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Ließen die Hüften kreisen. Von links: Sugar (Jonas Imminger), Starina (Maximilian Geiger), Serena (Wilfired Zaremba) und Carmen (Valentin Jann) haben das Publikum mit einem Tanz amüsiert.

„Ein Käfig voller Narren“ in Herzogsägmühle

Silberner Stringtanga und viele Klischees

Herzogsägmühle - Eine umjubelte Premiere feierte der Theaterverein Treibhaus mit dem Stück „Ein Käfig voller Narren“ im Rainer-Endisch-Saal in Herzogsägmühle.

Vor den zwei öffentlichen Aufführungen hatte man engagierte Betriebe aus der Region eingeladen. Über 100 Betriebe ermöglichen Menschen aus Herzogsägmühle Praktika, die durch Herzogsägmühler Fachkräfte über das Kooperationsmodell „Arbeit-Zentral“ professionell geplant und begleitet werden.

Mit der Einladung zum Theater-Dinner bedankte sich Direktor Wilfried Knorr und betonte, dass an den Fachkräften aus Herzogsägmühle durchaus Interesse besteht. So hatten im letzten Jahr elf Ausbildungsabsolventen ein Jobangebot erhalten und angenommen. Neun davon durch Praktika.

Inhalt des Stücks

Das Spiel mit dem Rollentausch ist immer für Lacher gut. Dazu hatte der Theaterverein eine Klamotte aus den 1970er Jahren „Ein Käfig voller Narren“ ausgegraben. Der Inhalt des Stücks ist schnell erzählt. Armand Goldman und sein Freund Albert führen eine den Umständen entsprechende, ganz normale Beziehung und betreiben einen Nachtclub. Ihre Welt wird allerdings gewaltig auf den Kopf gestellt, als Armands Sohn Val eine Tochter aus gutem Hause heiraten will. Natürlich wollen der erzkonservative Senator Keeley und seine Frau die Familie ihres künftigen Schwiegersohns kennenlernen. Und natürlich soll er nichts von dem unkonventionellen Leben, das Armand und Albert führen erfahren. Ein Verwirrspiel beginnt. Dummerweise haben sich wegen eines Polit-Skandals auch schon einige Klatsch-Reporter an des Senators Versen geheftet. Um ihnen zu entkommen schlüpft er schließlich selbst in eine Frauenrolle.

Die nicht ganz perfekte Familie: (v.l.) Lousie Keeley (Eleyne Wenninger), Senator Keeley ( Michael Boos), Tochter Barbara (Eva Kriwan), Val Goldman (Alexander Nierer) mit seinen „Eltern“ Albert (Maximilian Geiger) und Armand (Martin Kriwan).

Der Theaterverein Treibhaus setzte das Thema mit schrillen Kostümen, viel nackter Haut, stimmiger Besetzung und ohne Angst vor unvorteilhaften Verkleidungen um. Dabei wurde tief in die Klischee-Kiste gegriffen. Manchmal genügt es eben schon, einen Mann im silbern glitzernden String-Tanga über die Bühne stolzieren zu lassen, damit das Publikum in lautes Lachen ausbricht. Dominik Nierer, der auch Regie führte, gelang das mehrfach in der Rolle des Dienstboten „Agador“. Dieser hatte die tragende, komische Rolle des Stücks und wurde von Nierer temperamentvoll und mit spanischem Akzent gelebt. Ebenfalls hervorragend besetzt waren die Rollen des sensiblen Albert, der von Maximilian Geiger hervorragend verkörpert wurde und seines Lebensgefährten Armand, mitreißend gespielt von Martin Kriwan. Letzterer hatte eine live gesungene, kleine Szene mit Carolin Nuscheler, die die Rolle der leiblichen Mutter von Armands Sohn Val (eindringlich: Alexander Nierer) übernommen hatte.

210 Plätze schnell ausverkauft

In weiteren Rollen waren Michael Boos als Senator Keeley, Eleyne Wenninger als seine Frau Louise, Eva Kriwan als ihre Tochter Barbara, Sebastian Atzler als Chauffeur, Jakob Geiger, Anna Kriwan und Valerie Kienle in Nebenrollen zu sehen.

Ebenfalls für die komische Komponente sorgte das Trio Infernale Wilfried Zaremba, Valentin Jann und Jonas Imminger als Drag-Tanzgruppe. Zur Unterhaltung auf der Bühne wurde ein Drei-Gänge-Menü vom Wirtshaus Herzog-Team gereicht. Kein Wunder, dass die regulären Vorstellungen mit 210 Plätzen in Windeseile ausverkauft waren.

Ursula Fröhlich

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