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Die Raiffeisenbank-Filiale am Peitinger Hauptplatz (vorne links) wurde an die Marktgemeinde verkauft. Peiting erweitert damit sein Rathaus (vorne rechts).

Umzug ist im August/September

Zwei Rathäuser in Peiting

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Vor Monaten hat die Gemeinde Peiting das Raiffeisenbank-Gebäude am Rathausplatz gekauft. Nun ist klar, wie die Räumlichkeiten genutzt werden sollen. Kurios: Es soll zwei Rathäuser geben.

Peiting – Endlich Platz für die Mitarbeiter, endlich repräsentative Räumlichkeiten, in denen sich Bürger wohlfühlen. Das hat sich das Peitinger Verwaltungs-Team rund um Chef Michael Asam gewünscht. Zusammen mit der Architektin Petra Asanger-Strobl setzte man sich ans Werk. Herausgekommen ist eine Aufteilung, die dem Gemeinderat gefällt – auch wenn dieser sie nur vom Hörensagen kennt. Eine Besichtigung gab es nämlich noch nicht, was CSU-Rat Michael Deibler anmerkte: „Ich würde mir gerne mal die Räume anschauen.“

Wie Asam erklärt, sollen Volkshochschule und Tourist-Info von der Ammergauer Straße ins Erdgeschoss des ehemaligen Raiffeisenbank-Gebäudes umziehen. Damit werde ein ganz anderes Ambiente geschaffen, zumal das alte Büro direkt an der Straße war. Im hinteren Bereich des Erdgeschosses gebe es laut dem Bürgermeister „wunderschöne Büros“. Und weiter: „Da haben wir uns gedacht, hier das Standesamt und das Ordnungsamt unterzubringen.“ Der jetzige Zustand des Standesamtes sei unerträglich. „Wir haben unsere Damen auf engstem Raum zusammengepfercht“, so Asam. Dabei soll vor allem im Standesamt ein ästhetischer Charakter vorherrschen.

Im ersten Stock kommen zwei Räume dazu, dort wurde ein Durchbruch geschaffen und das Bauamt untergebracht. Eine endgültige Aufteilung gibt es aber erst, wenn der Marktbaumeister gefunden wurde. Aktuell profitieren die Mitarbeiter also von einem zusätzlichen Raum.

Auch im Obergeschoss wurde eine Wand vom ehemaligen kleinen Sitzungsraum eingerissen. Dort gibt es eine kleine Küchenzeile.

Im Rathaus selber werden Räumlichkeiten frei, das ist „sehr, sehr gut“. Denn es gebe momentan überhaupt keinen Besprechungsraum. „Ich schäme mich jedesmal, wenn ich Leute da hab.“ Im Erdgeschoss kommen durch das umgesiedelte Standes. und Ordnungsamt zwei Räume dazu, die für Besprechungen genutzt werden können. Oder auch für eine barrierefreie Trauung könnte der Platz genutzt werden.

Auch die Außenfassade sei eine Herausforderung gewesen. So hat CSU-Rat Peter Ostenrieder einen Schriftzug vorgeschlagen, der steckbar ist. Perfekt, weil man die Buchstaben abnehmen kann, wenn mal Renovierungsarbeiten anstehen.

Die momentan abgenommenen Fensterläden sollen wieder angebracht werden.

Mit Schriftzug und Infotafel soll das ehemalige Bank-Gebäude betitelt werden.

Der alte und überdachte Eingangsbereich bleibt bestehen, dort sollen Informationen angebracht werden. Die ehemalige Leuchtreklame der Raiba soll durch die der Tourist-Info ersetzt werden. Eine Tafel soll daran erinnern, dass das 1956 erbaute Haus ehemals eine Landwirtschaft war.

„Langfristig muss man darüber nachdenken, eine Verbindung zwischen den beiden Häusern zu schaffen“, betonte CSU-Mann Deibler. Dies werde hinter verschlossenen Türen besprochen, antwortete Asam. „Da gibt es Dinge, die man öffentlich nicht absprechen kann.“

An den zwei Rathäusern störten sich Alex Zila und Christian Lory (SPD): „Im Schriftzug könnte man vielleicht das Rathaus weglassen und nur das Tourist-Info hinmachen“, so Lory. Man habe das draufgeschrieben, was drin ist, antwortete Ostenrieder. Man wolle ja auch, dass die Leute wissen, dass im neuen Haus auch Standes- und Ordnungsamt, sowie Bauamt untergebracht sind, ergänzte Asam. „Das würde alles verfälschen.“

„Ein Rathaus ist immer besser, als Rathäuser“, tarockte Zila noch einmal nach. Und Grünen-Rat Elste schlug sogar vor, das Wort Rathaus in der Größe der Touris-Info unterzuordnen. „Wir sind ja nicht in München, wo irgendjemand mit der U-/S-Bahn zum Landgericht 1 fährt, nur um festzustellen, dass die Verhandlung im Landgericht 2 stattfindet und muss dann wieder weiterfahren“, witzelte Herwig Skalitza (CSU).

Trotz einiger Bedenken blieb man dabei, auch das neue Rathaus als solches zu betiteln und beschloss, noch eine Säule mit wegweisenden Pfeilen anzubringen.

Der Umzug soll im August/September geschehen. Die SB-Filiale der Raiffeisenbank im vorderen Teil des Gebäudes soll übrigens erhalten bleiben.

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