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Geschenk zum Abschied: Prems Bürgermeister Andreas Echtler (li.) und Vereinesprecher Rainer Rauch (re.) überreichten dem ehemaligen Bürgermeister Herbert Sieber als Dankeschön eine Urkunde und einen personalisierten Geldbeutel.

Premer Vereine bedanken sich beim langjährigen Bürgermeister Herbert Sieber

„Du bist ein lebendiges Beispiel fürs Ehrenamt“

In kleinem feierlichen Rahmen haben sich die zehn Premer Vereine von ihrem ehemaligen Bürgermeister Herbert Sieber verabschiedet. Der Abend im Premer Weißwurststadl war eigentlich schon für den 1. Mai geplant gewesen, musste aber aufgrund der aktuellen Situation verschoben werden und wurde nun nachgeholt.

Prem– Musikalisch begrüßt wurden die Gäste – Herbert Sieber und die Vertreter der Vereine – von einer kleinen Abordnung der Musikkapelle Prem. „Wir Premer können wahnsinnig stolz sein auf unsere zehn aktiven Vereine“, sagte der neue Bürgermeister Andreas Echtler und zählte auf: Sport-, Trachten-, Musik-, Verkehrs-, Veteranen- und Soldaten-, Arbeiter-, Schützen- und Fischereiverein sowie der Trommlerzug und die Feuerwehr.

In den 18 Jahren als Premer Bürgermeister habe jeder Verein Kontakt mit Herbert Sieber und der Gemeinde gehabt, und die Vereine hätten finanziell und in Sachen Rat und Tat von Sieber profitiert. Er habe immer ein offenes Ohr und war bei den großen Festlichkeiten wie etwa dem Gauschützen- und Gautrachtenfest an vorderster Front dabei.

Immer und überall unterstützt 

„Wenn man zu Dir gekommen ist, wurde einem unkompliziert weitergeholfen. Und das ist mehr als ein schönes Gefühl, wenn man so als Verein von Dir unterstützt worden ist“, sagte Echtler erfreut. „Du bist einfach ein lebendiges Beispiel fürs Ehrenamt, und da stimmt mir jeder zu.

Alles aufzuzählen, nicht nur Siebers Ehrenämter, würde eine Woche dauern. Deshalb gab Echtler nur einen kurzen Auszug seiner Tätigkeiten und erinnerte an die Zeit beim Sportverein als aktiver Fußballer, Trainer und Vorsitzender sowie an die Zeit als Plattler und Schriftführer beim Trachtenverein.

Neuen Geldbeutel als symbolträchtiges Geschenk

„Du hast immer Deinen Geldbeutel geöffnet, wenn wir zu Dir gekommen sind. Als Dank wollen wir Dir etwas Besonderes schenken“, führte Echtler weiter aus und überreichte eine Urkunde und einen von den Vereinen personalisierten Geldbeutel. „Denn Dein Geldbeutel wurde in den Jahren stark in Anspruch genommen, und es wird nach so vielen Jahren Zeit für einen neuen.“

Herbert Sieber sei aber weiterhin im Gemeindeleben aktiv und schaue als Archivar, dass das Alte richtig sortiert werde und nichts verloren gehe. Schmunzelnd bedankte sich Echtler für das jahrzehntelange Engagement und sagte, dass eines wahrscheinlich einzigartig in Bayern sein werde: Dass sich ein Bürgermeister am Ende seiner politischen Laufbahn selbst zum König ernenne – wenn auch nur zum Schafkopfkönig.

Lob an die Vereine für den Zusammenhalt

Diesen Dank gab Sieber weiter, „denn du bist als Vorstand oder Bürgermeister eine Null, wenn du meinst, du machst das alleine“. Schon seine Mutter, die als Flüchtling nach Prem gekommen sei, habe ihn immer angehalten, für Prem etwas zu tun.

Und diese positive Arbeit der Vereine habe er auch in der Schule als Lehrer erfahren. „Die Kinder, die in Vereinen sind, haben es in der Schule und in der Arbeit leichter“, erzählte Sieber nach 40 Jahren Berufserfahrung. Sich zu engagieren sei sehr wichtig. Man müsse einfach da und bereit sein, etwas zu tun.

Ein wichtiger Punkt in Prem sei in diesem Zusammenhang die Solidarität mit Thomas Holzmann, der nach einem Eishockeyunfall vor vielen Jahren querschnittsgelähmt ist. „Bei uns war es bei allen Vereinen so eine Hilfsbereitschaft und Unterstützung, dass er nun finanziell abgesichert ist“, lobte Sieber.

Von Unglücken verschont bleiben

Außerdem blickte er auf die Erfolge der Vereine zurück und erwähnte den „Deutschen-Meister-Titel“ der Schützen und deren Teilnahme in der Oberbayernliga sowie den Aufstieg der Fußballer 1984. Weil Letzterer sehr ausgiebig bis in die Morgenstunden gefeiert worden ist, konnte Sieber an diesem Tag zum ersten und einzigen Mal nicht zur Arbeit in die Schule fahren. Eine Freude waren nach Siebers Worten die Großveranstaltungen sowie die Ausflüge mit der Musik und den Trachtlern, und gerne schaut er sich die von den Vereinen verfassten Chroniken an.

Siebers Wunsch für die Vereine: „Dass wir von Unglücken verschont bleiben und sportliche Erfolge feiern dürfen. Sprecht Euch ab und seid miteinander Premer“, rief er zur Gemeinschaft auf. Sieber schloss mit einem Spruch aus seiner ersten Gemeinderatssitzung, der für jeden passe, der etwas sein wolle: „Erfolg im Leben ist etwas Sein, etwas Schein und verdammt viel Schwein.“  

ASS

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