Die Superzelle zog am 20. April durch Schongau, Rosenheim, Chiemsee und Traunstein. Bei Peiting und Raubling gab es größeren Hagel (3-4cm) und es gab auch kleinere Hagelschäden an Autos.
+
Die Superzelle hatte es in sich: Sie zog am Alpenrand entlang durch die Landkreise Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Rosenheim bis zum Chiemsee. Ein Sturmjägergruppe verfolgte sie.

Gefährliches Naturschauspiel

„Superzelle“ entlädt sich über Peiting: Zentimeterdicke Hagelkörner und vollgelaufene Keller

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
    schließen

Eine sogenannte Superzelle hatte am Freitagnachmittag die Marktgemeinde voll erwischt. Die rotierende Gewitterwolke zog von West nach Ost über den Landkreis und öffnete mit Blitz und Donner vor allem über Peiting ihre Schleusen.

Peiting - Die teils zentimeterdicken Hagelkörner, die vom Himmel prasselten, bedeckten Straßen und Hausdächer in kürzester Zeit. Die Feuerwehr rückte aus, um verstopfte Gullys zu befreien, damit die Wassermassen ablaufen konnten. An der Oberen Straße mussten die Brandschützer obendrein einen Keller auspumpen, der bei dem Gewitterguss vollgelaufen war.

Als wäre der Winter zurückgekehrt: Die Schongauer Straße in Peiting war übersät mit Hagelkörnern.

Gewitter im Landkreis Schongau: Vier Einsätze für die Feuerwehr Peiting

Wie die Integrierte Leitstelle (ILS) am Sonntag auf Anfrage berichtete, musste die Feuerwehren in Peiting viermal ausrücken, einmal in Burggen. Im übrigen Landkreis kam es trotz des schweren Gewitters zu keinen weiteren Einsätzen. „Für uns hatte es keine Auswirkungen“, so ILS-Schichtführer Jörg Holzapfel.

Der Hagel lag zentimerhoch, die Feuerwehr musste die Gullys befreien, damit das Wasser ablaufen konnte.

Einen Sahnetag erwischten derweil die selbst ernannten „Sturmjäger“, die im Oberland Gewittern hinterherfahren. Sie fotografierten die „Superzelle“ von allen Seiten und veröffentlichten die Bilder in diversen Internet-Foren. „Wir sind immer noch sprachlos über das, was sich am Alpenrand abgespielt hat“, twitterte einer. Bei kachelmannwetter wurde das Unwetter auch via Radar verfolgt, das sich nach Angaben der ILS über dem Hohen Peißenberg teilte.

Schongau: Über dem Hohen Peißenberg teilte sich die Zelle

Alles in allem hatte der Landkreis großes Glück: „Superzellen“ sind nach Angaben der Meteorologen die gefährlichsten Gewitter. Sie produzieren heftige Sturmböen, Starkniederschlag und sehr großen Hagel. Mitunter sind sie Geburtsstätten von Tornados. Zehn bis 20 Prozent aller Superzellen bilden die gefährlichen Wirbelstürme aus.

Auch interessant:

Mann (25) verletzt in Bernbeuren seine Nachbarin schwer, das Motiv ist noch völlig unklar

Wie ist der Breitbandausbau im Landkreis Weilheim-Schongau vorangekommen? In den vergangenen zwei Jahren hat sich einiges getan. 94 Prozent der Haushalte sind jetzt mit mindestens 50 Mbit pro Sekunde versorgt. Einzelschicksale mit geringeren Bandbreiten bleiben da nicht aus, betroffene Eltern und Schülern stehen während des Lockdowns vor ProblemenLesen Sie hier, welche Kommunen gut versorgt sind und wo es noch hakt.

Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Schongau-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Schongau – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare