Zu eng für alle: Noch müssen Radler auf der Brücke auf den Autoverkehr aufpassen. foto: bo

Radler haben auf Brücke zwischen Schongau und Altenstadt bald Vorfahrt

Schongau - Die Brücke des Radwegs über die B 17 zwischen Schongau und Altenstadt ist noch eine ärgerliche Engstelle. Aber möglicherweise nicht mehr lange.

Gut gelungen ist der Radweg, nur die Brücke bleibt als Engstelle übrig: Vor und nach dem Übergang über die B 17 endet der Radweg, Zweiradfahrer müssen sich vom sicheren Radweg wieder auf die Straße wagen und dort aufpassen, nicht unter die Auto-Räder zu kommen. Weil derzeit das zwischen Schongau und Altenstadt gelegene Erdbeerfeld Hochkonjunktur hat, ist besonders viel los auf der Straße.

Herrschte bei der Stadt vor einigen Monaten noch Ratlosigkeit zu diesem wunden Punkt in dem Projekt, ist das nun der Vorfreude gewichen. „Ursprünglich hat es beim Landratsamt geheißen, wir sollen das so lassen“, sagt der städtische Tiefbau-Referent Alexander Joseph. Doch Ende Mai gab es noch einmal ein Gespräch, dabei wurde ein Kompromiss gefunden, so Joseph: Die Fahrbahn wird auf drei Meter eingeengt und damit quasi einspurigt. Das bedeutet, dass künftig nur noch die Autofahrer von Schongau nach Altenstadt problemlos durchfahren können. Fahrzeuge von Altenstadt nach Schongau müssen sich erst überzeugen, dass niemand entgegenkommt, und notfalls warten. Das soll mit entsprechenden Schildern dargestellt werden.

Die restlichen zwei Meter, die bisher noch zur Fahrbahn gehören, sollen als gemeinsamer Fuß- und Radweg ausgewiesen werden. Die Trennung zwischen der Fahrstraße und dem künftigen Fuß- und Radweg soll laut Joseph aber nicht zu groß ausfallen, möglicherweise nur mit Markierungslinien. „Denn die Brücke ist immerhin 50 Meter lang. Wenn es da einmal mit dem Begegnungsverkehr nicht klappt, könnten Autofahrer im Notfall doch einmal ganz langsam über die Absperrung ausweichen, anstatt rückwärts fahren zu müssen“, sagt Joseph. Man hätte den Radweg gerne noch etwas breiter gemacht, doch eine zu schmale Fahrspur für den Autoverkehr funktioniere nicht - immerhin müssen dort Landwirte mit ihren oftmals breiten Anhängern drüberfahren können.

Das Landratsamt hat schon seinen Segen für das Vorhaben gegeben. „Das fällt in die Zuständigkeit der Stadt, wir haben da nichts dagegen“, sagt Josef Guggemos, Sachgebietsleiter Verkehr am Landratsamt. Bei so einem Eingriff komme es natürlich auf den Straßentyp an: Auf einer Bundes-, Staats- oder Kreisstraße sei das Vorhaben kaum möglich, „aber hier kann die Stadt durchaus zu Gunsten der Radfahrer entscheiden“. Dass der motorisierte Verkehr derart ausgebremst wird für einen Radweg, hat Guggemos nocht nicht erlebt. „Weil das die Kommunen selbst machen können, kann es aber sein, dass ich nur nicht davon erfahren habe“, schränkt er ein.

Derzeit werden Angebote für das Projekt eingeholt, Joseph rechnet mit Kosten um 10 000 Euro. Was viel klingt, hängt mit dem notwendigen Anschluss der beiden Radwege zusammen. Außerdem soll eine Beleuchtung die Übersichtlichkeit in der Nacht erleichtern. Da gibt es aber schon ein weiteres Problem: Die Laterne ist nur auf der Schongauer Seite problemlos möglich, auf Altenstadter Seite gibt es laut Joseph keinen Strom. „Deshalb wird da wohl eine Solarleuchte zum Einsatz kommen“, sagt der Tiefbau-Referent. Der Bauausschuss wird sich mit der Angelegenheit noch beschäftigen, aber eigentlich war geplant, die Radweg-Lücke noch im Sommer zu schließen. Das war aber, bevor der Haushalt abgelehnt wurde. Doch kommen wird das Projekt, früher oder später.

bo

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