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Bundestagskandidatin Gabriela Seitz-Hoffmann im Gespräch mit Ralf Kreutzer und Grünen-Ortsvorstand Thomas Elste (rechts).

Bundestagswahl 2017

„Zukunftsorientiert und vernünftig“ will Seitz-Hoffmann sein

Öffentlicher Personen-Nahverkehr und Gesundheitswesen sind ihre Themen. Zum Auftakt des Bundestagswahlkampfs hatte Grünen-Bundestagskandidatin Gabriela Seitz-Hoffmann zur Diskussionsrunde in den Gasthof Dragoner geladen.

Peiting – „Nachhaltiges Wirtschaften. Zukunftsorientiert und vernünftig“ – das ist es, wofür sich Gabriela Seitz-Hoffmann, Magister der Philosophie und studierte Politikwissenschaftlerin, einsetzt. Seit 14 Jahren lebt die gebürtige Nürnbergerin in Hohenpeißenberg, seit mehr als zehn Jahren ist sie Mitglied bei den Grünen. Auf den Verkehr bezogen heißt das für sie: Hin zu E-Mobilität und Ausbau des Personen-Nah-Verkehrs. Als Energie- und Zeitverschwendung bezeichnete sie die Maut-Bemühungen des Verkehrsministers Alexander Dobrindt. „Das bringt kein Geld und ist nach vier Jahren immer noch nicht durch“, so Seitz-Hoffmann.

Während England, Frankreich und Norwegen in zwei Jahren Diesel verbieten wollen, schlage man sich hierzulande mit einem Abgas-Skandal herum. Die deutsche Auto-Industrie hinkt in Sachen E-Mobilität den Nachbarländern hinterher. „Das Aus des Exportschlagers Auto wird der deutschen Wirtschaft und uns allen schaden“, prophezeite die grüne Bundestagskandidatin. In Norwegen würden bereits über 50 Prozent der Autos mit Strom betrieben.

In Sachen Gesundheitsversorgung bringt Gabriela Seitz-Hoffmann ihre Vorstellungen ebenso klar auf den Punkt: Krankenhäuser müssen in kommunaler Hand bleiben, Pfleger müssen endlich das verdienen, was sie wert sind, Apotheken am Ort sind wichtig. Zur Diskussion hatte sie Ralf Kreutzer, Niederlassungsleiter bei der RVO Weilheim, und Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, geladen. Ralf Kreutzer verdeutlichte, dass ein Ausbau des Bus-Nahverkehrs ohne öffentliche Förderung nicht machbar sei. Im ländlichen Raum lebt dieser von Schülern. Die Busse fahren aber auch in den Ferien. Vom Landkreis wünsche er sich Kooperation bei „Tarifgeschichten“. Wie zum Beispiel im Landkreis Miesbach, wo fünf Personen für neun Euro den ganzen Tag lang öffentliche Busse nutzen können. Auf den Einwurf von Bettina Buresch, dass der Nahverkehr eine Wissenschaft für sich, Fahrpläne für viele schwer durchschaubar und besondere Angebote oft nicht einmal den Busfahrern bekannt seien, verwies er auf die App „wohin du willst“, die Smartphone-Nutzern die Reiseplanung erleichtere. Auch soll ein QR-Code an Haltestellen Auskunft über die Bus-Wartezeiten geben.

Thomas Lippmann warnte davor, Gesundheitsversorgung „an der Börse zu handeln“. Die Zentralisierung habe in Ostdeutschland gezeigt, dass dort das Risiko, einen Schlaganfall nicht zu überleben, um 40 Prozent höher sei, als im Rest Deutschlands. 70 Prozent der Kosten eines Krankenhauses fallen im Personalbereich an. Die Praxis der Fallpauschalen führe dazu, dass sich Krankenhäuser Stück für Stück aus der Grundversorgung zurückziehen. Zudem stünden sie in Konkurrenz mit privaten Krankenhäusern, die ebenso Fördermittel abgreifen. „Eine schwarze Null wird derzeit nicht machbar sein!“, so Lippmanns Meinung zur Krankenhausfinanzierung im Landkreis. Die Frage sei: „Was ist es uns wert, Angebote zu schaffen und die ländliche Versorgung zu erhalten?“ Ohne Struktur-Zuschläge für ländliche Kliniken sei laut Lippmann eine bedarfsgerechte Versorgung rund um die Uhr nicht zu machen. Sein Lösungsansatz, Kosten zu sparen: Ein Verbund mit Kliniken in Landsberg und Fürstenfeldbruck.

Ursula Fröhlich

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