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Diskussion im Marktgemeinderat Peiting

Kein WLAN-Hotspot am Peitinger Rathausplatz

Peiting - Vieles läuft heutzutage nur noch über das Internet. Aber: Braucht auch die Gemeinde Peiting am Rathaus einen „Hotspot“ – also einen kostenfreien und unkontrollierten Internet-Zugang für alle, wie ihn zum Beispiel die Stadt Schongau auf dem Marienplatz hat?

Ein kostenfreier Internet-Zugang im Bereich des Peitinger Rathauses. Ein sogenannter „Hotspot“ für alle. Wäre das nicht schön für Peiting? Schön fortschrittlich – hat zumindest die Fraktion B90/Die Grünen im Marktgemeinderat gedacht und einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat gestellt. Ohne Erfolg. Denn wer in Peitings Ortskern online gehen möchte, der hat dazu diverse andere, wenn auch weniger bekannte Möglichkeiten.

In größeren Städten gehört der „Hotspot“ längst zum Programm, ist sozusagen Standard. Auch der Nachbarort Schongau hat längst aufgerüstet – mit drei Antennen, eine davon im Bürgermeisterbüro. „In mein Büro kommt mir keine Antenne“, stellte Peitings Bürgermeister Michael Asam in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates klar. Schließlich hat man in Peiting eine „Antenne“ dafür, was nach Ärger riecht.

Und das tut so ein „Hotspot“ offenbar in der ländlichen Region. Peter Gast (SPD) will mitbekommen haben, wer bzw. was nachts in Schongau im Altstadtzentrum unterwegs ist. „Keine Frau will sich da mehr alleine bewegen“, sagte Gast. Um den Schongauer „Hotspot“ scharen sich angeblich bizarre Gruppierungen. „Wer sich da bis in der früh rumtreibt, das ist sensationell“, so Gast. Und das nicht in positivem Sinne.

Den Blick nach Schongau richtete auch Gemeinderat Norbert Merk: „Wenn wir neue Hotspots der besonderen Art schaffen möchten, dann richten wir so einen Hotspot ein.“ Und auch Bürgermeister Michael Asam fürchtet, der Peitinger Rathausplatz könnte zum nächtlichen Internet-Treffpunkt verkommen.

An der Stelle hakte auch gleich Peter Ostenrieder (CSU-Fraktionsvorsitzender) ein. Ein Hotspot am Rathaus sei unnötig. „Allerdings sollten wir einen an der Asylbewerber-Unterkunft an der Seestraße entstehen lassen.“ Das Landratsamt lehnt bislang die Einrichtung solcher Internet-Zugänge für Flüchtlingsbehausungen ab. „Und für viele ist das die einzige Verbindung in die Heimat.“

Im Vorfeld der Sitzung fundiert recherchiert hatte Bernhard Huber: Die Damen der Tourist Information, so hat er erfahren, verzeichneten durchaus immer öfter die Nachfrage nach einem freien Internet-Zugang von Peiting-Besuchern. Allerdings: Sowohl das Café Central als auch der Gasthof Dragoner bieten WLAN auf Anfrage an.

Touristisch, so Huber, sei der Hotspot trotzdem durchaus interessant. Bei all den damit verbundenen Gefahren und möglichen neuen Treffpunkten für diverse schwierige Gruppierungen mitten im Ort, „würde ich dann allerdings lieber darauf verzichten“. Da half es auch nicht, dass der Fraktionsvorsitzende von B90/Grüne, Thomas Elste, so einiges ins Feld führte, um seinen Hotspot-Antrag zu untermauern. In jeder Stadt sei ein WLAN-Hotspot selbstverständlich. In Sachen Sicherheitsaspekt bei Jugendlichen – Alex Zila (SPD) hatte da seine Bedenken geäußert – betonte Elste: „Wenn es keinen WLan-Hotspot gibt, nutzt doch heute eh jeder eine Flatrate.“ Der Unterschied sei lediglich die Sendeleistung.

Sendeleistung hin oder her: Die Antennen von 20 anderen Gemeinderatskollegen waren an diesem Abend nicht auf Empfang gestellt. Über das Internet und die Tourist Info soll auf bestehende Hotspots verwiesen werden. Elste und die Grünen: Damit nicht auf einer Wellenlänge mit CSU, SPD und Bürgervereinigung.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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