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Der alte Friedhof an der Wallfahrtskirche Maria Egg hat einige Denkmalgeschützte Grabstätten. 

Konzept 2050

Friedhof soll auch ein Treffpunkt sein

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Am Ende des Lebens wünschen sich vor allem die Angehörigen einen würdigen Platz zum Trauern. Doch auch ein Friedhof unterliegt dem Wandel der Zeit. Wie es in Zukunft weitergehen sollte, wurde dem Gemeinderat präsentiert.

Peiting – Familiengrab, schöner Sarg, Erdbestattung – was lange Zeit Usus war, ist mittlerweile nicht mehr so gefragt. Wie Tobias Weiher von der gleichnamigen Firma und Landschaftsarchitekt Wolfgang Ritz erklären, hätten sich die Wünsche erheblich verändert. Vor allem Urnen werden häufig verlangt. So sei auch die Friedhofskultur eine andere geworden. „Oft leben die Kinder an einem anderen Ort, als an dem wo die Eltern begraben sind“, so Weiher. Ein Grab zwei- bis dreimal pro Woche zu pflegen sei einfach nicht mehr möglich. Seit Ende der 90er Jahre gebe es in der Friedhofskultur einen „Trendwechsel“. Darum haben sich Gemeinderäte und Vertreter aus Verwaltung, Vereinen und mit den Fachmännern zu einem Workshop getroffen. Die Ergebnisse des Konzepts 2050 wurden nun dem Gremium präsentiert.

128 Bestattungen hat es im vergangenen Jahr auf den beiden Friedhöfen in der Marktgemeinde gegeben, 73 davon mit Urnen. „Wir müssen mit der Zeit gehen“, sagte Rathauschef Michael Asam. Darum erstellt die Firma Weiher einen sogenannten Masterplan für die Gemeinde, den der Rat absegnen muss.

Geplant sind Urnenwände oder -stelen und alternative Formen wie Baum- oder Wiesenbestattung. Diese lassen sich wegen Platzmangels auf dem alte Friedhof nicht alle umsetzen. Trotzdem wird generell eine Durchmischung der Beerdigungsmöglichkeiten gewünscht. Auf dem neuen Friedhof am Bühlach sollen mehrere Optionen geschaffen werden. Zudem sei eine Barrierefreiheit gewünscht. So ist es denkbar, auf Kies zu verzichten und lieber eine ebene Bodenoberfläche vorzuziehen.

„Der Friedhof ist auch ein Treffpunkt“, merkte Weiher an. Deshalb müsse die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Funktionieren kann das mit Bepflanzung, Skulpturen oder einem plätschernden Brunnen. Auch die Sitzmöglichkeiten sind für Trauernde wichtig. „Am besten wählt man höhere Bänke, damit sich ältere Menschen leichter setzen können“, empfiehlt der Fachmann.

Weiher und Ritz schlugen des Weiteren vor, das Leichenhaus aufzuweiten, so dass zwei Särge Platz finden und die Angehörigen Raum zur Verabschiedung haben. Außerdem sei es am neuen Friedhof wünschenswert, die Abfallanlage mit Bepflanzung mehr abzugrenzen.

CSU-Rat Gerhard Heiß warf ein, dass es wichtig sei, die Friedhofsgeschichte zu bewahren. Außerdem ist ihm an einem Lageplan gelegen, der bedeutende Grabstellen wie zum Beispiel von Michel Dacher ausweist. „Außerdem hab ich in ihren Ausführungen muslimische Gräber vermisst.“ Die wünschen Erdbestattung und eine Ausrichtung mit Blick nach Mekka.

„Wir sehen, es gibt viel zu tun“, sagte der Bürgermeister nach dem Vortrag. Nun soll die Firma Weiher ein Angebot erstellen, „und dann sehen wir weiter“.

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