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SN-Karikaturist Hubert Pfeffer hat wieder genau hingesehen.

Corona-Krise

Premer Supermarkt-Verkäuferin appelliert: „Lasst Eure Sorgen und schlechte Laune nicht an uns aus!“

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Hamsterkäufe, ganze Familien beim Supermarktbesuch und Kunden, die sich über ihren fehlenden Lieblingsjoghurt beschweren: Für Beschäftigte im Lebensmittel-Handel wie Marina Niggl ist das trauriger Alltag in der Corona-Krise. Die Premerin richtet deshalb jetzt einen eindringlichen Appell an die Menschen.

Prem – Marina Niggl ist eine junge Frau, die ihren Job gern macht. Seit fünf Jahren arbeitet die 20-Jährige als Kauffrau im Einzelhandel für einen regionalen Supermarkt. Für die Kunden da sein, das ist für sie oberste Maxime. Doch seit die Corona-Krise ausgebrochen ist, herrscht auch in ihrem Laden Ausnahmezustand. Menschen stürmen landauf und landab die Supermärkte, als gäbe es kein Morgen. Niggl und ihre Kollegen schuften deshalb täglich im Akkord, um die Nachfrage zu befriedigen. „Wir geben unser Bestes, dass die Regale voll sind“, sagt Niggl.

Schon längst arbeiten die Mitarbeiter in ihrem Markt am Anschlag. Denn auch sie müssen wie in vielen anderen Betrieben für Kollegen einspringen, die in der aktuellen Lage nicht zur Arbeit kommen können. „Wir tun unser Bestmögliches, um die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen“, sagt Niggl.

Umso mehr ärgert sie, wenn Kunden in diesen Tagen kein Verständnis zeigen, sollte dennoch einmal ein Regal wegen Lieferschwierigkeiten leer bleiben.

Marina Niggl ist Kauffrau im Einzelhandel.

Oft werde sich schon beschwert, wenn nur ein bestimmtes Produkt einer Marke fehle, sagt Niggl. „Uns wäre es wichtig, dass die Bevölkerung darauf hingewiesen wird, ihre Sorgen und schlechte Launen nicht an uns Verkäufern auszulassen“, appelliert die 20-Jährige.

Auch bei ihnen habe es in den vergangenen Tagen einen regelrechten Ansturm auf Toilettenpapier gegeben, auch haltbare Produkte wie H-Milch seien in großen Mengen gekauft worden, berichtet Niggl.

Soziale Kontakte vermeiden

Was sie ebenfalls kritisiert: Viele seien nicht allein, sondern gleich mit der ganzen Familie zum Einkaufen erschienen, andere wiederum hätten den Besuch zum lockeren Kaffeeklatsch im Markt genutzt. Dabei sollten soziale Kontakte eigentlich vermieden werden, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu erschweren. Sicher sei es für viele Familien nicht einfach, die Betreuung des Nachwuchses zu organisieren, räumt die Verkäuferin ein. „Aber auch wir Mitarbeiter wollen gesund bleiben, um weiter unsere wichtige Arbeit verrichten zu können.“

Die nun verhängten Ausgangsbeschränkungen seien das einzig richtige, findet Niggl deshalb. „Ich bin voll dafür.“ Schließlich gehe es darum, den Menschen den Ernst der Lage klarzumachen. Vielleicht, so die Hoffnung der Premerin, zeigten dann auch die Kunden mehr Verständnis.

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