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Trinkwasser

Trinkwasserversorgung in Prem

Trotz Regens weiter am Tropf des Nachbarn

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Die Gemeinde Prem hängt weiter am Tropf ihres Nachbarn Steingaden. Und daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern. Trotz der jüngsten Niederschläge bleibt die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung aus dem gemeindeeigenen Brunnen allein ein Ding der Unmöglichkeit. An einer Lösung wird gearbeitet, versichert der Bürgermeister.

Prem – Prems Wasserwart Hugo Kleber wagt keine Prognose, wann die Gemeinde ihre Bürger wieder allein das kühle Nass liefern kann. Derzeit wird nur eine geringe Menge aus dem eigenen Brunnen gefördert, der überwiegende Teil des Trinkwassers kommt aus Steingaden. „Es regnet immer irgendwo, aber nicht bei uns“, klagte Kleber schon vor Wochen. Mittlerweile hat es zwar geregnet, der Niederschlag reicht aber bei Weitem nicht aus, um den Grundwasserspiegel anzuheben. Ein Wolkenbruch allein bringe nichts, weiß Kleber. Das bisschen Wasser saugt ihm zufolge der Boden auf, es kommt nicht unten an. Eine Woche Dauerregen dagegen „wäre gut“, meint Kleber. Doch darauf warten die Premer vergeblich.

Wie berichtet, war es im August zu dem bislang einmaligen Fall im Landkreis Weilheim-Schongau gekommen, dass einer Gemeinde das Wasser ausgeht. Prem bezieht seitdem das Trinkwasser durch Feuerwehrschläuche aus Steingaden. Zehn bis 15 Kubikmeter Wasser pro Stunde fließen durch sie von Steingaden nach Prem.

Immerhin muss das Wasser vor dem Genuss in Prem mittlerweile nicht mehr abgekocht werden. Der Wasserwart muss es aber nach wie vor chloren, weil es nicht durch Rohre, sondern durch einfache Schläuche fließt. Die Chlor-Menge konnte mittlerweile aber reduziert werden, da Proben keinerlei Verunreinigung zeigten.

Wie es mit der Wasserversorgung in Prem langfristig weitergeht, weiß derzeit in Prem keiner so recht. Auch Bürgermeister Herbert Sieber hat nicht viel Neues zu verkünden, die Ursachenforschung läuft. Ein Geologe sei da gewesen, verrät der Rathauschef, ohne ins Detail zu gehen. Offenbar besteht der Verdacht, dass die Dürre nicht allein für das drohende Versiegen des Premer Brunnens verantwortlich ist. „2003 hatten wir auch so einen heißen Sommer, da gab es keine Probleme“, erinnert sich Sieber. Guter Rat ist also teuer: „Wir müssen wieder bei Null anfangen“, seufzt der Rathauschef. „Aber wir sind dabei, eine Lösung zu finden“, versichert er. Demnächst wolle man sich dazu mit Landratsamt und Gesundheitsamt an einen runden Tisch setzen, blickt Sieber voraus.

Eine Option ist, den Notverbund mit der Nachbargemeinde längerfristig aufrecht zu erhalten, meint Sieber. Das kann sich auch Steingadens Bürgermeister Xaver Wörle vorstellen. „Die Gemeinde Prem bringt uns nicht in Schwierigkeiten“, sagt er mit Blick auf den Steingadener Tiefbrunnen im sogenannten Haareck: Das große zusammenhängende Wald- und Moorgebiet im Süden der Gemeinde steht unter Naturschutz und bietet reichlich Wasserreserven. „Wir haben ein derartig ergiebiges Grundwasservorkommen, dass wir dieses durch unsere Entnahme nicht beeindrucken können“, erläutert Wörle unlängst mit Blick auf den Steingadener Wasserverbrauch. Der liegt bei 180 000 bis 200 000 Kubikmeter pro Jahr. Zum Vergleich: In Prem wurden zuletzt rund 72 000 Kubikmeter pro Jahr verbraucht. Der Steingadener Tiefbrunnen am Haareck dürfte also leicht den Durst beider Gemeinden stillen.

Das Wasser wird sich Steingaden von Prem freilich bezahlen lassen. Wie viel Geld das sein wird, kann Wörle derzeit noch nicht abschätzen. „Das ist die Sache vom Gemeinderat“, erklärt er und betont die Priorität: „Uns war wichtig, dass wir der Nachbargemeinde schnellstmöglich helfen konnten.“

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