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Die aktiven Mitglieder des Peitinger Helferkreises Asyl blicken zum heutigen Tag des Flüchtlings auf vier Jahre positive Integrationsarbeit in der Marktgemeinde zurück. Ihr Wunsch: Arbeit und Ausbildung für alle Flüchtlinge.

Zum Tag des Flüchtlings

Der Wunsch: Arbeit und Ausbildung für alle

Seit rund vier Jahren kümmert sich der Helferkreis Asyl in Peiting um Geflüchtete, die in der Marktgemeinde untergebracht sind. Zum Tag des Flüchtlings am heutigen 28. September ziehen sie Bilanz.

Peiting – „Es ist genau vier Jahre her, dass Sabine Haser und ich angefangen haben, etwas zu machen“, erzählt Gabi Sanktjohanser-Pfeffer. Aufgrund von Berichten waren sie aufs Thema gestoßen und haben einen Besuch in einer Peitinger Flüchtlingsunterkunft gemacht. „Anfangs hatte ich an eine Stunde Deutschunterricht pro Woche gedacht“, sagt Haser lachend. Aus der einen Stunde sind unzählige geworden.

Denn der Hilfsbedarf war groß. Angefangen bei Kleidung, über Hilfestellung bei Arzt- und Behördenbesuchen, Deutschunterricht, Wohnungs- und Arbeitssuche bis hin zur Freizeitgestaltung: Alles, was eben nötig ist, um Menschen, die aus einem völlig anderen Kulturkreis stammen, zu integrieren.

Sabine Haser und Gabi Sanktjohanser-Pfeffer haben inzwischen zahlreiche Mitstreiter gefunden. 120 eingetragene Helfer zählt der Helferkreis Asyl, davon arbeiten derzeit 40 aktiv mit bei der Betreuung von 122 Erwachsenen und 66 Kindern, davon 25 Familien, die in Peiting eine neue Heimat gefunden haben. „Wenn ich heute erzähle, dass wir 190 Flüchtlinge in Peiting haben, ernte ich oft erstaunte Blicke“, sagt Sanktjohanser-Pfeffer.

Die Geflüchteten sind mittlerweile so gut in der Marktgemeinde integriert, dass sie kaum auffallen. Viele anerkannte Flüchtlinge haben inzwischen ihre Familien nachgeholt und führen ein ganz normales Leben im Ort.  „Fast alle Anerkannten sind entweder in Arbeit oder in der Schule“, so Sabine Haser.

Sie arbeiten in den unterschiedlichsten Berufen und sind gefragte Mitarbeiter in Unternehmen der Region. Vom Hilfsarbeiter bis zum Arzt oder zur Nachmittagsbetreuung als dritte Lehrkraft an der Grundschule. Im vergangenen Jahr hat ein Flüchtlingsmädchen sogar den besten Mittelschulabschluss in Peiting gemacht. Einige betätigen sich ehrenamtlich bei der AWO, beim BRK, bei der Feuerwehr oder beim Altpapiersammeln. Sie sind Mitglieder in Vereinen wie zum Beispiel bei den Fußballern, Judoka oder Boxern. Sie bringen sich auch ins Begegnungscafé ein, das im übrigen allen Peitingern offen steht. „Das Schlimmste, was einem hier passieren kann, ist, dass man einen Tee angeboten bekommt“, sagt Stefan Osterrieder witzelnd, der sich auch seit Jahren im Helferkreis engagiert.

„Angesichts negativer Wahlpropaganda vergisst man oft, dass hier viele Menschen leben, die versuchen, ihren Weg zu gehen und sich zu integrieren“, betont Gabi Sanktjohanser-Pfeffer. „Die Leute müssen kommen dürfen, sonst müssten wir unser Grundgesetz ändern“, fügt Sabine Haser hinzu.

Der größte Wunsch der Asylhelfer für die Zukunft und im Sinne von gelungener Integration ist, Arbeit und Ausbildung für alle. Unabhängig von der Bleibeperspektive. Denn Arbeit schafft nicht nur sinnvolle Betätigung, sondern auch Kontakte und Sprachkenntnisse. Im besten Fall sogar Unabhängigkeit von Sozialhilfe.

Der Tag des Flüchtlings

soll die Solidarität mit Flüchtlingen zum Ausdruck bringen. Er wurde 2015 von der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie ins Leben gerufen. Der Tag des Flüchtlings schließt die interkulturelle Woche Ende September ab. Bundesweit finden dazu Aktionen, Begegnungen, Diskussionen und Gottesdienste statt. In diesem Jahr fällt er auf den 28. September.

von Ursula Fröhlich

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