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Die Stelen am Schongauer Waldfriedhof könnten als Vorlage für Peiting dienen.

Marktgemeinderat

Zwei Urnenstelen als letzte Ruhestätte am neuen Peitinger Friedhof

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Zwei Stelen, die Platz für 32 Urnen bieten, sollen am neuen Friedhof in Peiting errichtet werden. So hat es der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Vorausgegangen war allerdings eine längere Diskussion.

Peiting – Schon vor der Sommerpause hatte sich das Gremium grundsätzlich für die Errichtung von drei bis vier Urnenstelen im Bereich des Haupteingangs am neuen Friedhof ausgesprochen. „Wir müssen jetzt schauen, dass wir weiterkommen“, sagte Bürgermeister Michael Asam in der jüngsten Sitzung. Er verwies auf die zur Neige gehenden Plätze für Urnenbestattungen. „Wir haben da mittlerweile eine Grenze erreicht, wo wir reagieren müssen.“ 

Zwischenzeitlich habe sich auch der eingesetzte Arbeitskreis mit dem Thema beschäftigt und sich für zwei Stelen ausgesprochen, berichtete Asam. „Wir sollten das jetzt beschließen.“ Die Kosten bezifferte der Bürgermeister auf 40 000 Euro. Damit greife man der generell geplanten Neugestaltung der Friedhöfe nicht vor, betonte er. Schließlich sei man sich einige, dass man Vielfalt bei den Bestattungsmöglichkeiten wolle, „da gehört die Urnenstele dazu.“

Doch diese Vorgehensweise stieß im Gremium nicht nur auf Zustimmung. Besonder Norbert Merk (CSU) plädierte dafür, dass man erst einmal ein Gesamtkonzept erarbeiten sollte, ehe man Tatsachen schaffe. Zumal die Stelen im Arbeitskreis durchaus auch kritisch gesehen worden seien, nachdem der Schongauer Steinmetz Hermann Ostler beim jüngsten Treffen auf das Problem der Zweitbestattung hingewiesen habe, berichtete Merk. Denn ist die Ruhefrist für eine Urne in der Stele abgelaufen, muss sich die Friedhofsverwaltung um die weitere Verwahrung kümmern.

Dass es grundsätzlich akuten Handlungsbedarf gebe, wollte Merk angesichts von nur noch vier freien Urnengräbern freilich nicht verneinen. Doch könne sich die Gemeinde Luft verschaffen, ohne gleich die Stelen in Auftrag zu geben, sagte der CSU-Gemeinderat. Dazu verwies er wiederum auf Ostler, der dem Arbeitskreis mehrere Varianten für alternative Urnenbestattungen vorgestellt habe. So seien etwa integrierte Urnengräber denkbar, wo auf der Fläche eines aufgelassenen Erdgrabs zwei Urnen-Erdgräber erstellt würden. Mit weiteren Sitzungen des Arbeitskreises könne bis zum Jahresende ein Ergebnis vorliegen. Merk regte zudem an, für alle Grabformen eine einheitliche Grundgebühr einzuführen,ergänzt um eine variable Gebühr abhängig von der Art der Bestattung.

Auch Gerhard Heiß warnte vor übertriebener Eile. Für Urnenerdgräber gebe es noch genügend Platz, pflichtete der Gemeinderat seinem Fraktionskollegen bei. Alfred Jocher verwies in dem Zusammenhang auf 38 leere Grabstellen am alten Friedhof. Weitere Auflösungen seien zu erwarten, da viele Beerdigungen bereits 25 Jahre und länger zurücklägen.

Nicht jeder, der eine Urnenbestattung wünsche, wolle, dass diese in der Erde vergraben werde, gab Asam jedoch zu bedenken. „Wir müssen nicht alles machen, was der Herr Ostler sagt.“ Ein Gesamtkonzept, das auch die Parkplatz-Frage beinhalte, halte er für nicht vordringlich. „Beide Friedhöfe sind schön, da gibt es nur kleine Dinge zu machen.“

„Wie im falschen Film“ fühlte sich Herbert Salzmann (SPD) angesichts der angeführten Bedenken. „Wir haben das doch schon alles diskutiert.“ Man sei hier Dienstleister und keine Behörde, die Stelen daher eine logische Entscheidung.

Auch Herwig Skalitza (CSU) wollte an den Stelen nicht rütteln, ebenso wenig wie Silvia Ruhfass-Bückle (Grüne). Gerade für Hinterbliebene, die nicht mehr vor Ort wohnen und eine pflegeleichte Grabform suchen, seien die Stelen „optimal“. Letztendlich setzten sich die Befürworter dieser Lösung mit großer Mehrheit durch.

Zurückgestellt wurde dagegen die Entscheidung über den Vorschlag der Verwaltung, jährlich 20 000 Euro für die Ertüchtigung des neuen Friedhofs im Haushalt bereitzustellen. Hier mache es tatsächlich Sinn, erst das Konzept abzuwarten, sagte Asam: „Dann wissen wir genau, was wir brauchen.“

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