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Urkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft (von links): Michael Lautenbacher (Kreissparkasse Schongau), Michael Jodl, Hans Fleischmann, Jürgen Krätzig, Ariane Fliegauf, Manfred Grundner, Elisabeth Sesar (Vertretung für Klement Sesar), Peter Siebel, Franz Gruber, Werner Schmitt, Hans Schütz, Herbert Salzmann, Helmut Vollmann (Historischer Verein), Andrea Asanger, Bürgermeister Michael Asam (Gemeinde Peiting), Jacob Leicher, Hannelore Lutzenberger und Hans Piehler. Vorne Mitglieder des Vereins „Populares Vindelicenses“ in römischer Tracht Robert, Wolfgang und Claudia Maurus (v.l.).

25 Jahre Villa Rustica

Großartiges Zeugnis römischer Lebensart

Viele lobende Worte, einen Überblick über die Grabungsgeschichte der Villa Rustica, Musik und lateinische Verse sowie römische Schmankerl gab es zum 25. Jubiläum des Fördervereins Villa Rustica im Sparkassensaal.

Peiting Die Leidenschaft für die römische Vorgeschichte Peitings verbindet die Mitglieder des Fördervereins Villa Rustica seit 25 Jahren. Eine Leidenschaft, die sie dazu treibt, mit viel Engagement selbst Hand anzulegen, Fördermittel und Spenden aufzutreiben und ihre Erkenntnisse an Besuchergruppen weiterzugeben.

Begonnen hatte alles am 20. Februar 1992, als Altbürgermeister Klement Sesar den Verein zum Schutz gegen weitere Zerstörungen des 1837 erstmalig erwähnten römischen Bodendenkmals Villa Rustica gründete. 1956 hatte eine erste Notgrabung unter der Leitung des Schongauers Wilfried Tietze den Grundriss eines großen römischen Wohngebäudes mit Badehaus zu Tage gebracht. Allerdings wurden in den 1980er Jahren eine Gasleitung und die B17 durch das Areal gelegt, was einen Teil der Anlage zerstörte. Der Verein erreichte mit viel Muskelschmalz und Findungsgabe die Freilegung des verbliebenen Badehauses, das inzwischen von einem verglasten Schutzhaus umgeben und durch einen römischen Kräutergarten sowie zahlreiche Informationen ergänzt eine „Glanzleistung und Attraktion für den Ort“ darstellt, wie Bürgermeister Michael Asam anerkennend feststellte.

„Wenn Leute etwas haben, wofür sie brennen, dann bewegen sie Welten“, meinte auch zweiter Landrat Karl-Heinz Grehl beeindruckt angesichts des kleinen Freilicht-Museums als Zeugnis römischer Lebensart. „Das Spannende ist, dass es jetzt schon über 25 Jahre klappt, dass der Verein nach der Anfangs-Euphorie das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt hat“, meinte Walter Irlinger, Abteilungsleiter beim Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege. Mutig fand er es auch, dass der Verein den Schutzhausbau umgesetzt hat und es jetzt schafft, dass Besucher und Schulklassen das Angebot von Führungen wahrnehmen. „Ich hoffe, dass dieses Beispiel ehrenamtlichen Engagements Nachahmer in ganz Bayern findet“, so Irlinger, der betonte, dass so etwas gerne mit amtlichen Fördergeldern unterstützt werde.

Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer, der den Vereinsvorsitzenden Jacob Leicher als „Schlachtross und zugleich Ritter der Heimatgeschichte“ bezeichnete, würdigte ebenfalls die Leistung des Vereins. Mit „Herz und Hand sei hier Geschichte zum anfassen“ geschaffen worden. Für die Zukunft hat er schon neue Betätigungsfelder auf dem Schloßberg ausgemacht. Untersuchungen haben ergeben, dass dort ein Römischer Tempelberg gelegen haben könnte.

Vereinsmitglied Karl Wilhelm eröffnete mit Versen von Marcus Valerius Martialis, die er frei und mit einer Portion Humor ins Bayerische übertragen hatte, einen Einblick in römische Lebenswelten, die sich von unserer heutigen nicht sehr unterschieden. Vereinsmitglied Hans Piehler, der mit seinen Peitinger Holzbläsern die Veranstaltung musikalisch umrahmte, hatte dem rührigen Vorstand Jacob Leicher sogar eine Komposition „Am Jackl Seiner“ gewidmet. Zum Abschluss konnten sich alle noch an lukullischen Genüssen der Römer, wie Gewürzwein und Fleischpflanzerl mit Pinienkernen laben, die Joe Sellmaier nach Original-Rezepten zubereitet hatte.

Ursula Fröhlich

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