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Dem Wetter getrotzt haben die Wildsteiger bei ihrem Leonhardiritt. 

Leonhardiritt Wildsteig

96 Pferde und ihre Reiter trotzten dem Wetter

Wildsteig - 96 prächtig herausgeputzte Pferde, vier Festwagen, drei Landauer und die Musikkapelle bildeten beim Wildsteiger Leonhardiritt den Zug bis zur Schulwiese, wo Dekan Thomas Gröner Ross und Reiter segnete.

Dekan Thomas Gröner Ross und Reiter segnete. „Ich bin stolz darauf, dass dieser Traditionsritt über 90 Jahre seinen ursprünglichen Charakter beibehalten hat“, sagte Josef Taffertshofer. Für Wildsteigs Bürgermeister ist der Leonhardiritt ein Fest des Glaubens und der Volksfrömmigkeit, das über neun Jahrzehnte erhalten geblieben ist.

Für den Präsident des bayerischen Trachtenverbandes, Max Bertl, hat der Leonhardiritt einen festen Termin im Wildsteiger Brauchtumsjahr, „bei dem der Segen des Pfarrers im Vordergrund steht“. Dekan Thomas Gröner indes empfahl in seiner Predigt, man möge doch den Heiligen Leonhard zum Vorbild nehmen. Der Legende nach habe der Schutzpatron der Pferde und des Viehs allein durch sein Gebet die Gefangenen befreit. „Wenn er betete, sind alle Fesseln gefallen.“ Leonhard helfe auch den Menschen, alle Fesseln abzulegen und die Beziehung zu Gott wieder herzustellen.

Unten beim Mattheiser, hat Alfred Stadler zum 46. Male die Zugaufstellung organisiert. „Ich mach das gerne, weil i scho mit de Ross aufg’wachsen bin “, sagte der 76-jährige Vorstand des Wildsteiger Leonhardi-Vereins. Der eigentlich gar kein Verein ist, sondern ein lockerer Zusammenschluss von 16 Ross-Bauern.

Etliche hundert Zuschauer waren es, die den Zug mit den prächtigen geschmückten Oberländern, Haflingern, Norikern und Kaltblütern sowie die Landauer und Festwagen bestaunten. Vorneweg marschierte die Wildsteiger Musikkapelle mit Chef Thomas Fendt, gefolgt von den Vorreitern Franz Keller, Josef Jais und Georg Klein mit der Leonhardi-Standarte. In den Landauern von Christian Strauß, Leonhard Schilcher und Magnus Geier konnten es sich die Bürgermeister aus Wildsteig, Rottenbuch, Steingaden, Bad Bayersoien, Halblech und Saulgrub-Altenau bequem machen. Den Wagen mit dem Heiligen Leonhard hat die Landjugend geschmückt.

Den Gottesdienst auf der Schulwiese hat die Musikkapelle mit der Deutschen Messe von Franz Schubert musikalisch gestaltet. Nach dem Gottesdienst formierten sich Ross und Reiter für den Umritt vom oberen ins untere Dorf.

Walter Kindlmann

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