Wildsteig hat seinen (Bier-)Frieden wieder

Wildsteig - Der Wildsteiger Bier-Streit ist beigelegt. Der Gemeinderat fand in nicht-öffentlicher Sitzung eine Lösung für den Gerstensaft in der Gemeindehalle.

Das Ansinnen hatte für heftigen Wirbel gesorgt: In der Dezember-Sitzung beantragte Schützenmeister und zweiter Bürgermeister Martin Klein eine neue Regelung für den auslaufenden Biervertrag der Gemeindehalle, in der auch Schützen und Alpenverein ihr Domizil haben (wir berichteten). Viele Schützen seien mit der bisherigen Brauerei nicht zufrieden, argumentierte Klein. Eine Aussage, die Alpenvereinschef und Gemeinderat Toni Bußjäger unterstützte. Das Ansinnen lehnte Bürgermeister Josef Taffertshofer allerdings rundweg ab: Er verwies auf die wirtschaftlichen Vorteile für die Kommune in der Zusammenarbeit mit der Ettaler Klosterbrauerei und warf im gleichen Atemzug den beiden Räten mangelnde Loyalität gegenüber der Gemeinde vor.

In der jüngsten Sitzung verständigten sich die Gemeinderäte hinter verschlossener Tür auf einen Kompromiss. Inhalt: Die Gemeinde versucht laut Taffertshofer, erstmal ihre Hallengastronomie zu verpachten. Gelingt dies nicht, wird weiter Ettaler in der Halle ausgeschenkt. Allerdings dürfen die Vereine dann ihr gewünschtes Bier selbst über die Gemeinde bestellen. Taffertshofer: „Sie bekommen dann das, was sie wollen.“

Aber das Bier könnte teurer werden, weil eventuelle Mehrkosten für andere Getränkemarken auf die Vereine umgelegt würden. Denn der Bürgermeister hatte immer die finanziellen Vorteile für die Gemeinde ins Feld geführt: Das Biergeschäft mit der bisherigen Brauerei lohne sich wegen der günstigen Konditionen mit bis zu 1400 Euro jährlich zugunsten von Wildsteig, betonte er. Nun hat die Verwaltung selbst vier Konkurrenzangebote anderer Brauereien eingeholt. Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend: „Die Preise konnten nicht erreicht werden“, so Taffertshofer.

Der nun erzielte Kompromiss wurde übrigens laut Bürgermeister vom Gemeinderat einstimmig abgenickt. Eine Diskussion habe es nicht gegeben. „Wir sind zufrieden“, erklärte Antragsteller Martin Klein.

Andreas Baar

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