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„Wütende Wölfe“: So lautet der Titel des neuen Krimis von Erfolgs-Autorin Nicola Förg. Klar: Auf der Alm, da treiben sich auch jede Menge Kühe herum. Die spielen diesmal allerdings nur eine Nebenrolle. Das Buch erscheint Anfang März im Handel.

Erfolgsautorin

Wölfe wüten in neuem Förg-Krimi

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Die Bauernhaus-Idylle im Premer Domizil von Krimi-Autorin Nicola Förg trügt: „Wütende Wölfe“ treiben ihr Unwesen im gleichnamigen neuen Roman, der hier entstanden ist. Es ist der zehnte Fall der beliebten Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl, die es mit ihren Ermittlungen im Alpenraum seit Jahren in die Spiegel-Bestseller-Listen schaffen.

Prem – Erdi von Erdmann-Delubo ist nur schwer in den Griff zu bekommen. Fast schmeißt er mit seinem Fuß die Kaffeetasse um, belagert dann mit seinem behaarten Hintern den Schreibblock der Reporterin. Dann schnappt er auch noch nach dem Kugelschreiber. Der wilde Kater ist die jüngste von zehn Katzen. Es gibt zudem zwei Hunde, fünf Pferde, Bienen und diverses Kleingetier, mit dem Nicola Förg ihr Landleben auf einem abgelegenen Hof in Prem lebt. Der Schein trügt. Hinter der idyllischen Fassade lauert das Grauen. Zumindest im Kopf von Hausherrin Förg. Ihre Krimis fesseln seit Jahren die Leser.

Zwanzig Romane in Folge, zehn davon mit Irmi Mangold, oft auf der Spiegel Bestseller-Liste vertreten. Was ist das Erfolgsgeheimnis der gebürtigen Allgäuerin? „Es ist schon eine gewisse Kunst, Figuren zu kreieren, die der Leser über einen langen Zeitraum begleiten will“, zieht sie Bilanz. Vor allem die Hauptfigur müsse authentisch sein. Das ist Irmi Mangold. Ihres Zeichens Kommissarin aus Garmisch. „Eine gute Dosierung zwischen Privatleben und Beruf.“ Keine Drogen. Kein Alkohol. Kein Tatort-Gehabe also. Lediglich ein verheirateter Liebhaber.

Und jetzt der 60. Geburtstag. Womit wir schon mittendrin sind im Geschehen des neuen Romans. Kommissarin Mangold will eine Auszeit. Vom Job. Vom Leben. Es geht auf eine Alm, die nach Jahrzehnten der Verwilderung wieder bewirtschaftet werden soll.

Einmal mehr greift Nicola Förg hier ein aktuelles Thema auf: „Was passiert, wenn eine aufgelassene Alm wiederbelebt wird? Eine interessante Fragestellung.“ So interessant, dass sich Roman-Figur Irmi als Hirtin einer „Projekt-Alm“ mit dem echten Leben überschneidet. Der Plot für das Buch war schon da, da forschen Uni-Wissenschaftler tatsächlich an einem solchen Projekt auf der Brunnenkopfalm. „Die Realität und die Fantasie: Das ist zeitlich parallel gelaufen.“

Recherchiert hat Nicola Förg für ihren Roman intensiv zu Fuß und mit dem Mountainbike auf der Bäckenalm – sie liegt oberhalb von Linderhof am Ende des Sägertals und unter dem Bäckenalmsattel.

Nur noch ein paar Balken sind übrig, von dem, was einmal Alm-Pracht war. Die Natur hat sich ihr Terrain zurückerobert. Keine Weidewirtschaft, „keine Gräser, keine Blümchen“. Dafür alles verkrautet. Das klingt schon irgendwie düster, wenn Nicola Förg das erzählt.

Sicher ein guter Ort, um dann ein weiteres sagenumwobenes Element ins Spiel zu bringen: den Wolf. Zurückgekehrt nach Bayern versetzen selbst Einzelexemplare in der Realität die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Tierschützer wiederum sprechen sich für ihn aus, für die Rückkehr in seine Heimat. Zu diesem Politikum möchte sich Förg freilich nicht äußern – auch, wenn sie als Tier- und Naturliebhaberin eine eigene Meinung hat, zu dem Thema, das das Buch dominiert. „Ich halte wenig von der überemotionalen Diskussion der Pro- und Contra-Lager. Weder ist der Wolf eine Rückkehr der Wildnis, der kommt auch gut auf Truppenübungsplätzen zurecht. Noch das blutrünstige Monster. Wir täten gut daran, kluge Einzelfallentscheidungen zu treffen.“

Geschickt konstruiert ist es also, das neue Werk. Politisch. Und dabei trotzdem neutral. Und ein großes Stück Heimat. Die Kenzenhütte und Umgebung. Das macht Lesespaß. Für Hiesige. Und alle anderen auch. Ein Volltreffer.

Und: Wen interessiert das Politische schon, wenn sich die Ereignisse im Roman überschlagen? Ein kurzer Abriss: Irmi als Aussteigerin beim Käsen auf der Alm. Eine Spaziergängerin mit Hund, die von Kühen überrannt wird. Das Gerücht vom Wolf, der umgeht.

„Am Ende hat Irmi drei Todesfälle am Hals“, verrät Nicola Förg schon mal vorab. Eine Frau mit einer Geige. Ein Toter in der Wolfsgrube mit Zahnkette. Eine Tote am Baum mit Hostien im BH. Klingt schlüpfrig. „Es ist extrem dubios.“ Und irgendwie gruselig. Und garantiert spannend.

Natürlich: Die Kommissarin außer Dienst ermittelt. Wie es ausgeht? Das werden auch die Besucher der Lese-Reise, die Nicola Förg zur Herausgabe ihres neuen Buches startet, sicherlich nicht erfahren. Nur so viel: Es wird extrem spannend.

Das Buch und Lesungen:

Der neue Krimi„Wütende Wölfe“ von Erfolgs-Autorin Nicola Förg erscheint am 1. März im Piper Verlag. Lesungen gibt es am 28. März mit Michaela May in München (die Schauspielerin hat bereits alle Romane als Hörbücher eingesprochen), in der Tiefstollenhalle in Peißenberg (4. April), in der Spielbank in Garmisch-Partenkirchen (5. April) sowie im Kulze in Schwabniederhofen (18. Mai). Weitere Termine entnehmen Sie bitte zeitnah unserer Zeitung.

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