+
Von Orange auf Rot: Der eigentliche Bebauungsplan für die neuen Fußballplätze liegt innerhalb des orange markierten Bereichs. Da die dort vorgesehen Parkplätze (blau mit Ziffer 1) auf der Altlasten-Verdachtsfläche liegen, versucht Rohrmoser den Bebauungsplan zu splitten, indem er die Parkplätze um Ziffer 1 übergangsmäßig auf die rot markierte Fläche um Ziffer 2 verlegt – wo eigentlich ein Bikepark entstehen soll. Ziel der Splittung ist, dass der Fußballplatzbau parallel zur Altlasten-Schoße von statten gehen kann. Die Plätze selbst werden im größeren roten Bereich gebaut.

Peitinger Altlasten rund um das Feuerwehrhaus

Plan B für Fußballplätze

Peiting - Die Trainingsplätze der Peitinger Fußballer sind prall gefüllt, die Sehnsucht nach dem geplanten neuen Kunstrasen ist riesengroß. Doch die jüngsten Altlasten-Untersuchungen verzögern die Fertigstellung um Jahre. Nun schmiedet die Marktgemeinde einen Plan B.

Mit den Plätzen am Feuerwehrhaus, Bachfeld, der Schloßberghalle sowie einem Bolzplatz neben dem Birkenriedstadion gibt’s in Peiting jede Menge Trainingsmöglichkeiten für die Fußballer. Allerdings sind alle vier Rasenplätze wegen der extrem hohen Mannschaftsdichte nahezu jeden Werktag zwischen 17 und 20.30 Uhr restlos ausgebucht. Derzeit kämpfen für die FA Peiting stolze 19 Teams mit insgesamt 294 Spielern bzw. Spielerinnen um Punkte.

Da kann es schon Mal zu Überschneidungen kommen. Zum Beispiel teilen sich die B-Juniorinnen jeden Montag und Mittwoch eine halbe Stunde lang den Feuerwehr-Fußballplatz mit den B-Junioren. Ein für Enzmann noch zu verkraftendes Manko. Viel problematischer für ihn ist, dass die Plätze wahnsinnigen Belastungen ausgesetzt sind. „Gerade im Herbst, wenn es regelmäßig regnet, werden sie richtig umgeackert.“ Dann folgt der frostige Winter, sodass sich die löchrigen Plätze bis zum Frühjahr kaum erholen – das beim Fußball ohnehin sehr hohe Verletzungsrisiko steigt zusätzlich, das Üben eines sauberen Flachpassspiels ist unmöglich.

Allein wegen dieser starken Rasenbelastung ist in Enzmanns Augen der in Peitings Gemeindekiesgrube geplante Kunstrasenplatz „brutal notwendig“. Nachdem „uns die Gemeinde jahrelang hingehalten hat, bin ich jetzt guter Dinge, dass es auch klappen wird“. Wäre da nicht dieses „unglückliche“ Ergebnis der Altlastenuntersuchung (wir berichteten).

Da an drei von 25 Messstellen auf dem Gelände rund um Bauhof, Altenheim, Seniorenheim, Feuerwehrhaus und Feuerwehrfußballplatz stark belastetes Material entdeckt wurde, werden im Laufe der kommenden Wochen und Monate – so genau weiß dass laut Marktbauamtsleiter Jochen Rohrmoser noch niemand, weil die dafür in Frage kommenden Gutachter sehr schwer beschäftigt sind – weitere Untersuchungen durchgeführt. Erst nach deren Auswertung kommt auf, wann bzw. ob überhaupt das Projekt Fußballplätze nach ursprünglichem Plan fortgesetzt werden kann.

Bis die Altlasten-Sache auf dem Gelände der ehemaligen Hausmülldeponie komplett abgeschlossen ist, rechnet Rohrmoser inzwischen mit „bestimmt drei Jahren“. Und so lange darf auch kein Fußballplatz gebaut werden, „weil die Infrastruktur im Geltungsbereich des Bebauungsplanes liegt“. Doch Rohrmoser kämpft nun um eine Alternative. „Ich werde versuchen, den Bebauungsplan in zwei Teile zu splitten, indem wir die Infrastruktur übergangsmäßig an einer anderen Stelle bauen.“ Nämlich östlich der geplanten Fußballplätze, wo eigentlich ein Bike-Park entstehen soll.

Angeblich habe Rohrmoser für diesen Plan-B vom Landratsamt Weilheim-Schongau bereits eine mündlich Zusage. „Jetzt kommt es im Grunde auf das Immissions-Gutachten an.“ Sollte Lärmbelastung und Co. für die Bewohner an der Untereggstraße im Rahmen sein, „können wir im Frühjahr 2016 mit dem Bau der Fußballplätze fortsetzen“.

Dass 2016 auch schon darauf gespielt wird, halten sowohl Enzmann als auch Rohrmoser für „eher unrealistisch“. Aber immerhin würde man mit Rohrmosers Plan B die voraussichtliche Wartezeit von diesen geschätzten drei auf immerhin zwei Jahren reduzieren können. 

Johannes Schelle

Auch interessant

Kommentare