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Ein imposantes Bild bot sich am vergangenen Samstag auf der Hauptplatz-Wiese in Peiting: 26 Alphornbläser spielten dort dem Peitinger Franz Wilde ein Ständchen zu dessen 90. Geburtstag. 

Auf dem Hauptplatz in Peiting

Überraschung zum 90. Geburtstag: Ständchen aus 26 Alphörnern

26 Alphornbläser haben dem Peitinger Franz Wilde einen musikalischen Gruß zum 90. Geburtstag gespielt. Vor 35 Jahren hat der Jubilar diese Alphornbläsergruppe gegründet.

Peiting – Irgendetwas liegt an diesem Samstagnachmittag in Peiting in der Luft: Männer in unterschiedlichen Trachten trudeln auf der Wiese am Hauptplatz ein, die Frauen ebenfalls im Festtagsgewand. Auffallend dabei ist, dass jeder ein undefinierbares großes Gepäckstück aus Segeltuch mit sich führt.

Das erste Rätsel ist schnell gelöst: Aus den Transportbehältern werden verschieden lange Holzrohre herausgezogen, die sich nach dem Zusammenstecken als Alphörner entpuppen. Die Lösung des zweiten Rätsels dauert etwas länger.

Peitinger Franz Wilde hat Alphornbläsergruppe vor 35 jahren gegründet

Martin Schreier, einer der Musiker, gibt Auskunft. „Wir alle gehören der Alphornbläser Euregio-Gruppe ,Via Salina’ an, die heute ein ganz besonderes Jubiläum hat“, erklärt er. Besser gesagt ein Jubiläum im Doppelpack: Der Peitinger Franz Wilde hat vor genau 35 Jahren diese Bläsergruppe gegründet. Und genau dieser Franz Wilde, der auch vor 50 Jahren den Schongauer Bergsteigerchor gegründet hat, feiert jetzt seinen 90. Geburtstag. Ganz klar, dass dies gebührend gefeiert werden muss.

Die Überraschung ist geglückt: Jubilar Franz Wilde (re.) freut sich sichtlich über den musikalischen Geburtstagsgruß von Dirigent Paul Knoll (Mitte) und Organisator Paul Hartmann.

Lange wurde die Aktion für diesen Auftritt in Peiting zum Geburtstag vor Wilde geheim gehalten. Es sollte die große Überraschung sein. Aber wie es eben so unter Männern ist: Ein verbaler Ausrutscher hat Wilde von der Aktion Wind bekommen lassen. Vielleicht auch ganz gut, denn so konnte der Jubilar das Seine für den Auftritt dazutun.

Alphornbläser spielen Geburtstagsständchen auf dem Hauptplatz in Peiting

Und dann ist es so weit: Die Musiker stehen im großen Halbrund auf der Hauptplatz-Wiese. 20 Männer und sechs Frauen holen tief Luft und pressen ihre Lippen auf das Mundstück ihres Instruments. Dirigent Paul Knoll hebt die Arme und gibt das Zeichen zum Einsatz. „Alphorn-Ruf“, das erste Stück, das dieser „Alphorn-Zapfenstreich“ erklingt. Es folgen „Allgäuer Hirtaruef“ und „Ruf der Freundschaft“. Alles Stücke, die der Dirigent extra für den Jubilar ausgewählt hat. Verständlich, da Franz Wilde alle diese Stücke für die Alphornbläser neu geschrieben hat.

Zwischen den Stücken erzählt Organisator Paul Hartmann kleine Anekdoten oder Besonderheiten der vergangenen Jahre: „Franz war a Kerle, der guat zu uns reingepasst hat“, erwähnt er lobend. Und setzt schmunzelnd nach: „War net immer ganz einfach.“

Dirigent Knoll übergibt das Kommando an Wilde. „Am Fellhorn“ und der „Euregio Ruf“ werden jetzt von ihm dirigiert. Klar und eindrucksvoll in seinen Hand- und Armbewegungen. Man erkennt, dass er mit Leib und Seele bei der Sache ist.

Alphornbläser spielen in Peiting Zugabe

Einen überraschenden Schachzug hat sich Paul Hartmann aber noch ausgedacht. An die Zuschauer und Gäste gerichtet, sagt er: „Wenn es Ihnen gefallen hat und Sie reichlich Beifall spenden, gibt es bestimmt noch eine Zugabe“, lockt Hartmann.

Beifall brandet auf. Jetzt zieht Jubilar Franz Wilde seinen Joker aus dem Ärmel: Er hat, eben durch den verbalen Ausrutscher animiert, sein eigenes Alphorn in der Nähe deponiert. In aller Seelen Ruhe steckt er die vier Teile zusammen, setzt das Mundstück auf und gliedert sich in die Formation der Alphornbläser ein. Mit dem „Berglerruf“ beendet er quasi die Serenade zu seinen Ehren, über die er sich „wahnsinnig gefreut hat“. „Wir sind wie eine große Familie“, so Wilde in Richtung der umstehenden Musiker. Aber er vergisst in diesem schönen Moment nicht, seiner Ehefrau Resi für all’ die gemeinsamen Jahre zu danken.

Hans-Helmut Herold

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