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Für die letzten Stunden der diesjährigen Narrenzeit wird Bürgermeister Guntram Vogelsgesang Richtug Tierverwertungsanlage in Kraftisried entsorgt. 

Rathaussturm in Hohenfurch

Vogelgrippe: Den Bürgermeister entlaust

Der Sturm auf das Rathaus am Rosenmontag durch die Narren des Faschingsclub Hohenfurch hat Tradition. Und man ist gewohnt, dass die Truppe dabei nicht zimperlich umgeht. Vor allem mit dem Bürgermeister, der gnadenlos sein Fett abbekommt. In diesem Jahr wurde er per Heulader zur Entsorgung gebracht.

Hohenfurch – Aus und Schluss mit dem täglichen Vogelsgesang. Das Pfeifen hat ein Ende. Die Vogelgrippe hat das Schönachdorf erreicht, und es müssen Maßnahmen getroffen werden. Auf alle Fälle für die letzten Tage der närrischen Saison. Klar, dass sich die Narren des Dorfes in diesem Jahr auf dieses Thema förmlich gestürzt haben. Quasi ein richtiges Heimspiel, wenn man als Bürgermeister einen Vogelsgesang hat. Und der muss jetzt weg und entsorgt werden, damit das Dorf von weiteren Grippefällen verschont bleibt.

Es sieht an diesem Rosenmontag eigentlich alles ganz harmlos aus. Die Narren haben sich angekündigt, um zusammen mit Bürgermeister Guntram Vogelsgesang die Narrenflagge vor dem Rathaus zu hissen. Doch schon beim Anrücken der Truppe hat Vogelsgesang ein mulmiges Gefühl. Vor allem beim Anblick des zweckentfremdeten Heuladers aus früheren Zeiten.

Gut, bis zum Rathaus sind darauf eine wilde Herde von feierwütigen Mädels eingepfercht. Aber wehe, wenn sie losgelassen. Und dies geschieht genau vor dem Rathaus.

Doch die Mädels lassen noch so lange Gnade vor Recht ergehen, bis das Prinzenpaar das veterinärmedizinische Gutachten verkündet hat. „Kommt beim Guntram nur noch Schmarrn über die Lippe, hat er sicher Vogelgrippe“, so die Diagnose der Tollitäten. Und sprechen gleich im Anschluss zu ihrem Urteil. „Das Gemeinde-Vögelchen wird nun direkt, in den Käfig reingesteckt. Und um uns Weiteres zu ersparen, wird er nach Kraftisried gefahren“.

Der Worte sind genug gesprochen. Es folgen Taten. Hofmarschall und Elferrat packen es an. Erst wird das Vögelchen entlaust, dann, ob er will oder nicht, auf den Ladewagen geworfen. Es soll angeblich die „sanfte Methode“ gewesen sein. Ehefrau Sabine kann ja nach den närrischen Tagen die blauen Flecken von Guntram behandeln.

Nur ein Mädel hat Mitleid mit dem entlausten und abgesetzten Bürgermeister. Es ist die Fischer Barbara, die selbst einen riesigen Hühnerhof besitzt und auch schon mal Prinzessin war. Babsi sieht dem abfahrenden Gefährt etwas wehmütig nach und ruft noch ein leises „Danke für alles“ hinterher. Unverständlich für die anderen, die sich schon auf die Brotzeit gestürzt haben. „Schönau !“

Hans-Helmut Herold

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