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War die Gülle eines Peitinger Landwirts tatsächlich die Ursache für das Fischsterben? Die Richterin konnte kein Urteil fällen. 

Angeklagter wehrt sich gegen Vorwürfe

Wegen Fischsterben: Peitinger Landwirt (48) vor Gericht

Peiting - Ein 48-jähriger Landwirt aus Peiting soll im Mai 2015 beim Ausfahren von Gülle auf seinem Grünland den Lexebach verunreinigt und ein dadurch Fischsterben verursacht haben. Vor dem Amtsgericht Weilheim wehrt er sich gegen die Vorwürfe.

Laut Anklage floss die Gülle in den Bach, der wiederum ein nahegelegenes Fischzuchtbecken speist. Rund 70 Forellen verstarben in dem angeblich verunreinigten Wasser. Auch hatte ein Hobbyfischer 60 Aale, laut eigenen Angaben, zur Geschmacksverbesserung in einer Reuse in den Bachzulauf gehängt. Auch diese Tiere waren tot. Ein Schaden von rund 800 Euro soll dabei entstanden sein, da die Aale weiterverkauft werden sollten.

Dokumentiert hatte der Hobbyfischer das Ganze nicht. Er gab an, dass beim Entdecken der toten Aale die Chipkarte seines Fotoapparates defekt gewesen sei. Am nächsten Tag konnte er die toten Tiere, die er neben dem Bach deponiert hatte, auch nicht mehr ablichten, da anscheinend ein Fuchs alle 60 Aale gefressen hatte.

Landwirt wurde bereits 2009 bestraft

Der Landwirt bestritt, die Gülle unachtsam und zu nahe am Bach ausgefahren zu haben. Sein zwischen Peiting und Schongau gelegenes Grundstück ist mit einer leichten Hanglage schwierig zu bewirtschaften. Einmal schon machte er beim Düngen einen Fehler. Im März 2009 war das. Eine leichte Schneedecke lag auf dem Grünland, und der 48-Jährige übersah, dass der Boden über Nacht gefroren war. Die Gülle konnte nicht in die Erde dringen und lief in den Bach. „Aber dafür ist er ja schon bestraft worden“, gab seine Verteidigerin an.

Seitdem ist der Landwirt laut eigener Aussage vorsichtiger geworden. Im Mai letzten Jahres hatte es in der Nacht, bevor die Gülle ausgefahren wurde, heftig geregnet. War der Boden vielleicht zu nass, als der Landwirt am nächsten Tag düngte? „Ich mache mir doch mein eigenes Feld kaputt, wenn ich nach heftigem Regen mit dem Bulldog über das Feld fahren würde“, sagte er vor Gericht.

Ungemähter Streifen als Sicherheitsabstand

Abgesehen von dieser möglichen Verschmutzungstheorie behauptete der Mann, dass er seit dem früheren Vorfall einen ungemähten Schutzstreifen zum Bach einhalten würde, was anhand eines Fotos bewiesen werden konnte. Mit seinem Bulldog fährt er also gar nicht nah genug an den Bach, so dass auch die Gülle nicht hineinfließen kann.

Ein benachbarter Landwirt hat einen Karpfenteich, der auch von diesem Bach gespeist wird. Seine Fische kamen nicht zu Schaden. Für die zwei Zeugen vom Fischzuchtverein war das jedoch nicht relevant. „Karpfen halten schmutziges Wasser aus. Forellen und Aale brauchen frisches, sauerstoffreiches Wasser“, sagten beide übereinstimmend.

Richterin: "Der Fall ist nach allen Seiten offen"

Für Richterin Katrin Krempl blieben für eine Urteilsverkündung noch zu viele Fragen offen. Könnten eventuell andere Landwirte der umliegenden Felder mit dem Ausfahren der Gülle für die Gewässerverunreinigung verantwortlich sein? War möglicherweise auch Kunstdünger im Spiel? Der Fischzuchtverein machte damals weder Boden- noch Wasserproben. Es wurde keine verstorbene Forelle zur Untersuchung eingeschickt. „Der Fall ist nach allen Seiten offen“, sagte sie.

Zum nächsten Verhandlungstermin sind weitere Zeugen geladen. Zu klären sein soll vor allen Dingen die Topographie des Geländes und in dem Zusammenhang, inwieweit noch Drainagen von anderen Feldern möglicherweise in Betracht kommen können.

Regina Wahl-Geiger

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