Im Lehrschwimmbecken werden die Startblöcke aus dem großen Schwimmerbecken gereinigt. Die Vorbereitungen auf den Start des Badebetriebes laufen weiter.
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Im Lehrschwimmbecken werden die Startblöcke aus dem großen Schwimmerbecken gereinigt. Die Vorbereitungen auf den Start des Badebetriebes laufen weiter.

Familienbad Schongau

Plantsch bereitet sich mit App auf Öffnung vor

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Wann darf das Plantsch öffnen, wann die Sauna? Im Familienbad bereitet man sich vorsichtig auf eine Öffnung zum 1. Mai vor. Eine App soll künftig das kontaktlose Einchecken erleichtern. Und die Rutsche wird im Sommer erneuert – bei Interesse kann man sich schon jetzt Teile der alten sichern.

  • Niemand weiß, wann geöffnet werden kann, aber im Schongauer Bad laufen alle Vorbereitungen
  • Deutlich einfacher würde die Kontaktverfolgung eine App machen, die aber von den Behörden noch nicht freigegeben ist
  • Im Sommer wird die Rutsche erneuert, die Teile der alten werden dann verschenkt

Schongau – „Zahlreiche Anfragen erreichen uns im Plantsch mit der Frage, wann denn wir bzw. überhaupt Bäder und Saunen wieder öffnen würden“, berichtet Andreas Kosian, Chef des Schongauer Kommunalunternehmens. Leider gebe es derzeit keinerlei Informationen, unter welche „Lockerungsstufe“ oder in welchen Zeithorizont Bäder und Saunen eingruppiert werden. „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir aber davon aus, dass die Freizeitindustrie zu den Letzten gehören wird, die wieder Gäste empfangen darf.“

Badbesucher werden auch weiter ihre Kontaktdaten angeben müssen

Aber Kosian ist sich sicher, dass Badbesucher auch weiterhin ihre Kontaktdaten angeben müssen. Darauf möchte man in Schongau bestens vorbereitet sein und geht neue Wege: weg von der Zettelwirtschaft, hin zum einfachen Einchecken via Handy, und zwar über die „Luca-App“. Kosian rührt schon jetzt kräftig die Werbetrommel für die digitale Kontaktnachverfolgung: „Es wäre schön, wenn möglichst viele Bürger die kostenfreie Luca-App auf ihren Mobilgeräten installieren“, so Kosian.

Die Luca-App erleichtert das Einchecken in das Bad enorm – auf Papierkram kann verzichtet werden

Das könnte nicht nur etwas für den Eintritt ins Plantsch bringen, sondern auch für Besuche von teilnehmenden Veranstaltern, Restaurants oder Theatern, weshalb auch Künstler und Musiker wie Smudo die neue App aktiv bewerben.

Der Haken: Ohne die Gesundheitsämter geht es nicht, sonst kann die App nicht genutzt werden. „Leider ist das Gesundheitsamt Weilheim-Schongau offenbar noch nicht dazu gekommen, sich ebenfalls zu registrieren, um diesen extrem schnellen, kostenfreien und datenschutzrechtlich einwandfreien Weg der Kontaktdatenerfassung auch zu unterstützen bzw. zu nutzen“, so Kosian. Das ist offenbar nur noch eine Frage der Zeit. „Wir warten auf die Freigabe vom Staatsministerium, die App ist in der Prüfung“, begründet dies Hans Rehbehn, Sprecher am Landratsamt. Wie immer geht es um den Datenschutz. Dass das O.K. kommt, kann er sich aber gut vorstellen. „Und die Registrierung wäre total einfach über einen QR-Code.“

Ein konkretes Datum für Öffnung gibt es noch nicht, aber Vorbereitung für 1. Mai läuft

Auch wenn es noch kein konkretes Datum für die Öffnung gibt: Das Plantsch-Team bereitet sich auf den 1. Mai vor, „diesen Termin kippen wir erst bei völliger Perspektivlosigkeit“, so Kosian gegenüber den Schongauer Nachrichten. Eine Öffnung unter extremen Einschränkungen sei aber finanziell keinesfalls realisierbar, schränkt er ein. In jedem Fall abgeschlossen sein sollen bis dahin sämtliche Modernisierungsmaßnahmen. Im Plantsch wird dann eine hocheffiziente Pumpentechnik mit 29 Prozent geringerem Strombedarf eingesetzt, neueste Mess- und Regeltechnik sowie in allen Wasserkreisläufen die modernste Filtrationstechnik mit Glasperlen statt Sand-Kohle-Filterbetten.

Nur die neue Rutsche ist bis Mai garantiert noch nicht fertig, die Vergabe erfolgt erst am kommenden Dienstag im Stadtrat, in der gleichen Sitzung wird auch der Haushalt 2021 verabschiedet. Aber alle Vorbereitungen für den Austausch werden getroffen. Der soll während der Sommersaison geschehen, „ohne dass der Badebetrieb nochmals ausgesetzt werden muss oder beeinträchtigt wird“, wie Kosian verspricht. Wer im übrigen Teile der Rutschenanlage braucht, kann sich schon jetzt beim Bad-Vorstand melden (E-Mail an info@plantsch.de). Es werden Interessenten für die insgesamt 86 Meter Elemente aus GFK gesucht, die Teile können nach der Demontage kostenlos abgeholt werden. „Daraus lassen sich mit etwas Eigenleistung schöne Rutschen für Kinder oder stabile Erdtunnelauskleidungen für Spielplätze gestalten“, so der Bad-Chef. Die ursprüngliche orangefarbene Rutsche aus dem Freibad etwa – der Vorgänger der breiten Wellenrutsche – landete in Rettenbach auf einem Spielplatz.

Austausch der Rutsche wird teurer als vor Jahren gedacht

Wie berichtet, wird der Austausch der Rutsche deutlich teurer – statt der vor Jahren geschätzten 500 000 Euro rein für die Röhre, werden nun auch wegen zusätzlicher Arbeiten voraussichtlich an die 900 000 Euro fällig. Dennoch hatte sich die Stadt im Herbst 2020 dafür entschieden, bei den Plänen zu bleiben, auch um die gesamte Förderung des Sanierungspakets mit Kosten von 1,35 Millionen Euro nicht zu gefährden. Alle anderen Arbeiten laufen planmäßig, „es gibt keine Überschreitungen“. Das Kommunalunternehmen Plantsch profitiert bei den Badewasserpumpen von dem Förderprogramm „Kommunalrichtlinie - Förderung von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld“. Auch die Umrüstung von Hallen- und Innenbeleuchtung auf LED-Technik war 2020 bereits über dieses Programm bezuschusst worden. Die Gebäudeautomation der Pumpen, der Ersatzneubau der Rutsche und Badewasserfilter wird wiederum gefördert vom Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Corona hat 2020 einiges durcheinandergewirbelt: Vor etwas mehr als einem Jahr hatte Andreas Kosian ausschließlich gute Nachrichten und gute Zahlen“ im Gepäck.

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