Stellten den Premer Haushalt vor: Kämmerer Siegfried Bernert (li.) und Bürgermeister Andreas Echtler.
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Stellten den Premer Haushalt vor: Kämmerer Siegfried Bernert (li.) und Bürgermeister Andreas Echtler.

Gemeinderat stimmt dem Entwurf einstimmig zu - Feuerwehrfahrzeug und Baugebiet

Prem hat durch Kredit Luft im Haushalt

Im Premer Gemeinderat ist jetzt der Haushaltsplan 2021 vorgestellt worden. Das Gesamtvolumen beträgt 3,44 Millionen Euro. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen 1,86 Millionen Euro, auf den Vermögenshaushalt 1,57 Millionen Euro.

Prem – „Im Haushaltsjahr 2021 wird der Verwaltungshaushalt keine Zuführung an den Vermögenshaushalt erwirtschaften. Das voraussichtliche Defizit im Verwaltungshaushalt beträgt 51 675 Euro“, erklärte Siegfried Bernert, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Steingaden. Wie in den vergangenen Jahren, wurden auch heuer wieder die Einnahmesätze sehr vorsichtig kalkuliert und bei den Ausgabeansätzen entsprechende Sicherheiten eingeplant.

Die Gemeinde Prem sei seit ein paar Jahren schuldenfrei (Rücklagen zum 01.01.2021: 1,26 Euro), so Bernert, dennoch wurde als Puffer eine Kreditaufnahme von 1,3 Millionen Euro veranlasst.

Baugebiet, Bulldog und Grunderwerb

Gründe für diese Verschuldung sind die geplante Erschließung des Baugebietes „Mühlfeld II“, der Erwerb eines Traktors für den gemeindlichen Bauhof (320 000 Euro), sonstige Grunderwerbsvorhaben und der anstehende Breitbandausbau (615 000 Euro). Ein Großteil der geplanten Kreditaufnahme könne nach der Erschließung und dem Grundstücksverkauf im „Mühlfeld II“ gleich wieder zurückgezahlt werden.

Zu den großen Einnahmen des Verwaltungshaushalts zählen die Grundsteuern A und B (95 300 Euro, Hebesatz 320), die Gewerbesteuer (350 000 Euro, Vorjahr: rund 205 000 Euro, Hebesatz 300), Gebühren und Entgelte (228 100 Euro), der Einkommenssteueranteil (400 000 Euro) und die Schlüsselzuweisung (195 000 Euro).

Unmut über zu hohe Kreisumlage

Denen gegenüber stehen die erhöhten Personalkosten unter anderem für den neuen Bauhofmitarbeiter. Diese sind von 333 133 Euro aus dem Rechnungsjahr 2020 um gut 100 000 Euro auf 441 405 Euro gestiegen. Die Kreisumlage schlägt mit fast einer halben Million Euro (Vorjahr knapp 560 000 Euro) zu Buche. „Es ist immer noch zu hoch, was die Gemeinde an den Landkreis abführen muss“, so Kämmerer Bernert, „das tut ganz schön weh“.

„Wenn man sich überlegt, was man – gerade in einer Größenordnung wie Prem – damit anstellen könnte. Das wäre natürlich traumhaft, wenn das Geld zur Verfügung stehen würde“, so Bernert.

„Für so eine kleine Gemeinde so einen Haufen Geld“, bedauert auch zweiter Bürgermeister Reinhold Reichart den hohen Umlagesatz von 54 Prozent. Die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft beträgt derweil 123 500 Euro.

Neues Feuerwehrfahrzeug und Investition in Wasserversorgung

Bei den Investitionen des Vermögenshaushalts ist unter anderem die Ersatzbeschaffung eines gebrauchten Feuerwehrautos in Höhe von 35 000 Euro geplant. Für die Sanierung der Mittelschulturnhalle in Steingaden fallen 30 000 Euro an. Der Betrag richtet sich nach dem Anteil der Schülerzahlen.

Aufgrund größerer Defizite müssen die Wasser- und Abwassergebühren neu kalkuliert werden. Die Beiträge seien insgesamt zu niedrig gewesen, und auch die unvorhergesehenen Kosten im Trockensommer 2018 begründen laut Reichart und Bernert diese Änderung.

Gemeinderäte segnen Haushaltsentwurf einmütig ab

In Sachen Breitbandversorgung ist im ersten Verfahren schon einiges gemacht worden. Nun steht der zweite Schritt mit 615 000 Euro an, dessen Baukosten zu 90 Prozent staatlich gefördert werden. „Gerade in der momentanen Zeit mit Homeschooling und Homeoffice sind die Bürger auf eine zuverlässige Breitbandanbindung mit entsprechenden Geschwindigkeiten angewiesen“, so Bernert.

Derzeit beginne das Markterkundungsverfahren zusammen mit den Nachbarn Steingaden und Wildsteig. Im Ort sollen dann alle Haushalte, die eine schlechtere Anbindung als 100 M/bit haben, an das Glasfasernetz angeschlossen werden.

Zusammenfassend könne man sagen, dass der Vermögenshaushalt aktuell zwar keine Zuweisung erhält, doch durch die eingeplanten Sicherheiten werde es auch keine großen überplanmäßigen Ausgaben geben, beendeten Bernert und Bürgermeister Andreas Echtler ihren Blick auf das Zahlenwerk. In der Jahresrechnung könnte nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre aber vielleicht doch noch eine Zuführung zum Vermögenshaushalt möglich sein.

Dem Haushaltsplan, der Haushaltssatzung und dem Finanzplan bis 2024 stimmten die Räte einhellig zu.

Gwendolin Sieber

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