Ein Mobilfunksendemast
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Nicht jeder ist von der 5G-Technologie begeistert. (Symbolbild)

Gemeinderat

Mobilfunkmast in Prem erhitzt die Gemüter

Viel Redebedarf gab es in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Prem zum geplanten und bereits genehmigten Bau eines 20-Meter-Mobilfunkmastes. Bürgermeister Andreas Echtler kündigte eine Infoveranstaltung – mit dem Betreiber und zwei neutralen Gutachtern – an, um „Transparenz für die Öffentlichkeit zu schaffen“.

Prem – Nach der öffentlichen Sitzung baten einige Zuhörer ums Wort. „Als Betroffener höre ich die Diskussionen im Dorf, es wird kritisch beäugt und auch mich bewegt dieses Thema. Dem Gremium möchte ich keine Vorwürfe machen, sondern nur sachlich sensibilisieren, wie der Beschluss bei den Leuten angekommen ist“, sagte ein Anwesender. Sein Wunsch: Die Gemeinde solle sich noch einmal Gedanken machen, ob der Standort Richtung Sauwald wirklich das Gelbe vom Ei sei, da der 20 Meter hohe Mast von sehr vielen im Dorf gesehen werde und man nicht sagen könne, ob er schädlich sei oder nicht.

Vielleicht gebe es die Möglichkeit, den Mast ein Stück weiter weg, beispielsweise auf den Schuttplatz oder den Viehweidestadel, zu versetzen. Er begrüßte die Planung einer Infoveranstaltung, wisse aber auch, „dass das Ding schon durch ist“. Aber wenn man in die Zukunft blicke, und vielleicht bald schon 5G flächendeckend gefordert werde, sei dies schon eine andere Liga. Wenn es Einkünfte gebe, sollten diese der Allgemeinheit zufließen. Insgesamt gebe es laut dem Besucher zwei Richtungen im Dorf: „Die einen sagen, sie wollen den Masten überhaupt nicht, die anderen diskutieren eigentlich eher über den Standort.“

Bürgermeister Echtler betonte nochmals, dass die Installation des Masts gesetzlich verankert sei und die Gemeinde in Beratungsfunktion nur Vorschläge zum Standort machen könne. „Die Betreiber suchen sich aus, wo er aus ihrer Sicht hinkommen soll. Die Gemeinde hat kein Mitspracherecht“, sagte zweiter Bürgermeister Reinhold Reichart. Standorte außerhalb des Dorfes wurden vom Gremium favorisiert. „Keiner will den Mast im Dorf neben sich. Wir haben uns lange dagegen gewehrt und viel und sensibel darüber gesprochen. Dieser Standort wurde dann favorisiert und war für den Gemeinderat am sinnvollsten“, erklärte er den Gemeinderatsbeschluss.

Eine Besucherin wollte wissen, wer sich von den Gemeinderäten im Vorfeld über Fachfragen zum Thema Funk und Funkwellen informiert habe. „Inzwischen baut diese Deutsche Funk nur Masten, die 5G-Ready sind. Da werden keine LTE-Netzmasten mehr aufgestellt. Macht es dann Sinn da draußen, wenn die Frequenzen so hoch sind, dass die Reichweite weniger als hundert Meter ist und man im Ort immer wieder Verstärker bräuchte? Wer in Prem braucht denn das?“, wollte sie wissen.

„Wir dürfen uns nur äußern, verhindern können wir es nicht“, so antwortete Reichart. Echtler pflichtete seinem Stellvertreter bei: „Wenn wir den Mast jetzt nicht rausbekommen, so weiß ich von einem Bürgermeisterkollegen, dann gibt es im Ort viele, die einen auf ihr Haus bauen lassen. Wenn man Pech hat, stehen gleich zwei drauf.“ Gemeinderat Andreas Streif betonte zum Thema 5G: „Die lassen sich vertraglich keine Technik verbieten. Die Gemeinde hat kein Recht, den Mast abzulehnen, obwohl keiner von uns Feuer und Flamme ist.“  ass

Eine Infoveranstaltung

zum neuen Mobilfunkmasten findet am Montag, 28. September, um 20 Uhr im Gasthof Lechaue statt. Interessierte werden gebeten, sich vorher bei der Gemeinde Prem unter 08862/8350 oder gemeinde@prem.bayern.de anzumelden, da die Besucherzahl aufgrund Corona begrenzt ist. Fragen, die bei der Veranstaltung thematisiert werden sollen, sollten bitte im Vorfeld mit der Anmeldung übermittelt werden.

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