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Im Peitinger Gemeinderat: Viele Emotionen um das Mittelzentrum

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Peiting - Eine gemeinsame Wirtschaftsförderung zwischen Schongau, Peiting und Altenstadt. Was sich zunächst gut anhört, brachte die Emotionen im Peitinger Gemeinderat zum Kochen.

Schongau, Peiting und Altenstadt - was seit der Gebietsreform 1972 schon Mittelzentrum heißt, soll nun auch endlich eins werden. Eine Wirtschaftsmacht, gemeinsam stark, mit einer imposanten Außenwirkung. Das ist es, was den Bürgermeistern Michael Asam, Karl-Heinz Gerbl (Schongau) und Albert Hadersbeck (Altenstadt) vorschwebt. Dazu braucht es eine fachliche Begleitung, die jeweils ein kommunales Entwicklungskonzept analysiert. Geschätzte Gesamtkosten: 200 000 Euro. Die werden auf die Gemeinden verteilt. Das Zuckerl: Die Regierung stellt 80 Prozent Förderung in Aussicht. Bis auf Peiting hatten sich die anderen Gemeinden schon für das Dreiergespann ausgesprochen (wir berichteten), jetzt stand das Thema auch auf der Tagesordnung im Peitinger Gemeinderat - und sorgte für hitzige Diskussionen.

„Unser Wirtschaftsraum ist im Vergleich zu Weilheim und Penzberg total ins Hintertreffen geraten“, so Bürgemeister Michael Asam. Ein Zusammenschluss der Orte könnte das ändern. Besonders im Fremdenverkehr, Kultur und Gewerbe erhofft sich Asam eine Steigerung der Wirtschaftsmacht. Die Machtkämpfe zwischen den Orten müssten endlich beigelegt werden. Ein Beispiel: In Schongau West haben sich viele Geschäfte angesiedelt, „die wir für Peiting natürlich nicht mehr kriegen“. Hätte es die gemeinsame Wirtschaftsförderung schon gegeben, hätte diese Fehlplanung vermieden werden können. „Wir Bürgermeister haben uns ja auch verändert und wollen zusammenarbeiten“, so der Peitinger Rathauschef.

In einem ersten Schritt solle ein Gutachten erstellt werden. Kostenpunkt: 1500 Euro. „Geschenkt“, pries der Bürgermeister das Projekt an.

Jeder Cent sei einer zuviel, findet Peter Ostenrieder, CSU-Fraktionsvorsitzender. Sollten die Gemeinden zusammenarbeiten wollen, müsste dies auch ohne staatliche Förderung gehen. „Wir ärgern uns alle, dass die Regierung das Geld für unnötige Dinge aus dem Fenster schmeißt“, so Ostenrieder. Stattdessen sollten sich die Gemeinderäte einfach mal zusammensetzen und über die Möglichkeiten diskutieren. So sei das nämlich bis 1996 gelaufen. Einmal im Jahr hätten sich die Räte über wichtige Vorhaben ausgetauscht. Eine Zusammenarbeit, die es schon lange nicht mehr gebe. „Bevor wir da Geld in die Hand nehmen, schlage ich vor, dass die Kommunen erstmal wieder vom Herz her zusammenwachsen“, schloss der CSU-Fraktionsvorsitzende sein flammendes Plädoyer. Auch das Vorgehen Asams im speziellen Fall wurde von Seiten der CSU heftig kritisiert: „Wir hätten vorher darüber reden müssen und uns klar werden, ob wir so eine Zusammenarbeit wollen“, so Bernhard Huber (CSU). Und überhaupt: Wie sollen die grundverschiedenen Wirtschaftsstrukturen von Schongau, Peiting und Altenstadt aufeinander abgestimmt werden?

Mit diesen emotionalen Worten kamen die CSU‘ler beim Bürgermeister aber nicht weit: „Genau weil die Gefühle so hochkochen, brauchen wir einen Außenstehenden, der moderiert.“

Norbert Hauber: „Wenn wir uns hier schon nicht einig sind, brauchen wir vielleicht wirklich einen Moderator.“ Nicht, dass so eine Klausurtagung der Gemeinden des Mittelzentrums in einer (verbalen) Schlägerei endet. „Es wird Zeit, dass sich was tut“, sagte Adolf Kapfer (SPD). Das Mittelzentrum müsse einen neuen „Aufbruch wagen“, stimmte Magnus Schmid (SPD) zu.

Das passiert jetzt auch. Mit 15 zu sechs Stimmen beschloss der Gemeinderat, eine erste Erhebung zu den wirtschaftlichen Möglichkeiten durchführen zu lassen.

Sabine Krolitzki

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