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Der Gemeinderat Prem erörtert im Beisein von Kämmerer Siegfried Bernert (rechts) den Vorbericht für den diesjährigen Haushaltsplan. 

Haushaltsplan für das Jahr 2019

Prem hat Schulden um 83,4 Prozent verringert

Der Haushaltsplan für das Jahr 2019 ist in der jüngsten Sitzung des Premer Gemeinderates verabschiedet worden. Die wichtigste Erkenntnis: Prem ist schuldenfrei.

Prem – Anhand des Vorberichts zum Haushaltsplan hat Prems Kämmerer Siegfried Bernert die Gesamtsituation des Haushalts in der jüngsten Gemeinderatssitzung umfassend dargelegt. Behandelt wurde die Entwicklung der Gebühreneinnahmen im Bereich der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung sowie die Steuereinnahmen, insbesondere die Einnahmen aus der Gewerbesteuer (400 000 Euro, Hebesatz 300 Prozentpunkt) und deren Auswirkungen auf die Kreisumlage (517 011 Euro) und die Schlüsselzuweisungen (113 168 Euro) in den Folgejahren.

Die Ausgaben für die Kreisumlage sind seit dem Jahr 2015 um rund 160 000 Euro angestiegen, erklärte Bernert den Gemeinderäten. Weitere große Einnahmequellen sind die Grundsteuern A und B (94 000 Euro), die Lohn- und Einkommensteuerbeteiligung (486 330 Euro) und die Umsatzbeteiligung (46 600 Euro).

Zu Buche schlägt hingegen die Gewerbesteuerumlage (85 000 Euro), die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft Steingaden (100 310 Euro) und die Schulverbandsumlage (127 925 Euro). Derzeit besuchen 32 Kinder die Grundschule Steingaden und 20 Schüler die dortige Mittelschule.

Haushaltsplan für Prem: Diese Investitionen sind vorgesehen

Der Premer Haushaltsplan für das Jahr 2019 sieht eine Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt in Höhe von 121 455 Euro vor. Folgende Investitionen wurden veranschlagt: die Straßenbaumaßnahmen (Durchfahrt Moosreiten und die Erneuerung verschiedener Straßen beziehungsweise Teilstrecken), die Abwasserbeseitigung (Erstellung eines Kanalkatasters), eine neue Brücke über den Röthenbach, der Breitbandausbau, der Kauf einer neuen Kegelbahn (Technik) und die Sanierung von Wanderwegen.

„Die Gemeinde Prem hat in den vergangenen zehn Jahren den Schuldenstand um rund 83,4 Prozent verringert. Stellt man den Schuldenstand von 349 789 Euro zum Stichtag 31. Dezember 2018 dem Stand der Rücklagen in Höhe von 1.6 Millionen Euro zum gleichen Zeitpunkt gegenüber, ist die Aussage, dass die Gemeinde Prem schuldenfrei ist, zutreffend“, sagte Bernert. Rathauschef Herbert Sieber bedankte sich bei Kämmerer Bernert für die umfassende Erstellung des Haushaltsplanes und die detaillierte Erörterung des Zahlenwerks.

Premer Gemeinderat bespricht Einrichtung eines Archivs für Heimatgeschichte

Außerdem besprochen wurde die Einrichtung eines Archivs für Heimatgeschichte in den Räumen des Rathauses. Dazu lag dem Premer Rat ein Antrag des Arbeitskreises „Geschichte und Geschichten“ vor. Aus Datenschutzgründen müssen laut Bürgermeister Herbert Sieber die heimatgeschichtlichen Unterlagen von der Registratur getrennt werden. 

Mit der Einrichtung eines Heimatgeschichtearchives nehme man die Verpflichtung gegenüber den Vorfahren und den kommenden Generationen wahr. Denn die Grundlage für Heimatgeschichte seien Originalbestände. „Jeder einzelne Gegenstand, jedes Blatt, jeder Brief, jedes alte Foto trägt eine Geschichte in sich und erzählt von Leben und Schicksal der Menschen, zum Beispiel von Vertriebenen. Alles sind Teile des kulturellen Gedächtnisses unserer Heimat und unseres Dorfes, die es zu bewahren, zu erforschen und zu pflegen gilt. Das ist unsere Aufgabe, ja unsere Verpflichtung“, so der Rathauschef.

Premer Heimatgeschichte könnte für Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden

Mit der Einrichtung des Archivs könne die Heimatgeschichte so auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Außerdem hätten so Vereine und Bürger die Möglichkeit, dort geschichtliche Unterlagen und Utensilien aufbewahren zu lassen. Schüler und Studenten könnten in dem Archivraum Informationen für schulische Arbeiten erhalten.

Nach kleineren Ausräum-, Umbau- und Malerarbeiten wird ein Zimmer im ersten Stock des Premer Rathausgebäudes laut Beschluss des Gemeinderates zum Archivraum ernannt.

VON GWENDOLIN SIEBER

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