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Radlflohmarkt in Altenstadt: Im Bild hat Omon Sly (li.) gerade ein Fahrrad für seine Frau erstanden. Mit ihm ist Freund Eslamodin Soltani nach Altenstadt gekommen. Eine kleine Änderung der Lenkerhöhe nehmen Manfred Münch (re.) und Uwe Flad gleich vor Ort vor.

Radlflohmarkt in Altenstadt

Viel Fahrrad für wenig Geld

Die Durststrecke für Radlfahrer ist zuende: Mit den milder werdenden Temperaturen weckt man gerne seinen Drahtesel aus dem Winterschlaf auf. Doch was ist, wenn dieses gute Stück nicht mehr aufwachen will, weil es ausgedient hat? Dafür gibt es seit 18 Jahren den Radl-Basar des RC 77 Altenstadt, wo alles rund um das Rad zu günstigen Preisen angeboten wird.

Altenstadt – Das Verfahren bei diesem Radl–Basar ist denkbar einfach: In den Räumen der Grundschule haben fleißige Helfer das gute Stück entgegengenommen, registriert und preislich nach Wunsch des Verkäufers ausgezeichnet. Das war’s. Um alles andere haben sich dann die guten Geister des RC 77 gekümmert. Und zwar nicht nur um Fahrräder: Auch Kinderroller, Rollerblades, oder Einräder waren im Sortiment gefragt. Beim Verkauf hat der Veranstalter 15 Prozent als Erlös einbehalten.

Gute 60 Fahrräder standen jetzt in der Aula der Altenstadter Schule zum Verkauf. Es muss sich herumgesprochen haben, dass es sich bei diesen um gute und fahrbereite Stücke handelt. Dementsprechend groß der Andrang. „Hier gibt es anständige Räder zu einem fairen Preis“, sagt zum Beispiel Besucherin Inge. Sie läuft zwischen den Mountainbikes umher und hebt einzelne Stücke hoch, um das Gewicht zu taxieren. Inge besitzt zwar schon ein tolles Rad, aber es ist ihr zu schwer geworden, wenn sie es auf ihr Autodach heben muss. Also ist ein leichtes Stück gefragt.

Besucher Peter will seinen Enkel Jonah mit einem neuen Radl zum Geburtstag überraschen. Der Großvater sucht ein Exemplar mit niedrigem Rahmen und gefederter Gabel. Findet er zwar, aber der Preis hält ihn noch vom Kauf ab. „Schade, dass man hier nicht handeln kann“, so sein Kommentar. Denn für ein paar Euro weniger hätte er sich für dieses „Zarena“ der Marke Bulls entschieden.

Ein paar Meter weiter testet Winfried W. ein Damenrad mit sehr stabilem Rahmen. Er sucht ein Einkaufsfahrrad für Ehefrau Barbara. „Ein Sack Kartoffeln geht locker auf den Gepäckträger“, so sein Kommentar über die Zweckmäßigkeit des Drahtesels. Ob der Kauf zustande gekommen ist, kann man am nächsten Bauernmarkt in Altenstadt erfahren. Dann zeigt sich’s, ob Barbara die Kartoffeln mit dem Radl nach Hause fährt.

Sie hätten gerne drei gleiche Räder, die Drillige (von re.) Nele, Naja und Lilly oder doch Lilly, Nele und Naja? Egal, nicht ganz einfach für Mutter Ivonne, dem Wunsch nachzukommen.

Etwas schwieriger gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Radl für Ivonne S.. Sie ist auf der Suche nach drei gleichen Exemplaren. Gleich drei? Richtig. Ihre Drillinge Nele, Naja und Lilly sind jetzt fünf Jahre alt und wollen mobil werden. Die drei quirligen Mädels, die ob ihrer gleichen Kleidung sowieso kein Mensch auseinander halten kann, wollen auch radlmäßig gleich ausgestattet werden. Das erweist sich hier schier als unmöglich. Die Drillinge nehmen’s gelassen.

Zufrieden dreht derweil Omon Sly aus Schwabbruck mit einem Damenfahrrad seine Runden auf dem Parkplatz. Er sucht ein geeignetes Rad für seine Ehefrau. Und findet es. Ein KTM-Damenrad in blau mit 21 Gängen für 45 Euro. Handschlag – gekauft und bei Holger Siebenhüner an der Kasse bezahlt. Eine kleine Änderung der Lenkerhöhe nehmen die RC-Vorsitzenden Manfred Münch und Uwe Flad gleich vor Ort noch vor. Damit Omon mit dem guten Stück nach Schwabbruck radeln kann.

Hans-Helmut Herold

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