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Jugend-Kammerchor Oberammergau unter der Leitung von Markus Zwink (li) 4 Die Schwestern Gilgenreiner, ehemals „Flöten-Engel-Mädla“.

benefizkonzert in rottenbuch

90 Musikanten spielten für den Wiederaufbau

Rottenbuch - Nach dem Großbrand auf dem Hof der Familie Krecu gab es im Fohlenhofsaal in Rottenbuch ein Konzert für die gute Sache.

Wenn das Schicksal hart zugeschlagen hat, ist es gut, Freunde zu haben. Unter dem Motto „Musiker helfen Musikern“ fand im Fohlenhof ein Benefizkonzert zugunsten der Familie Krecu statt, deren Haus im vergangenen Jahr abgebrannt war. „Was bleibt, ist was man gelernt hat und was man im Herzen hat“, meinte Resi Krecu, als sie sich abschließend für die Unterstützung bedankte.

Eva Maurer und Karl Höldrich zeichneten verantwortlich für das Benefizkonzert mit 90 Mitwirkenden, aus dessen Erlös neue Musikinstrumente angeschafft werden sollen. Auf dem sogenannten Engelhof, dem Wohnsitz der Familie Krecu waren schon immer begeisterte Musiker zu Hause, wie Schauspielerin und Kabarettistin Margret Gilgenreiner, die im elf-Personen-Haushalt auf dem Hof aufgewachsen ist, zu erzählen wusste. Gefragt, was für ein Instrument man gerne lernen wollte, wurden die Kinder laut Gilgenreiner allerdings nicht. „Da wurde geschaut, was gebraucht wurde und nicht zu teuer war“, so Gilgenreiner.

Die Geschwister Maximilian, Amelie, Teresa und Karoline Krecu (von links) brillierten mit „Unser Bua, der Hansl.

Begründet hatte die Musiker-Tradition ihr Großvater, der während der Inflation eine Zither als Wertanlage erstand. Darauf musste Gilgenreiners Mutter spielen lernen. Die wiederum hielt ihre Kinder zum musizieren an. Und dass auch die Enkel höchst musikalisch sind, bewiesen sie mit einem mitreißenden Auftritt beim Konzert.

Ende November 2015 brannte es auf dem denkmalgeschützten, 1371 erbauten Engelhof in Rudersau. Den Flammen fielen neben Teilen des Hauses auch zahlreiche Noten und Instrumente zum Opfer. Unter anderem ein Cello, das komplett verkohlt, aber am Gehäuse unversehrt geborgen wurde. Die Reparatur mit Kosten in Höhe von 2500 Euro wurde inzwischen von einem Mittenwalder Gegenbauer umsonst durchgeführt. Auch die Blockflöten konnten von Instrumentenbauer Hubert Schmid gereinigt und wieder benutzbar gemacht werden. Letzterer wirkte auch beim Konzert mit und brillierte mit dem Rondo aus dem Oboenkonzert von Joseph Haydn auf seiner Oboe, begleitet von Berthold Reitinger am Klavier.

Zusammen mit Musikschulleiter „Charly Höldrich“ wurde es dann noch einmal richtig schwungvoll. Genauso wie mit dem Jugend-Kammerchor aus Oberammergau unter der Leitung von Markus Zwink, der den Willy Astor-Titel „Uno duo tre“ und den Song „Pennies from Heaven“ auf erfrischende Weise interpretierte und begeisterten Applaus einheimste.

Den ersten Teil des Programms hatten der Stadtchor Schongau sowie das Stadtorchester Schongau in Zusammenarbeit mit dem Kirchenchor Rottenbuch unter der Leitung von Kristina Kuzminskaite bestritten und Beachtliches von Telemann, Ola Gjielo und Johann Sebastian Bach sowie eine Eigenkomposition von Kuzminskaite zu Gehör gebracht. Ein Höhepunkt waren die „Siciliana“ von Bach und „Berceuse“ von Gabriel Fauré, die von Angela Holzschuh an der Harfe und Bernhard Winzer an der Querflöte präsentiert wurden.

Schauspielerin und Kabarettistin Margret Gilgenreiner führte durchs Programm.

Als Flötenquartett „Engel-Mädla“ hatten die Schwestern Gilgenreiner schon lange keinen Auftritt mehr. Fürs Benefizkonzert wurde noch einmal gemeinsam geübt und „Das ist die Liebe der Matrosen“ einstudiert. Ein Ableger des Gilgenreiner-Clans sind Fabian und Uli Eglhofer von der Dreieck Musi, die als Zweieck-Musi mit Tuba und der Diatonischen Schwung in die Veranstaltung brachten. Ebenfalls einen beachtlichen Auftritt legten Maximilian, Amelie, Karoline und Teresa Krecu mit einer traditionell-poppigen Version von „Unser Bua , der Hansl“ aufs Parkett.

Den krönenden Abschluss der Veranstaltung bildeten Das Salonensemble der Musikschule und das Schongauer Cello-Ensemble, die das Publikum im gut gefüllten Saal zu Begeisterungsstürmen hinrissen. Mit einem gemeinsamen Lied „Der Mond ist aufgegangen“ fand der bunt gemischte Konzertabend ein stimmungsvolles Ende. Und ein weiteres Konzert, nämlich die zweite Engelhof-Serenade im Sommer, ist auch schon in Planung. Sofern die Bauarbeiten es zulassen.

Ursula Fröhlich

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