Die Erschließungsstraße des neuen Baugebiets an der Drosselstraße soll keine verkehrsberuhigte Zone werden. Das hat der Corona-Ausschuss jetzt bekräftigt.
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Die Erschließungsstraße des neuen Baugebiets an der Drosselstraße soll keine verkehrsberuhigte Zone werden. Das hat der Corona-Ausschuss jetzt bekräftigt.

Baugebiet an der Drosselstraße

Wohngebiet ohne verkehrsberuhigte Zone

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Eigentlich sollte in der jüngsten Sitzung des Peitinger Corona-Ausschusses endgültig grünes Licht für das neue Baugebiet an der Drosselstraße gegeben werden. Doch der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan scheiterte an einem wichtigen Detail. Am Zeitplan soll sich dadurch aber nichts ändern.

Peiting – Im Rahmen des Bauleitverfahrens zählt die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange zum vorgeschriebenen Procedere. Eher ungewöhnlich ist, dass sich in diesem Zuge die Gemeinde, die den Bebauungsplan aufstellt, selbst zu Wort meldet. Im Fall des neuen Peitinger Baugebiets an der Drosselstraße ist genau das jetzt passiert. Grund dafür war ein Detail, das man im Marktbauamt bislang übersehen hatte.

Dabei ging es um die Erschließungsstraße, die künftig vom Unterfeldweg aus durch das Wohngebiet führen soll. Diese sei vom Planungsbüro als verkehrsberuhigte Zone festgelegt worden, erläuterte Bürgermeister Peter Ostenrieder.

Verkehrsberuhigte Zone hätte weitreichende Folgen

Das Problem: Nicht nur, dass es im gesamten umliegenden Wohngebiet eine solche Regelung bislang nicht gebe. Eine verkehrsberuhigte Zone hätte auch weitreichende Folgen für den Verkehr, warnte der Rathauschef. Das beginne damit, dass nur auf extra ausgewiesenen Stellplätzen geparkt werden dürfe und nicht auf der Straße. Auch Rechts-vor-Links würde an den Einmündungen in den Unterfeldweg nicht gelten, sondern automatisch Vorfahrt achten. Ostenrieder warb deshalb dafür, die Erschließungsstraße nur als „öffentliche Verkehrsfläche“ festzusetzen, womit die gleichen Verkehrsregeln wie im übrigen Wohngebiet gelten würden. „Wegen der Änderung müssen wir dann zwar noch einmal neu auslegen, aber zeitlich verlieren wir dadurch nichts“, betonte Ostenrieder. Denn eine bauliche Anpassung sei nicht erforderlich, weshalb die Ausschreibung für den Tiefbau nicht geändert werden müsse. Aus dem Gremium gab es dagegen keine Einwände.

Schnell abgehandelt waren auch die übrigen Stellungnahmen, die von den Behörden und Trägern öffentlicher Belange eingegangen waren. Der Fachliche Naturschutz im Landratsamt empfahl die Zufahrtslänge- und breite zu den Garagen der Einfamilienhäuser zu begrenzen, um nicht unnötig viele Flächen zu versiegeln. Für die Mehrfamilienhäuser sollten Fahrradstellplätze eingeplant werden. In ersterem Fall verwies die Verwaltung auf die GRZ-Berechnung, die die Zufahrten ohnehin berücksichtige, weshalb man die Entscheidung den Bauherren überlassen könne. In zweiterem Fall sei eine Tiefgarage vorgeschrieben, die auch Abteile für Fahrräder beinhalte. Aufgenommen wurde dagegen der Hinweis der Behörde, Stützmauern nur bis zu 50 Zentimetern zwischen den Grundstücken zu erlauben.

Auch die Polizei hatte Bedenken geäußert

Auch die Polizeiinspektion Schongau hatte Bedenken geäußert. Dabei ging es um die Situierung der Garagen der beiden nördlichen Grundstücke und deren Zufahrten, die in einer Kurve bzw. dem Einmündungsbereich der Erschließungsstraße liegen. Diese sollten noch einmal überdacht werden, weil so gefährliche Situationen beim Aus- und Einfahren entstehen könnten. Auch den Baum an der Spitze des Spielplatz-Areals hielt die Polizei aus gleichem Grund für problematisch. Bedenken, die man bei der Verwaltung allerdings wegen des geringen Verkehrs im Quartier nicht teilte.

Veraltete Zahlen beim Bevölkerungszuwachs

Interessant wurde es bei der Stellungnahme der Regierung von Oberbayern. Die nämlich bezweifelte den vom Markt Peiting prognostizierten Bevölkerungszuwachs von rund 500 Einwohnern bis zum Jahr 2030. Die Regierung verwies auf Daten des Landesamts für Statistik, wonach ein Zuwachs von 400 Einwohnern bis 2037 zu erwarten sei. Insgesamt sei der Bedarf für das Wohngebiet aber nachvollziehbar. Der Bürgermeister hatte für die Diskrepanz allerdings eine einfache Erklärung. Die Regierung habe schlichtweg veraltete Zahlen verwendet. „Wir können das Wachstum belegen.“ Und das werde sogar noch steigen, wenn der Beitritt des Landkreises zum MVV komme, ergänzte SPD-Fraktionschef Herbert Salzmann.

Einstimmig billigte das Gremium den Bebauungsplan-Entwurf, der nun noch einmal ausgelegt wird.

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