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„Politik muss Dienst am Volk sein“

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Feierten einen harmonischen Aschermittwoch (sitzend von links): Notker Wolf, Landrat Thomas Eichinger, Michael Kießling, Bürgermeister Quirin Krötz (Rott), Kreisrat Peter Ostenrieder (Peiting), Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler und Johannes Leis (CSU Reichling). © CSU

Pragmatische und menschenfreundliche Denkanstöße gab der der ehemalige Abtprimas Notker Wolf beim politischen Aschermittwoch der CSU in Reichling. So wertvoll die heimatliche Verwurzelung auch sei, dürfe sie nicht gegen das Interesse an der weiten Welt ausgespielt werden, forderte der Benediktinermönch.

Reichling – „Die Dinge ernst nehmen, aber nicht zu ernst, und den Humor bewahren“, so empfahl Notker Wolf mit den Fragen der Zeit umzugehen. Den Ottilianer Benediktinermönch und ehemaligen Abtprimas hatte der CSU-Ortsvorsitzende Johannes Leis zum 43. Politischen Aschermittwoch der CSU in Reichling eingeladen. Und das gerade, weil er kein politischer Redner im engeren Sinne ist, sondern – mit den Worten von Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler – „Rat geben kann für die Grundlagen menschlichen und politischen Handelns“.

Wenn dies die Erwartung der 130 Gäste in der Mehrzweckhalle war, so dürften sie nicht enttäuscht worden sein. Wolf erklärte das richtige Maß und „die menschliche Note“ für entscheidend, um Übertreibungen ins Ideologische zu vermeiden. Politik müsse Dienst am Volk sein, nicht dessen Bevormundung. Den Bürgern seien Freiheit und Eigenverantwortung zuzutrauen, den gesetzlichen Rahmen mit Anstand auszufüllen. Zugleich beurteilte Wolf den Trend zu mehr Volksentscheiden skeptisch.

Beim Thema Zuwanderung sei Schönfärberei ebenso verfehlt wie Frust. „Die zu uns kommen, sind nicht alles Heilige; wir sind es ja auch nicht.“ Überwiegend gelinge die Integration jedoch mit Hilfe von Arbeit, Ausbildung und in der Suche nach gegenseitigem Verständnis. „Abschottung ist nicht christlich.“ Der kulturel1le Austausch und der internationale Handel würden die Gesellschaft und das Leben des einzeln 3en wesentlich bereichern. So wertvoll die heimatliche Verwurzelung sei, dürfe sie doch nicht ausgespielt werden gegen das Interesse an der weiten Welt.

Auch mit Blick auf die gute wirtschaftliche Situation riet Wolf zu Dankbarkeit und Optimismus. Gleichwohl dürfe man sich nicht darauf ausruhen, sondern immer wieder die Herausforderungen annehmen.

Landrat Thomas Eichinger dankte Wolf für „die pragmatischen und menschenfreundlichen Denkanstöße“ und erklärte anknüpfend an dessen Vortrag: Das hohe Maß an Wohlstand und Lebensqualität im Landkreis gebe keinen Grund für Zukunftsangst, dürfe aber auch nicht für selbstverständlich gehalten werden. Bundestagskandidat Michael Kießling wandte sich gegen „Populisten von links und rechts, die das Rad zurückdrehen wollen“. Stattdessen müsse der wirtschaftspolitische Erfolgskurs der unionsgeführten Bundesregierung, der Deutschland und die EU aus der Krise geführt habe, fortgesetzt werden.

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