asam zuletzt kein Geheimnis gemacht. 24 Jahre, die aus Sicht der Peitinger SPD durchaus als Erfolgsgeschichte zu werten sind, wie Ortsvorsitzende Claudia Steindorf betont: „Wir haben gute Arbeit gemacht.“

Gute Arbeit, die müssen die Sozialdemokraten jetzt auch bei der Suche nach einem Nachfolger abliefern, der Asams Werk fortsetzen soll. Denn natürlich weiß man auch bei der SPD, dass ohne den Amtsbonus des bei den Bürgern beliebten Bürgermeisters das Rennen um den Chefposten im Rathaus so offen ist wie lange nicht mehr. Offiziell will noch niemand vom Wahlkampf reden, doch wer die vergangenen Monate im Gemeinderat genau verfolgt hat, der konnte feststellen, dass der Ton rauer geworden ist.

Und natürlich machen hinter den Kulissen erste Gerüchte die Runde. Die SPD setze auf einen externen Kandidaten und habe da ein heißes Eisen im Feuer, lautet eines. Gleichzeitig wählten die Sozialdemokraten bei ihrer jüngsten Versammlung Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader zum 2. Vorsitzenden. Zufall oder Weichenstellung? „Um Gottes Willen, niemals. Ich bin zwar halber Peitinger, aber mein Herz gehört Rottenbuch“, verweist Bader jegliches Interesse am Peitinger Bürgermeisteramt ins Reich der Fabeln. Auch Steindorfs Dementi folgt sofort: „Markus Bader ist es definitiv nicht“, sagt die Ortsvorsitzende. Einen externen Bewerber will sie nicht bestätigen, verrät nur: „Wir haben uns noch für keinen entschieden.“

Offenbar nicht mehr zum Kreis der für die SPD in Frage kommenden Kandidaten zählt Christian Lory, dem schon länger Ambitionen auf das Bürgermeisteramt nachgesagt werden. Das bestätigt der Fraktionsvorsitzende auf Anfrage der SN. Es habe ein internes Gespräch gegeben, dabei sei man in wichtigen Eckpunkten nicht übereingekommen. „Knatsch mit der SPD“ habe er deswegen aber nicht, versichert er – auch wenn er seinen Posten als 2. Vorsitzender zur Verfügung gestellt habe, damit andere Verantwortung übernehmen könnten. Möglicherweise wird Lory aber dennoch seinen Hut für das Bürgermeisteramt in den Ring werfen. Er überlege, als freier Kandidat anzutreten – fernab der Parteipolitik. „Das hat auch Vorteile.“

Wenn es um die kommende Kommunalwahl geht, fällt im Zusammenhang mit dem Chefposten im Rathaus aktuell immer auch ein Name: Peter Ostenrieder. Der CSU-Fraktionsvorsitzende hatte schon 2008 kandidiert, unterlag damals aber deutlich gegen den schier übermächtigen Amtsinhaber. Ohne Asam als Gegenpart stünden seine Chancen diesmal wohl deutlich besser. Auch wenn seine Kandidatur für viele bereits als gesetzt gilt: Bestätigen will sie der Birkländer nicht. „Die CSU wird ein gutes Angebot machen“, sagt er ausweichend. Ähnlich bedeckt hält sich auch Norbert Merk. Natürlich gebe es konkrete Überlegungen, sie öffentlich zu machen, dafür sei es noch zu früh, sagt der Ortsvorsitzende. Bis zur Sommerpause wolle man aber Klarheit haben.

Soweit ist man bei der Bürgervereinigung noch nicht. Zwar würde die BVP laut Franz Seidel gerne einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken – allerdings nicht um jeden Preis. „Es müsste schon ein Reißer sein, der wirklich Chancen hat.“ Nur gibt es den bislang nicht. Er selbst werde nicht zur Verfügung stehen, sagt Seidel – und auch nicht mehr für das Amt des zweiten Bürgermeisters. „Nach 24 Jahren ist auch für mich Schluss.“

Bei den Grünen sagte Thomas Elste auf SN-Anfrage, man habe sich mit diesem Thema noch nicht befasst, das sei zu früh. „Ich für mich habe aber schon eine Vorentscheidung getroffen“, sagte er. Mehr verrät er nicht, nur so viel: „Auch nach 2020 will ich weiter politisch aktiv werden, in welcher Funktion auch immer.“

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