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Verbindet und macht Spaß: Der Flüchtlingsworkshop mit den Künstlern Elica Tabakova (3.v.l) und Peter Mayr (4.v.l).

Workshop Heimat Exil im Atelier

Heimweh und Hoffnung in Kunst verpackt

Peiting - Bereits zum fünften Mal fand der Workshop Heimat Exil im Atelier Petrmayr statt. Das Modell hat Schule gemacht. Eine ähnliche Aktion soll in der Westtorhalle in Seehausen am Staffelsee starten.

„Über Polaritäten zur Sprache finden, durch Farbe Emotionen ausdrücken“, beschreibt der Peitinger Künstler Peter Mayr, der das Projekt zusammen mit der Münchner Kunsthistorikerin Linda Walter ins Leben gerufen hat, die Arbeit mit Flüchtlingen in seinem Atelier. Inzwischen hat sich ein Stamm von rund zehn Teilnehmern herauskristallisiert – oder wesentlich mehr. „Meist vergessen einige, sich anzumelden, und es stehen plötzlich doppelt so viele als erwartet in der Türe“, sagt Peter Mayr mit einem Grinsen im Gesicht.

Die Flüchtlinge, die großteils aus Syrien stammen und in Schongau, Peiting, Peißenberg und Steingaden untergebracht sind, nehmen den Weg gerne auf sich, um einmal im Monat sonntags ein paar Stunden im Atelier zu verbringen, künstlerisch zu arbeiten und andere zu treffen. Inzwischen ebenso zum festen Bestandteil gehört die Münchner Architektin und Künstlerin Elica Tabakova, die die Hobbykünstler zusammen mit Mayr anleitet.

Die Gruppe ist inzwischen zusammengewachsen, die multikulturelle Verständigung klappt immer besser. Sogar ein Geburtstag wurde schon im Atelier gemeinsam gefeiert. Hier wird gezeichnet, gemalt, gedruckt. Jeder fertigt das, wozu er Lust und Laune hat. Hier können Ängste, Trauer, Freude, Heimweh, Hoffnung und Sehnsüchte gestalterisch Ausdruck finden.

Neu dieses Mal sind Tontafeln, in die eine Art Keilschrift geritzt wird. Töpfer Georg Klein aus Riedhausen bei Murnau hat das Material dazu mitgebracht. Er will ein ähnliches Projekt in der Westtorhalle starten und holt sich in Peiting erste Eindrücke. Auch mit Märchen, die in jeder Kultur zu finden sind, wird experimentiert. Schön findet es Peter Mayr zu sehen, wie auch künstlerische Anfänger beachtliche Werke zustande bringen. „Manche von ihnen haben noch nie gezeichnet oder gemalt und zeigen hier trotzdem ein tolles Farb- und Raumgefühl“, erzählt er.

Ein großer Fundus von Arbeiten ist in den bislang fünf Workshops zusammengekommen. Sie sollen in einer Ausstellung gezeigt werden. Dafür werden aber noch Räume gesucht. Einstweilen finden regelmäßig Workshops statt. Finanziert wird das Projekt, bei dem für die Teilnehmer keine Kosten anfallen und auch für Material, Fahrt und Verpflegung gesorgt ist, aus Spenden. Linda Walter und Peter Mayr hoffen, auch noch einige heimische Unternehmen und Privatleute als Spender gewinnen zu können, da Materialien wie Leinwände oder Siebdruck-Farben teuer sind.

Wer noch etwas beisteuern möchte, kann sich bei Peter Mayr informieren, was gebraucht wird. „Man kann auch etwas bewegen, ohne sich an offizielle Stellen zu wenden“, meint Peter Mayr, der sich über Nachahmer in anderen Orten freuen würde. Ein Anfang mit Murnau ist gemacht.

Ursula Fröhlich

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