Rühren die Werbetrommel für die Aktion: Franz Köpf (li., stellvertretender Vorsitzender Einzelhandelsverein) und Bürgermeister Peter Ostenrieder.
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Rühren die Werbetrommel für die Aktion: Franz Köpf (li., stellvertretender Vorsitzender Einzelhandelsverein) und Bürgermeister Peter Ostenrieder.

Besondere Aktion startet am Montag

Wirtschaftsförderung in Coronazeiten: Zu Ostern gibt’s von der Gemeinde Peiting 20 Euro geschenkt

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die Corona-Krise trifft Einzelhändler und Gastronomen hart. Weil weitere Lockerungen wegen der steigenden Infektionszahlen im Moment nicht in Sicht sind, greift die Gemeinde Peiting ihren Geschäftsleuten und Wirten mit einer besonderen Osteraktion unter die Arme.

Peiting – Es ist in diesen Tagen nicht leicht, optimistisch nach vorne zu blicken. „Leider sehen wir immer noch kein Licht am Ende des Tunnels“, sagt Franz Köpf und seufzt. Der Ladenbesitzer und stellvertretende Vorsitzende des Einzelhandelsvereins in Peiting ist wie die übrigen Geschäftsleute und Gastronomen im Ort besonders betroffen von der Corona-Krise, die das Land seit einem Jahr eisern im Griff hat. Die Wirtschaften sind geschlossen, die Läden dürfen zwar derzeit wieder Kunden nach Voranmeldung empfangen, doch damit könnte es wegen der steigenden Infektionszahlen schon bald wieder vorbei sein. Längst ist die Krise zum Kampf um die eigene Existenz geworden.

Das sieht man auch bei der Gemeinde mit Sorge, schließlich würde eine Pleitewelle bei Fachgeschäften und Gaststätten den Ort in seinen Grundfesten erschüttern. So hat man sich jetzt im Rathaus einen unbürokratischen Weg überlegt, um mit einer „Osteraktion“ Einzelhandel und Gastronomie gleichermaßen unter die Arme zu greifen.

Für jeden Gemeindegutschein im Wert von 100 Euro gibt‘s 20 Euro obendrauf

Dafür nimmt der Markt richtig Geld in die Hand. Wer ab Montag, 22. März, einen Gemeindegutschein im Wert von 100 Euro für ein Peitinger Geschäft oder Lokal erwirbt, bekommt von der Gemeinde einen weiteren Gutschein im Wert von 20 Euro obendrauf. Beide Gutscheine werden dem Käufer zugesendet, ohne jegliche Mehrkosten, erklärt Bürgermeister Peter Ostenrieder. „Der Betrag wird dem Unternehmen sofort nach Zahlungseingang direkt überwiesen.“ Wenn also jemand beispielsweise für sein Lieblingsrestaurant einen 100-Euro-Gutschein kaufe, erhalte er insgesamt einen Gutscheinwert von 120 Euro und auch der Wirt bekomme 120 Euro überwiesen.

„Uns ist immens wichtig, die Kaufkraft im Ort zu halten und unsere Händler und Wirte zu stützen. Viel zu schnell wandern die Beträge momentan in den Onlinehandel, da kann jetzt jeder aktiv mithelfen, die lokalen Betriebe zu unterstützen. Und mit den 20 Prozent hat man ja auch selbst noch richtig was davon“, nennt Ostenrieder die Gründe für die Osteraktion. Finanziert werde sie im Rahmen der Wirtschaftsförderung. „Wir befinden uns einfach in einer absoluten Ausnahmesituation, und da muss man auch nachdenken, wie man unkompliziert auch von kommunaler Seite helfen kann.“

Geschäftsleute schließen sich mit eigener Oster-Aktion an

Bei den Betroffenen kommt die finanzielle Hilfe durch die Gemeinde erwartungsgemäß gut an. „Das ist eine super Sache“, findet Köpf. „Für den Verbraucher ist es bares Geld, mit dem er was anfangen kann.“ Und natürlich wollen auch die Einzelhändler da nicht zurückstehen und haben sich ihrerseits eine Aktion zu Ostern überlegt. Für jeden Einkauf über 50 Euro können die Kunden mit einer kleinen Überraschung rechnen, kündigt Köpf an. Die variiere zwar von Geschäft zu Geschäft, aber „uns ist es ein Anliegen, dass unsere Kunden spüren, wie hoch die Wertschätzung für sie und ihre Treue in den örtlichen Handel ist.“

Die Gemeindegutscheine kann man online auf der Internetseite www.gemeindegutschein.de für das jeweilige Wunsch-Unternehmen erwerben. Im Barverkauf sind sie in der Tourist-Information Peiting erhältlich. Im Rahmen der Sonderaktion seien Käufe von 100-Euro-Gutscheinen durch die teilnehmenden Unternehmen und deren Familien- und Betriebsangehörige ausgeschlossen, weist Peter Ostenrieder hin. Die Menge sei zudem auf fünf Zusatzgutscheine pro Kunde begrenzt.

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Das juristische Tauziehen um das Baumarkt-Vorhaben geht weiter. Die Initiatoren der Bürgerbegehren wollen wie berichtet in Berufung gehen und haben zudem ein Normenkontrollverfahren gegen den Bebauungsplan angestrengt. Mitantragssteller ist überraschend Gemeinderat Christian Lory.

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