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Peitinger Wellenfreibad: „Mir wurde der Eintritt verwehrt“

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Riesen Badespaß im Freibad: Den mussten eine Altenstädterin und ihre Tochter (6) überraschend abbrechen. foto:can
Riesen Badespaß im Freibad: Den mussten eine Altenstädterin und ihre Tochter (6) überraschend abbrechen. foto:can

Peiting - Eine Altenstadterin steht am Eingang des Wellenfreibads - der Verzweiflung nahe. Ihr wird der Eintritt verwehrt, obwohl sich ihr Kind und sämtliche Badesachen noch im Bad befinden.

Ein entspannter Tag im örtlichen Freibad sollte es werden. Und dann das. „Ich war doch nur eben kurz mein Auto umparken“, erklärt die 32-jährige. Schon den ganzen Nachmittag hatte sie mit ihrer sechsjährigen Tochter im Peitinger Freibad verbracht. Nur für ein paar Minuten hatte sie die Badeanstalt verlassen, ihre Tochter derweil bei einer befreundeten Familie zurückgelassen. Mit ihrer Tageskarte im Geldbeutel kam sie nach kurzer Zeit zurück, doch das interessierte die Dame an der Kasse herzlich wenig.

„Sowohl auf der Rückseite der Eintrittskarte, als auch auf mehreren Hinweisschildern am Ausgang wird darauf hingewiesen, dass die Tageskarte nur für einen Eintritt gültig ist“, erklärt Kassiererin Birgitt Spyrou-Krumbacher auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Die Altenstadterin hätte sich bei ihr abmelden müssen. „Ich hätte ihren Namen auf eine Liste geschrieben und die Sache wäre kein Problem gewesen. Es ist einfach nicht möglich, sich über tausend Gesichter am Tag zu merken“, rechtfertigt sie sich. „Es kann ja jeder behaupten, dass er heute schon einmal im Bad war und die Eintrittskarte selbst bezahlt hat.“

Ganz unberechtigt ist dieses Misstrauen wohl nicht, wie Peitings Badereferent Alfred Jocher bestätigt: „Wir wurden in der Beziehung schon oft betrogen. Seit Mitte Juli haben des öfteren Badegäste versucht, sich den Eintritt geschickt zu erschleichen. Da mussten wir einfach handeln.“ Badegäste hätten nach ihrem Besuch im Freibad ihre Tageskarte einfach auf dem Parkplatz an andere weitergegeben. „Und die sind dann ungeniert an der Kasse vorbei, zeigten die nicht bezahlte Eintrittskarte vor und gingen durchs Drehkreuz.“, schildert Jocher.

Auch die Kassiererin erinnert sich an einen Fall. „Da kam eine Frau, die am Vormittag von ihrem Mann begleitet wurde, am Nachmittag mit ihrer Schwester wieder. Mit den gleichen Eintrittskarten.“ Eine Unverschämtheit wie Spyrou-Krumbacher findet. „Die Leute sind so frech“, schimpft sie weiter. „Ich gebe zu, dass die Damen an der Kasse wohl ein wenig übersensibel reagiert haben“, gesteht Jocher ein. „Aber wir haben die Anweisung von der Gemeinde bekommen, hier strenger durchzugreifen und das machen wir auch“, bleibt Spyrou-Krumbacher standhaft. Außerdem hätten die Damen an der Kasse bisher jeden trotzdem wieder herein gelassen, wie auch im vorliegenden Fall. Zwar mit Diskussion, aber immerhin.

Herein gelassen wurde sie aber nur, um ihre Badesachen zu packen und ihre Tochter zu holen, erzählt die Altenstadterin. „Mir wurde nahegelegt, das Bad zu verlassen“, sagt sie. Mit Kopfschütteln habe sie das dann auch getan. Doch diese Behauptung bestreitet Spyrou-Krumbacher vehement. „Die Dame hätte natürlich bleiben können. Sie hätte nur den Eintritt bezahlen müssen“, erklärt die Kassiererin im Nachhinein.

Ins Grübeln komme Jocher aber vor allem deswegen, weil es sich hier um keine Einzelbeschwerde handelt. „Ich will vermeiden, dass so etwas noch öfter vorkommt“, verspricht der Badereferent und will nach einem Gespräch mit den Kassierern nach einer anderen Lösung suchen.

Carolin Nuscheler

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