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Sammler Gerhart Schmidinger (links) aus Peiting ließ von Andreas Sixtl vom Auktionshaus Christoph Gärtner seine Flugzeug-Briefmarken begutachten. Hinten Franz Bleichner, Vorsitzender der Sammlerfreunde Peiting und Umgebung.

Tauschtag

Guter Preis für alte Postkarten

Peiting - Zum Tauschtag für Briefmarken, Münzen und Ansichtskarten hatten die Sammlerfreunde Peiting und Umgebung ins Foyer der Deckerhalle eingeladen. Erstmals mit dabei war ein Auktionshaus, das kostenlose Schätzungen vornahm.

Vorne herrschte ein reges Treiben an den Tischen, an denen rund zehn Anbieter ihre Briefmarken, Münzen oder Postkarten aufgebaut hatten. Im „Separee“ in der Halle wartete Philatelist Andreas Sixtl vom Stuttgarter Auktionshaus Christoph Gärtner auf Kunden. Hier wurden kostenlose Schätzungen von Sammlungen angeboten. Aber auch Ankauf oder die Einlieferung zur Auktion. Das heißt, es konnten gegen Einlieferschein Stücke zur Versteigerung mitgegeben werden.

Gerhart Schmidinger aus Peiting hat bereits als Jugendlicher mit Leidenschaft Briefmarken gesammelt, es aber danach erst einmal aufgegeben. Erst als ihm sein Vater in den 1980er Jahren seine Briefmarkensammlung vererbte, wurde er wieder zum aktiven Sammler. Mitgebracht hat er ein Album, in dem sich nur Briefmarken befinden, auf denen Flugzeuge abgebildet sind.

„Man muss das Briefmarkensammeln in erster Linie als Hobby sehen“, dämpft Andreas Sixtl gleich einmal hoch gegriffene Erwartungen. Den Wert einer solchen Sammlung bestimmt in erster Linie die Nachfrage. Egal, was für Richtwerte in Katalogen stehen oder auch schon einmal für ein ähnliches Stück geboten wurde. Und da die Briefmarken-Sammler immer weniger werden, nimmt auch die Nachfrage ab.

„Es ist ein Überangebot da, die Nachfrage ist dagegen rückläufig“, so Sixtl. Wer Werte sammeln will, sollte das moderne Material, das für Sammler produziert ist, meiden.

Der Wert von seltenen klassischen Marken bleibt stabil und ist eher am Steigen. Eine solche zu ergattern, ist aber eher schwierig. „Da müsste eine Sammlung schon 100 Jahre unberührt auf einem Dachboden gelegen haben“, lacht Sixtl.

Solche Überraschungen sind möglich aber eher unwahrscheinlich. Sammlern rät er, den Spaß am Hobby nicht zu verlieren, sondern Kiloware zu kaufen, sortieren, waschen und zu trocknen – die übliche Kleinarbeit des Sammlers eben. Und Spaß macht es allemal, die verschiedenen Motive zu bestaunen.

Das Angebot der kostenlosen Schätzung wurde erstmalig offeriert. Ob es wiederholt wird, kann Andreas Sixtl noch nicht sagen. Eine interessante Entdeckung hat er aber immerhin gemacht. Eine Sammlung von Postkarten aus dem Zweiten Weltkrieg, die gezeichnete Soldaten-Portraits zeigt. Die könnte bei einer Auktion durchaus einen guten Preis erzielen. Falls genügend Nachfrage da ist.

uf

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