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Dieser Gemüseladen an der Müllerstraße in Peiting wird nicht in eine barrierefreie Wohnung umgewidmet.

Gemeinderat Peiting

Kein barrierefreies Wohnen im Peitinger Gemüseladen

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Peiting - Das Peitinger Geschäftsleben soll blühen. Vor allem im Zentrum. Darum sorgte nun auch ein kleiner Antrag im Bauausschuss für Stirnrunzeln. Soll ein Laden zu einer Wohnung werden? Die Entscheidung der Räte war eindeutig, wenn auch nicht einstimmig.

Eine Abfuhr holten sich Gerhard und Edeltraud Schnackenberg im Peitinger Bauausschuss ab. Sie hatten beantragt, den bestehenden Laden an der Müllerstraße 4 im Erdgeschoss in eine barrierefreie Wohnung umzuwidmen. „Ich bin zu 70 Prozent körperbehindert und wollte nun die Option offenhalten, dass wir dort einmal einziehen können“, so Gerhard Schnackenberg. Momentan wohnt das Ehepaar noch in einem Bergwerkshaus. „Und das soll auch noch lang so bleiben“, betont der Peitinger. Auch der Gemüseladen muss nicht aus den Räumlichkeiten ausziehen. Doch sollte Schnackenberg einmal auf einen Rollstuhl angewiesen sein, kommt er in seiner alten Bleibe nicht mehr zurecht. Das Haus in der Müllerstraße gehört den Schnackenbergs, und es ist ebenerdig. Würde also perfekt passen.

Kritisch sah die Situation der CSU-Fraktionschef Peter Ostenrieder: „Jedes Geschäft, das wir in Wohnraum umwandeln, wird nie wieder eins.“ „Tolle Läden können wir nur kriegen, wenn wir auch den Platz dafür haben.“ Vor allem im Ortskern rate er davon ab, Läden zu streichen. „Wir wollen doch eine Belebung und nicht das Gegenteil“, so der CSU-Mann weiter.

In diesem Gebiet hat der Markt Peiting vor kurzem den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan mit Veränderungssperre beschlossen. Wie berichtet, soll die Gemeinde dadurch Planungssicherheit haben. Es wird versucht, den Drogeriemarkt Rossmann zu gewinnen. Der soll auf dem ehemaligen Barnsteiner-Grundstück, das momentan als Parkplatz genutzt wird, eine Filiale aufmachen. Auch an ein Parkdeck wird in diesem Zusammenhang gedacht.

„Man könnte die beantragte Nutzungsänderung mit in den Bebauungsplan aufnehmen“, erklärte Manuela Niklas, die in Vertretung von Marktbaumeister Jochen Rohrmoser durch die Tagesordnung führte.

Doch die Mitglieder des Bauausschusses wollten es anders. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Herbert Salzmann pflichtete seinem CSU-Kollegen bei: „Ich stimme meinem Vorredner voll zu. Wir dürfen unser Zentrum nicht kaputt machen.“ Er sei dafür, den Antrag abzulehnen.

Die Mehrheit des Bauausschusses teilte diese Meinung. Der Antrag wurde mit zwei Gegenstimmen abgelehnt. Wie die Schnackenbergs nun weiter vorgehen, wissen sie noch nicht. „Aber abspeisen lassen wir uns nicht. Vielleicht hat auch das Landratsamt etwas mitzureden. Schließlich geht es hier um eine Behinderung“, betont der Antragsteller.

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