+
Wie gewonnen so zerronnen, und dann doch nicht: (v. l.) Uli Heißerer, Josef Wörle, Lisa Ahne, Karin Hiltensberger, Nadine Sieber, Mathias Spindler;und (nicht auf dem Bild: Benni Bair, Max Groß, Stefan Hipp, Matthias Sieber und Anna Schmölz) haben den von ihnen gestohlenen Maibaum wieder zurückgeholt.

Kurioses aus Prem

Gestohlenen Maibaum wieder zurückgeholt

In Prem wechselte in diesen Tagen ein Maibaum so oft seine Besitzer wie andere Leute ihre  Unterwäsche. Den Dieben wurde der Stamm gleich wieder stibitzt.  Jetzt wird er schwer bewacht.

Prem – Der große Maibaum im Premer Ortskern wurde bereits im vergangenen Jahr erneuert, dort wird dieses Jahr nicht aufgestellt. Aber es gibt im Dorf noch einen weiteren Maibaum, der nach drei Jahren ausgewechselt werden soll: der Hausmaibaum der Familie Kleber in Unterried.

Alles begann vor drei Jahren beim 25. Geburtstag von Matthias Kleber. Bei einem Geburtstagsspiel bekamen die Gäste jeweils eine Monats-Aufgabe. „Ich musste einen Maibaum nach Unterried stellen und nahm den ausgemusterten Baum vom Kampfplatzverein Lechbruck“, erzählt Lisa Ahne. Frisch gestrichen zierte er jetzt drei Jahre den Garten der Familie Kleber und soll nun regelmäßig durch einen neuen Baum ersetzt werden. Heuer war es so weit. Lisa Ahne und Nadine Sieber halfen Matthias Kleber beim Streichen – weiß-blau, versteht sich.

Eine weitere Freundin, Karin Hiltensberger, kam dann auf die Idee, den Baum bei der Familie Kleber zu stehlen. Denn dem Baum fehlten bisher die traditionellen Schilder, was die Freunde als Überraschung ändern wollten. „Wir haben uns was Gutes dabei gedacht“, schmunzelt Nadine Sieber. Am vergangenen Mittwoch trafen sich die Freunde und warteten, bis es dunkel war. „Er war unbewacht und das Tor auf. Also haben wir den Baum genommen, aufgeladen und sind gefahren“, erzählen Lisa Ahne und Uli Heißerer. Dann wurde er im Heißerer-Sägewerk inmitten der anderen Bäume versteckt. „Weil mir denkt hand, des isch a gmahde Wiesn, do find n konr. Aber zmol war er Sonntag in der Früh nimma do“, war die Enttäuschung bei allen Beteiligten groß.

Abends beim Stammtisch fand Uli Heißerer heraus, dass der Baum nicht wie vermutet von der Familie Kleber zurückgeklaut, sondern von einer weiteren Gruppe Premer stibitzt worden war. Schnell machte er den Aufenthaltsort ausfindig und holte gemeinsam mit Mathias Spindler den Baum, der nur hinter dem Stadel des SV Prem vorläufig abgelegt worden war, zurück. So kamen sie der Truppe zuvor, denn am nächsten Tag sollte er woanders untergebracht werden. „Aber jetzt isch er bombensicher versteckt“, freut sich Karin Hiltensberger. „Mir hand d´Baum oifach wieder zruckgstohle“, sagt Uli Heißerer.

Am heutigen Mittwoch wird der Baum samt Schildern, die unter anderem die Berufe der Hausbewohner darstellen, zurückgebracht. „Als Auslöse fordern wir nichts, weil wir von der Familie Kleber sowieso am 1. Mai zum Aufstellen samt Verköstigung eingeladen worden wären. Es war eigentlich nur wegen dem Spaß, denn wir sind brave Klauer und wollten der Familie Kleber mit den Zeichen eine Freude machen“, so Lisa Ahne. Dass das dann so läuft, hätten die Freunde nicht gedacht.

Doch wenn der Baum heute zurückgebracht wird, heißt es „Maibaumwache“, denn der Baum wird nun, nicht nur von den Zwischenklauern, heiß begehrt sein. Das werden nun schlaflose Nächte werden bis zum kommenden Dienstag. Gwendolin Sieber

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Knapp 300 Einsatzkräfte in Rottenbuch: Kloster wurde zuvor für knapp 13 Millionen Euro saniert
Nach dem Feuer, das am Dienstagabend im Kloster Rottenbuch im Landkreis Weilheim-Schongau ausgebrochen war und den kompletten Dachstuhl zerstörte, läuft nun die Suche …
Knapp 300 Einsatzkräfte in Rottenbuch: Kloster wurde zuvor für knapp 13 Millionen Euro saniert
„Vom Bauchgefühl ist es ein Totalschaden“
Fassungslosigkeit und Entsetzen herrscht in Rottenbuch am Tag nach dem Brand des historischen Bräuhauses. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist noch nicht absehbar.
„Vom Bauchgefühl ist es ein Totalschaden“
Großbrand im Kloster Rottenbuch: Fotos am Tag danach zeigen das Ausmaß der Zerstörung
Der Dachstuhl des Klosters in Rottenbuch stand am Dienstagabend in Flammen. Der Brand im Landkreis Weilheim-Schongau löste einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Ermittler …
Großbrand im Kloster Rottenbuch: Fotos am Tag danach zeigen das Ausmaß der Zerstörung
Am Herd mit Andreas Krahl (Grüne):  Lederhosen-Offensive in der Strickfraktion
Beim Essen lernt man die Menschen kennen, heißt es. Was also liegt näher, als mit den zwölf Direktkandidaten für die Landtagswahl aus dem Stimmkreis 131, zu dem auch der …
Am Herd mit Andreas Krahl (Grüne):  Lederhosen-Offensive in der Strickfraktion

Kommentare