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Postbote Hans Zwick hat für jeden Kunden ein Lachen mit im Gepäck – bei hundert Paketen pro Tag, die jetzt vor Weihnachten noch neben der regulären Post ausgeliefert werden, ein mehr als toller Kunden-Service.

Ein Postbote versinkt im Packerl-Berg

Wenn das Christkind zweimal klingelt

Peiting - Fahrrad, Kaufladen und Schaukelpferd: Postbote Hans Zwick spielt in der Zeit vor Weihnachten Christkind. Eine vorweihnachtliche Geschichte über einen Mann, der zwischen Zalando, Amazon & Co. die Kontrolle über einen Packerl-Berg und vor allem sein Lachen nicht verloren hat.

Für das Kind ein Gummibärchen, für den Hund ein Leckerli: Wo Postbote Hans Zwick (56) in Peiting auftaucht, freut sich die ganze Familie. Vor Weihnachten, da mutiert der Hans auch noch zu einer Art Nikolaus und Christkind: Für das Wohl seiner Kunden ist ihm kein Weg zu weit, kein Arbeitstag zu lang. Manchmal ist es längst dunkel, wenn es an der Tür klingelt und der Hans mit einem Paket davor steht. Das letzte hat er am Heiligabend im vergangenen Jahr um 18 Uhr ausgeliefert. „Bei der Frau war ich zum zweiten Mal, weil die vormittags nicht da war.“ Und da ist er nochmal hingefahren. Kurz vor der Bescherung. „Die Frau war ganz glücklich, weil da war’s Christkindle drin.“ Das sind die Momente, von denen Hans Zwick bei all dem vorweihnachtlichen Stress zehrt. Die Leute warten auf ihn. Und er macht mit den Packerln glücklich.

Online-Handel hat richtig zugelegt

Ziemlich glücklich. Denn das Geschäft mit den Paketen boomt. Immerhin 100 Pakete liefert Postbote Zwick derzeit durchschnittlich pro Tag in seinem Bezirk aus. Bei 700 Haushalten macht das ein Paket jeden Tag in jeden siebten Haushalt. Eine Folge des Online-Handels, der laut Hans Zwick vor allem in den vergangenen fünf Jahren richtig zugelegt hat.

Schon im Oktober macht sich das bemerkbar. Auch wenn im goldenen Herbst noch keiner so richtig an Weihnachten denken mag: Die Versandhändler erinnern gerne daran, dass es nur noch wenige Wochen bis zum Fest sind. Leuchtende Kinderaugen und glänzender High-Tech für die Eltern in Katalogen sollen zum Bestellen verlocken. „Die Kataloge gehen raus, das sind die ersten Vorboten“, sagt Hans Zwick.

November und Dezember geht es rund

Im November und Dezember geht es dann rund im Paket-Geschäft. Noch vor wenigen Jahren hat jeder Postbote in seinem Bezirk durchschnittlich 30 Pakete ausgeliefert. „Da lach’ ich heute in den Wald“, sagt Hans Zwick. Zwischen 80 und 100 Pakete bringt er jeden Tag an die Haustüren in Peiting.

Postauto in der Zentrale „nachladen“: So etwas gab es früher nicht. Jetzt gehört es dazu. Dreimal pro Woche passiert es derzeit, dass Hans Zwick noch einmal ins Depot nach Schongau fahren und wieder Kiste um Kiste stapeln muss. Sperriges unten, Schweres auch. Es darf nichts kaputtgehen.

Wäre bei einer Mülltonne auch tatsächlich schwierig. Mülltonne? Ja, richtig gehört. Ein Exemplar dieser Gattung hat Hans Zwick schon ausgeliefert. In einem Paket. Das gibt’s doch nicht, sagen sie? „Es gibt alles“, sagt der Postbote. Zumindest verpackt in Karton. Bis 31,5 Kilo, früher waren es 20. Aber die Zeiten ändern sich. Der Postbote von heute darf gerne seine Muskeln beim Ausliefern spielen lassen.

Der Postbote muss ziemlich stark sein

Autoteile, ganze Fahrräder. Tatsächlich ist das Spektrum der Waren, die im gelben Postauto ausgeliefert werden, groß. Und bisweilen auch schwer. Elf Pakete beladen mit Holzbriketts: Auch das musste Postbote Hans Zwick schon wuchten.

Wie schafft er es, bei all dem vorweihnachtlichen Stress bis zum Heiligabend, wenn andere schon ein „O du Fröhliche“ anstimmen, aus dem Postauto heraus noch gute Laune zu verbreiten? „Die Kinder sind lieb, ich habe nur Super-Leute auf meiner Tour“, schwärmt Hans Zwick. Die netten Menschen, die er täglich auf seiner Tour trifft, die auf „ihren Hans“ warten, Kinder, die ihm zuwinken: Das macht den Beruf des Postboten für Zwick auch in diesen Tagen zu einem tollen Job.

„Allen lieben und netten Menschen, Alt und Jung, wünsche ich eine frohe Weihnacht“, will er auf diesem Weg mitteilen. Ein bisschen klingt er dabei, wie ein lieber Nikolaus mit Gummibärchen im Gepäck, über dessen Besuch sich die Kinder nicht nur in der Weihnachtszeit gerne freuen.

bas

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