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Ihren letzten Auftritt hatte sie mit dieser Prüfung nach 22 Jahren Lehrtätigkeit an der Schongauer Berufsschule: Edeltraud Betz, Fachberaterin und „Commander“ für das Fach Speisezubereitung und Service. Ihr zur Seite stand der stellvertretende Schulleiter Michael Walter. Umrahmt wurde sie dabei von den Prüflingen (v.l.): Elisabeth Kolb, Jessica Franke, Sara Homuth, Katharina Böck, Jessica Burkhardt, Eva Breitschädel und Patrizia Lappart.

Prüfungsessen der Schongauer Berufsschule

Gedeckt in Mintgrün und Kornblumenblau

Schongau - Zwei Schuljahre lang wurde in der Küche des Beruflichen Schulzentrums Schongau gekocht. Nun legten die Prüflinge ihre Abschlussprüfung im Fach Speisezubereitung und Service ab. In den Genuss des Prüfungsessen kamen Gäste aus Wirtschaft, Prüfungsausschuss und Industrie.

16 Plätze, 16 Gedecke, am Ende 16 übereinstimmende Meinungen: Es war wieder ein Genuss, der Einladung zum jährlichen Prüfungsessen gefolgt zu sein. Ein Feuerwerk leichter Speisen wurde gezündet, darunter durften ein paar deftige Knaller nicht fehlen.

Den Gästen hat’s gefallen. Beschwingt locker, sommerlich leicht. Wie der Cocktail, der zur Begrüßung gereicht wird. Kaffee- und Mandelsirup, Orangen- und Traubensaft, das Ganze ergänzt mit einer Erdbeere und einem Stückchen Ananas.

So locker die Runde ist, etwas Wehmut kommt doch auf

Bei der Vorstellung der Prüflinge gibt Schulleiter Thomas Schütz bekannt, dass diese Prüfung das letzte Mal von Edeltraud Betz geleitet wird. Das letzte Mal nach 22 Jahren Lehrtätigkeit in Schongau. Das ist Silberhochzeit mit der Hauswirtschaft, denn Betz hat es die Jahre vorher nach Garmisch verschlagen. All die Jahre lag der Lehrkraft mit nicht zu überhörenden fränkischen Wurzeln eine moderne Hauswirtschaft am Herzen. Das kam an, die Jugend zeigte Begeisterung. Dazu kamen als Highlight in jedem Jahr die Abschlussfahrten. Alle europäischen Hauptstädte hat Edeltraud Betz mit ihren Schützlingen in den Jahren abgegrast, unvergessliche Momente dabei erlebt. „Ein halber Tag Kultur, ein halber Tag Genuss“, war die Devise von Betz.

Sie bemühte sich auch immer wieder, Außenaufträge für ihre Schüler an Land zu ziehen. Da konnten sie dann ihr Können schon während des Jahres unter Beweis stellen. „Das spornt alle mächtig an, da übertrumpft man sich fast selbst“, konnte Betz dabei beobachten. Und wenn das Fernsehen auch noch in der Lehrküche vor Ort ist und kleine Küchengeheimnisse aufzeichnet, was will man mehr?

Das Prüfungsessen steht an diesem Tag ganz im Zeichen leichter Sommerkost. Wie ein roter Faden zieht er sich durch die Menüfolge. Bis zum Hauptgericht. Da legt das Deftige etwas zu. Boeuf Stroganoff wird serviert, für Gäste mit großem Hunger gibt’s reichlich Nachschlag. Zwei Jahre lang haben die Prüflinge mit ihrer Fachberaterin Edeltraud Betz in der Schulküche gewirbelt was das Zeug hält. Dazwischen immer wieder Praktika in ausgewählten Haushalten.

Betz schafft an, Betz kommandiert

An diesem Tag kein bisschen leiser als sonst. Dazwischen nur ein Kompliment von Schulleiter Thomas Schütz, der dabei betont, dass „unsere Traudl“ bis zum letzten Tag mit vollem Einsatz bei der Sache war. Und Traudl, die stellt nur mit „Susanne Schwaiger“ ihre Nachfolgerin vor. Mit fränkischem Akzent. Wie der „Volkacher Kirchberg“, ein trockener Silvaner Jahrgang 2014. Ihn empfiehlt Betz zum Menue.

Von wegen Aufregung bei den Prüflingen. Der Service gekonnt, Fragen der Gäste über die Zubereitung werden fachkundig erklärt. Die Stimmen der Gäste schwellen an, der Volkacher Kirchberg zeigt Wirkung. Die Kombinationen auf den Tellern kommen an. So muss Prüfung sein.

Hans-Helmut Herold

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