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Mensch ärgere dich (nicht): (v.l.) Frank, Barbara und Steffen Hey sind im Brettspiel gute Verlierer. Über den Rauswurf aus ihrer Wohnung ärgern sie sich aber.

Mietvertrag in Peiting beendet

Juze zieht ein – Familie Hey muss raus

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Peiting - Das neue Jahr hat für die Familie Hey aus Peiting gar nicht gut angefangen. Mit einem Schreiben hat die Gemeinde den Heys die Wohnung gekündigt. Nach 25 Jahren. Grund: In das Gebäude soll das Jugendzentrum Go in einziehen.

Die Kündigung des Mietvertrages durch die Gemeinde ist rechtmäßig. Keine Frage. Für die Familie Hey ist es trotzdem der Horror. Um es mit Barbara Heys Worten zu sagen: „Ein nicht enden wollender Albtraum.“

Vor gut einer Woche öffnet die 55-Jährige einen Brief. Was sie darin lesen muss, macht sie sprachlos. „Wir müssen zum 31. Januar 2017 raus“, klagt sie. Über die Gründe lässt die Verwaltung sie nicht im Unklaren. Im gemeindlichen Anwesen soll künftig das Jugendzentrum untergebracht werden. Das befindet sich momentan noch in einem vom Markt Peiting angemieteten Haus in der Lorystraße 1. Wie berichtet, sind die Räumlichkeiten in einem schlechten baulichen Zustand. Hier noch Geld hineinzustecken – zumal das Gebäude der Gemeinde nicht gehört – ist sinnlos. „Da investieren wir lieber in unser Eigentum“, so Hauptamtsleiter Kort. Wieviel genau gemacht werden muss, kann er jetzt noch nicht sagen. Das wird erst klar, wenn wirklich alle Parteien ausgezogen sind. Denn neben den Heys, die im Erdgeschoss sogar ein schmuckes Gärtchen haben, wohnen noch zwei Familien in der Bahnhofstraße 18. Unter anderem eine alleinerziehende Frau mit drei Kindern.

Der Wohnungsmarkt ist leergefegt 

Was aus Sicht der Verwaltung ganz logisch klingt, ist für Barbara Hey eine Schreckensbotschaft. „Die Jugendarbeit ist natürlich wichtig. Ich hab’ ja selbst Kinder. Dennoch: Wir zahlen für knapp 98 Quadratmeter nur 591 Euro warm im Monat.“ Zwar sind ihre Kinder erwachsen und arbeiten, Yogalehrer Roland (31), Steffen (28) und Frank (27) wohnen aber noch zuhause. „Wir haben alle Kredite am laufen. Mein Mann Erhard Thieme ist 60 Jahre und geht in drei Jahren in den Ruhestand. Außerdem hat er gesundheitliche Probleme“, so Hey. Eine neue Bleibe zu ergattern, erscheint der 55-Jährigen unmachbar. „Der Wohnungsmarkt ist leergefegt. Und zu diesem Preis werden wir sowieso nichts finden.“

Was die Peitingerin nicht nachvollziehen kann: „Was wollen die ausgerechnet mit diesem Haus?“ Laut Hey wurde es 1928 erbaut, was Stefan Kort bestätigen kann. Genannt wird es das „ehemalige Lehrerhaus“. Denn vor vielen Jahren waren dort die Peitinger Schulpädagogen untergebracht. Vor 25 Jahren zogen dann die Heys ein. Bürgermeister war seinerzeit Klement Sesar. „Wir waren überglücklich und haben uns nie etwas zu schulden kommen lassen. Die Miete haben wir auch stets pünktlich gezahlt“, betont die 55-Jährige.

Marktgemeinde hat keine Immobilie für die Heys

Der Schock ist dafür jetzt umso größer. „Uns wurde nicht mal eine Ersatzbleibe angeboten. Die Gemeinde hat doch eine soziale Verantwortung“, so Hey fassungslos. Das hat sie auch in einem Brief an den Markt Peiting formuliert. Hauptamtsleiter Kort sieht sich hier machtlos: „Wenn das so einfach wäre, würden wir es tun. Aber uns gehören leider auch nicht so viele Immobilien.“ Und die Peitinger hätten ja jetzt noch eine Menge Zeit, eine neue Bleibe zu finden. „Natürlich ist das nicht schön, wenn man nach so langer Zeit ausziehen muss. Dennoch haben die Mieter halt auch nicht den Anspruch, bis zum Sankt Nimmerleinstag dort wohnen zu können“, so Kort. Man wolle die Familien bei der Suche nicht ganz allein lassen. „Falls bekannt wird, dass ein Objekt frei wird, informieren sie.“ Je nach Wohnzeit richtet sich auch die Kündigungsfrist. Die erste Partei muss bereits im August ausziehen.

Über Wohnungs-Tipps freut sich die Familie Hey unter Telefon 08861/66850.

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