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Auf Altlasten untersucht wurde das Gebiet rund um das Peitinger Feuerwehrhaus. Erhöhte Werte, die nun eine Detailuntersuchung nach sich ziehen, wurden an den in roter Farbe markierten Zahlen gemessen. An Stelle der Ziffern eins und zwei wurden die Gase Methan, Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid als kritisch eingestuft. An Stelle von Ziffer drei wurden erhöhte Werte der Stoffe Molybdän, Bor und Kohlenwasserstoff im Grundwasser entdeckt.

Peitinger Altlasten

Giftige Gase am Kindergarten?

Peiting - Erhöhte Werte in Boden und Grundwasser: Die Ergebnisse einer Altlastenuntersuchung rund um das Peitinger Feuerwehrhaus verheißen nichts Gutes. Wie schädlich die gemessenen Gase für Mensch, Pflanze und Tier wirklich sind, soll nun eine genauere Untersuchung ans Tageslicht bringen.

Als Peitings Marktbauamtsleiter Jochen Rohrmoser die Grafik aus dem 100 Seiten starken Altlasten-Gutachten aufklappt, glaubt man einen Schlachtplan vor sich liegen zu haben. Überall auf dieser Luftaufnahme sind gelbe, rote und grüne Punkte eingezeichnet – sehen aus wie Einschlaglöcher, was sie im Grunde auch darstellen. Die 25 Markierungen kennzeichnen Messstellen einer Altlastenuntersuchung, die im Oktober 2014 (wir berichteten) vom Weilheimer Wasserwirtschaftsamt im Zuge der bayernweiten Verdachtsflächenuntersuchung vorgenommen wurde.

Einschlagort waren sämtliche Grundstücksflächen rund um Peitings Altenheim, Seniorenheim, Kindergarten, Feuerwehrfußballplatz, Feuerwehrhaus sowie weiter südlich entlang der Untereggstraße. Eben dort, wo bis 1975 eine Hausmülldeponie war, in die von Altöl über Waschmittel bis hin zu verrosteten Fahrrädern wirklich alles entsorgt wurde.

Inzwischen tummeln sich auf diesem Areal jede Menge Menschen aller Altersklassen – Kindergartenkinder, Nachwuchsfußballer, Bauhofmitarbeiter und Senioren. Und ausgerechnet zwischen Seniorenheim und Kindergarten, auf dem Bauhof sowie an einer Grundwasserstelle zwischen Altenheim und Untereggstraße (siehe Bild) wurden erhöhte Werte der Gase Methan, Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid – alles im Boden – sowie Molybdän, Bor und Kohlenwasserstoff – alles im Grundwasser – gemessen.

Müssen sich die Peitinger jetzt um ihre Gesundheit sorgen? „Ein gesundheitliches Problem für die Allgemeinheit sehe ich keines“, sagt Dr. Karl Breu, Leiter des Gesundheitsamts Weilheim-Schongau. Aber es sei wichtig, gerade die Fläche am Kindergarten genauer zu untersuchen. „Um Gewissheit zu haben.“ Grundsätzlich seien die Gase – bis auf Methan – nur in geschlossenen Räumen problematisch, können dann Auslöser für Hornhautschäden, diverse Schleimhautreizungen, Schwindel und Kopfschmerzen sein. „Im Freien bereiten sie aber definitiv keine Probleme.“ Allerdings können Methan und Kohlendioxid ab einer bestimmten Konzentration explodieren. Das würde vor allem eine Gefahr für die Bauarbeiter bedeuten, die dort ja eigentlich die Parkplätze für die geplanten Fußballplätze bauen sollen.

Und die Werte im Grundwasser? Auch die seien laut Breu nicht besorgniserregenden. „Hier geht es mehr um den Schutz der Umwelt, das Leitungswasser kann der Peitinger weiterhin ohne Sorge trinken.“

Ein exaktes Fazit ist allerdings erst nach der Detailuntersuchung möglich. Wie die im Speziellen aussehen wird und wer sie wann durchführt, steht noch nicht fest. Aus einer Liste der in Frage kommenden Gutachter hat die Peitinger Marktgemeinde bereits zwei in die engere Auswahl genommen. „Die aus näherer Region“, so Rohrmoser. Allerdings sind die beiden – wie alle anderen Altlasten-Gutachter auch – schwer beschäftigt. Rohrmoser rechnet „mit bestimmt drei Jahren“, bis diese Altlastenschoße – Detailuntersuchung, Erstellung des Gutachtens sowie etwaiger Sanierungsmaßnahmen – komplett abgeschlossen sein wird.

Wichtiger Hinweis

Der Bericht über die Auswirkung der geplanten Detailuntersuchung auf den Bau der Fußballplätze in der angrenzenden Kiesgrube folgt.

Johannes Schelle

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