Einen Schongau-Ball und ein Schongau-Puzzle überreichte CSU-Ortsvorsitzender Michael Eberle an den frischgebackenen Bürgermeisterkandidaten Robert Stöhr (r.). foto: Bernhardt

100 Prozent Unterstützung für Robert Stöhr

Die Schongauer CSU steht zu 100 Prozent hinter Robert Stöhr, und das im Wortsinn: Einstimmig wurde der 33-Jährige als Bürgermeisterkandidat nominiert.

Als Wahlleiter Leo Doorakkers das Ergebnis (37 Stimmberechtigte, alle für Stöhr) verkündet hatte, brandete Applaus im mit 100 Besuchern gut besuchten Ballenhaus auf. Die Reaktion von Stöhr: gleich Null. „Ich war einfach zu überrascht, damit hätte ich nie gerechnet“, sagte der 33-Jährige später zur Erklärung, warum er sich nicht mehr gefreut hat. „Aber diese Unterstützung tut sehr gut. Herzlichen Dank für das Vertrauen, ich hoffe, dass es nicht umsonst war.“

Der CSU-Orts- und Fraktionsvorsitzende Michael Eberle freute sich fast mehr als der nominierte Kandidat über das „überragende Ergebnis“. Stöhr sei aus Schongau, „er ist jung, dynamisch und unverbraucht. Man kann ihm nichts aus der Vergangenheit ans Revers heften“, sagte Eberle. Der Kandidat habe Visionen für Schongau, er werde gestalten, nicht nur verwalten. Und im Gestalten gebe es definitiv Nachholbedarf, polterte Eberle und meinte damit, ohne es zu sagen, Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD). Außerdem werde der politische Gegner - gemeint war die SPD, auch das erwähnte Eberle nicht - nervös: „Wer die Kommentare auf der Internetseite der Schongauer Nachrichten zu unserer Kandidatenvorstellung gelesen hat: Da waren ganz schöne Hämmer dabei.“ Eberles Logik: Wer so austeilt, fürchte den CSU-Bewerber.

Es war eine schöne Geste, dass Kornelia Funke, die ihre Kandidatur zurückgezogen hatte, Stöhr als Kandidaten vorschlagen durfte. Ihr ausgerufenes „ein Schongauer für Schongau“ dürfte der Wahlkampfslogan werden. Stöhr selbst hatte sich zuvor bei seiner Vorstellung mit markigen Worten zurückgehalten. Unaufgeregt und souverän präsentierte der Lehrer seine Vita per Powerpoint-Präsentation und listete seine Beweggründe, sein bisherige berufliche und politische Vita auf (wir berichteten). Er betonte, dass ihm Menschen wichtig sind und seine Heimatstadt Schongau. Das waren auch die Gründe, warum er damals vom Studium des Diplom-Informatikers umgeschwenkt ist auf Mathematik und katholische Religionslehrer fürs Lehramt. „Ich wollte nicht vor dem Computer versauern, und weil die Technische Universität nach Garching umgezogen ist, hätte ich nicht mehr in Schongau wohnen bleiben können.“

Er traue sich das Amt zu und habe in den vergangenen Wochen viel Zuspruch erfahren. „Es wäre schön, wenn ich mich die nächsten sechs Jahre oder länger zur Verfügung stellen könnte.“ Auch bei seinen Zielen ließ er schon durchblicken, was ihm wichtig ist. Nämlich eine gute Verkehrs-Infrastruktur, von der er selber schon profitiert hat. Dreispurig über Landsberg Richtung Dillingen zu fahren, wo er derzeit am Gymnasium unterrichtet, sei einfach toll. Andererseits stand er während der Studienzeit schon oft um Mitternacht am Weilheimer Bahnhof und wusste nicht, wie er heim nach Schongau kommen soll. Beim Tourismus könnte man in Schongau noch mehr herausholen, findet er, was dazu passt, dass ihm der erste Eindruck mit Bahnhof und Marienplatz derzeit nicht gefällt. „Das kann man schöner und attraktiver gestalten.“

Von Eberle bekam Stöhr noch Geschenke überreicht: Ein Schongau-Puzzle mit 500 Teilen „als Symbol, dass man Geduld braucht und alles zusammenpassen muss, damit es ein schönes Bild ergibt“. Und einen schwarz-gelben Ball mit dem Schongauer Adler drauf, mit dem Stöhr den entscheidenden Treffer - spricht die erfolgreiche Wahl -erzielen soll.

„Gute Chancen“ habe Stöhr, war sich Ex-Senatsmitglied Helmut Zedelmaier sicher, man sei gut aufgestellt mit ihm. Und Luitpold Braun, der bisher letzte CSU-Bürgermeister Schongaus, meinte kurz und knapp: „Ich halte ihn für gut und kompetent.“

Boris Forstner

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