Royale Hochzeit: Prinzessin heiratet in der Wieskirche

Wies - Die Wieskirche steht am kommenden Samstag, 12. Mai, im Mittelpunkt einer royalen Traumhochzeit. Prinzessin Felipa (31), die Tochter von Prinz Leopold von Bayern, gibt dem bürgerlichen Christian Dienst (34) das Ja-Wort. Die meisten Wallfahrer bleiben an diesem Tag für rund vier Stunden ausgesperrt.

„Ich freue mich immer, wenn ein junges Paar kirchlich heiratet“, versichert Wiespfarrer Georg Kirchmeir. Und nachdem die Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland in der Wies „eine Hochzeitskirche für alle Leute“ sei, hat Kirchmeir auch nichts dagegen, wenn eine Prinzessin dort vor den Traualtar tritt.

Dass nicht er selber, sondern Abt Johannes Eckert vom Kloster Andechs den Hochzeitsgottesdienst zelebriert, das ist dem Wiespfarrer sehr recht. „Der Abt ist ein Bekannter der Brautfamilie“, weiß Kirchmeir, der es begrüßt, wenn bei einer Hochzeit in der Wies auch der „Heimatpfarrer“ dabei ist.

„Ich halte mich diesmal etwas im Hintergrund und helfe beim Kommunionausteilen mit“, verrät Kirchmeir. Und er erzählt, dass die Brautleute - so wie jedes andere Hochzeitspaar auch - bei ihm vorstellig geworden seien und angefragt hätten, ob sie in der Wieskirche heiraten dürften. Da habe er natürlich nicht nein gesagt, „denn vor dem lieben Gott sind alle Menschen gleich“. Das trifft auch auf die Trauungsgebühr zu. 30 Euro stellt der Wiespfarrer der Prinzessin und ihrem „Prinzen“ in Rechnung.

Die Musik für die Hochzeitsmesse hat Wiesorganist Anton Guggemos auf Wunsch der Brautleute zusammengestellt und organisiert. „Das war viel Arbeit“, räumt er ein. Den Trauungsgesang sollte eigentlich der berühmte Tenor Jonas Kaufmann übernehmen, doch der ist erkrankt und fällt wahrscheinlich (zu 99 Prozent) aus. Aus Salzburg ist bereits ein Ersatz angefordert.

Eröffnet wird der Gottesdienst mit dem „Prince of Denmark“-Marsch, dann folgen Teile aus der „Spatzenmesse“ sowie das „Laudate dominum“ und „Ave verum“ von Mozart. Zum Schluss erklingt dann noch die „Wassermusik“ von Händel.

Dass zu dieser Traumhochzeit der Wittelsbacher viel Prominenz in der Wies erwartet wird, versteht sich von selbst. Aus Adelskreisen reisen zahlreiche Gäste an. Auch Königin Silvia von Schweden wollte ursprünglich in die Wies kommen, hat dann aber wegen eines Trauerfalls im Verwandtenkreis kurzfristig abgesagt.

Hohen Besuch hat es in der Wieskirche immer schon gegeben. Der König von Thailand und seine Königin waren vor rund 30 Jahren in der Wies. Auch Präsident Michail Gorbatschov aus der UdSSR hat den Gegeißelten Heiland schon besucht - und entsprechend viele Schaulustige angelockt.

Wird die Wallfahrtskirche während der Wittelsbacher-Hochzeit am Samstag zugesperrt? „Nein“, sagt der Wiespfarrer. Er habe die Kirche noch nie zugesperrt. Jedoch bestehe während des Hochzeitsgottesdienstes am Samstag keine Besichtigungsmöglichkeit, räumt Kirchmeir ein.

Es ist allerdings davon auszugehen, dass die vielen Hochzeitsgäste das Gotteshaus füllen und für „normale“ Wallfahrer kein Platz mehr ist. Die Polizei wird in der Zeit von zirka 9.30 bis gegen 14 Uhr das Gelände um die Wieskirche weitgehend abriegeln und laut Schongaus Polizeichef Rudolf Fischer eine „Sortierung“ der Besucher vornehmen. Also keine Chance für ungebetene Gäste. Bei den Absperrmaßnahmen und beim Ordnungsdienst helfen Feuerwehrleute aus Steingaden mit. „18 Kameraden haben sich freiwillig gemeldet“, berichtet Kommandant Leo Eicher. Für ihre Bemühungen erhalten sie die Verpflegung gratis.

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