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Das gemeindliche Zehent-Gebäude „Alte Schule“ in Prem soll nach dem Wunsch des Gemeinderates saniert werden und einen Anbau erhalten, um dort die Nahversorgung im Dorf zu sichern. 

Bürgerversammlung Prem

Bessere Nahversorgung im Zehent-Gebäude

Viele Neuigkeiten hat es bei der Bürgerversammlung in Prem gegeben: Gemeindeoberhaupt Herbert Sieber informierte die Anwesenden über das Vorhaben, die Nahversorgung in Prem langfristig und zukunftsorientiert sichern zu wollen.

Prem – „Manchmal wird aus einem Wunsch oder einer Vision ein Schmuckstück“, sagte Sieber und stellte die Idee vor, die bei den nichtöffentlichen Gemeinderatssitzungen bereits ein Jahr lang auf der Tagesordnung stand: So soll das gemeindliche Zehent-Gebäude „Alte Schule“ im Dorfinneren von Grund auf saniert werden und einen Anbau samt diverser Parkmöglichkeiten erhalten. Im bestehenden Gebäude könnten dann insgesamt drei Wohnungen im ersten und zweiten Stock Platz finden. Auch ein Archiv- und ein Gemeinschaftsraum sind vorgesehen.

Im Anbau soll die Grundversorgung (Obst, Gemüse, Grundnahrungsmittel, Zeitungen) gesichert werden. Sieber sieht darin auch Synergieeffekte für die ansässigen Geschäfte Bäckerei und Metzgerei. Bei der „Alten Schule“ angedacht sind auch eine Bushaltestelle, eine Ladestation für E-Autos, eine Postfiliale und eine Lotto-Annahmestelle.

Auch die Premer Bürger sollen sich nun mit in das Projekt einbringen, um die Idee gemeinsam weiterzudenken und zu entwickeln. Voraussetzung für die Umsetzung dieser Vision sind Zuschüsse durch die Förderung über Dorferneuerung im Auerbergland und die Städtebauförderung im Rahmen des Interkommunalen Entwicklungskonzepts der Gemeinden Prem, Steingaden, Böbing, Rottenbuch, Wildsteig, Burggen und Bernbeuren. Diese Förderungen müssen aber noch konkretisiert werden.

Finanziell steht die Gemeinde Prem gut da: Betrachtet man den Nettoschuldenstand, errechnet sich pro Kopf ein Guthaben von 975,35 Euro. Die Hauptausgaben liegen bei den Pflichtaufgaben der Gemeinde, beispielsweise der Friedhofsverwaltung, der Wasser- und Abwasserversorgung, der Feuerwehr und des Kindergartens. Auf die Sollseite gehören auch der Kauf eines Streugerätes und die Ufersanierung am Röthenbach.

„Wir müssen darauf achten, unsere Jugend und Betriebe mit günstigen Bauplätzen, guten Arbeitsstellen und schnellem Internet in den Dörfern zu halten“, sagte Sieber.

Udo Ernst, Vorsitzender des Verkehrsvereins, gab einen Überblick zu den Übernachtungszahlen im Dorf. Diese seien weiterhin konstant, obwohl die Anzahl der Ferienwohnungen rückläufig sei. „Der Gast will eine lebendige Gemeinde, beispielsweise Veranstaltungen der Vereine oder Radeln mit dem Bürgermeister und schätzt dies, indem er immer wieder kommt.“ So konnte im vergangenen Jahr eine Ehrung für den 55. Aufenthalt in Prem überreicht werden.

Zu Gast war bei der Bürgerversammlung Notar Gerald Ferstl aus Schongau, der die Anwesenden zum Thema „Vererben“ sensibilisierte und klar machte, dass man sich schon in jungen Jahren um die Regelung seines Nachlasses kümmern sollte. Bei Testament, Erbschaft, Pflichtteil und steuerlichen Freibeträgen gebe es viele Möglichkeiten, bei denen ein Notar informieren und weiterhelfen könne.

Zum Ende der Versammlung richtete Herbert Sieber seinen Dank an die vielen Ehrenamtlichen, darunter auch seinen Gemeinderat. Er appellierte an die Bürger, Kritik gegenüber diesen Ehrenamtlichen ehrlich, begründet und im richtigen Ton zu äußern, denn manchmal habe es den Anschein, dass jeder nur seine Interessen verfolge. Außerdem gab er bekannt, aus Altersgründen bei der nächsten Wahl nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Gwendolin Sieber

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