Vergangenes Jahr wurde eine Fichte aus Steingaden auf dem Münchner Marienplatz aufgestellt.
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Vergangenes Jahr wurde eine Fichte aus Steingaden auf dem Münchner Marienplatz aufgestellt.

2020 kam er aus Steingaden

Zweiter Christbaum für München aus dem Landkreis: Es wird eine 27 Meter hohe Weißtanne

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Das gab‘s noch nie: Zwei Jahre hintereinander kommt der Baum für den Münchner Christkindlmarkt aus dem Landkreis Weilheim-Schongau, dieses Mal aber aus einem anderen Ort.

München/Landkreis – Wer den Baum für den Christkindlmarkt (diesmal vom 22. November bis 24. Dezember) rund um das Münchner Rathaus am Marienplatz liefern darf, erfährt große Aufmerksamkeit in den Medien. „Bei den Münchnern selbst ist der Baum oft das Gesprächsthema Nummer eins, die Spender empfinden es als großes Renommee“, so Andrea Deller, stellvertretende Leiterin der für die Organisation zuständigen Protokollabteilung der Landeshauptstadt. In den 44 Jahren, in denen der Baum von Städten und Gemeinden sowie Landkreisen aus der Region oder dem nahen Ausland geliefert wurde, sei es noch nie vorgekommen, dass einem Landkreis zweimal hintereinander diese Ehre zuteilgeworden sei. Der damalige Landrat Luitpold Braun und Gerda Walser, Vorsitzende des Verbands „Urlaub auf dem Bauernhof“, hatten sich vor 18 Jahre beworben.

Steingaden im letzten Jahr, heuer Peiting

Dass der Landkreis doppelt zum Zuge kommt, liege daran, dass die Steingadener im vergangenen Jahr kurzfristig für Verona eingesprungen seien und ihre „schön gewachsene 22 Meter hohe Fichte“ in die Landeshauptstadt geliefert hatten, so Deller.

Da der Christkindlmarkt im vergangenen Jahr aber ausgefallen ist, bekommen die Steingadener heuer quasi als Entschädigung einen Stand beim Rathaus, wo sie Glühwein und Ähnliches verkaufen dürfen. Der Landkreis selbst darf im Innenhof des Prunkhofes aus drei Fenstern des historischen Rathauses Glühwein, Punsch und Gebäck verkaufen sowie mit Broschüren und Aufstellern Werbung für den Landkreis betreiben. Geplant ist, dass jeden Tag eine andere der 34 Landkreisgemeinden für die Bewirtung zuständig sein soll. Der Erlös soll wohltätigen Zwecken zugute kommen.

Weißtanne wird per Nachttransport nach München transportiert

Die 27 Meter hohe Peitinger Weißtanne soll Anfang November gefällt werden und am 3. November in die Landeshauptstadt gebracht werden. Der Baum, so eine Pressemitteilung des Landratsamtes, musste ohnehin gefällt werden, für ihn werde ein Setzling gepflanzt. Geplant ist ein Nachttransport über 75 Kilometer und drei Landkreise. An der Stadtgrenze werden die Weilheim-Schongauer von der Münchener Polizei empfangen und zum Marienplatz geleitet Dort wartet die „Feuerwache 9“ der Münchener Berufsfeuerwehr und beginnt gegen 6 Uhr mit dem Aufstellen des Baumes. Sollte beim Transport oder beim Aufstellen etwas schief gehen, gibt es einen Ersatzbaum, der dann aus Magnetsried kommt.

Stolze Peitinger

In Peiting ist man natürlich mächtig stolz, dass der Münchner Weihnachtsbaum heuer aus der Marktgemeinde kommt. Am vergangenen Dienstag hatte Bürgermeister Peter Ostenrieder dem Gemeinderat hinter verschlossenen Türen die frohe Botschaft überbracht. „Auch wenn der Landkreis offiziell den Weihnachtsbaum stellt, ist es am Ende ein Peitinger Baum, der am Münchner Marienplatz leuchten wird“, freut sich Ostenrieder.

Wo im Ortsgebiet die auserkorene Weißtanne steht, will der Rathauschef zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten. Das bleibt bis zur Fällung ein gut gehütetes Geheimnis.

VON JOHANNES THOMA UND CHRISTOPH PETERS

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