Rauschende Birken statt Windräder

Sachsenried - Es lag ein Hauch von guter alter Zeit über der Lichtung inmitten des Sachsenrieder Forstes, wo vor 150 Jahren das Waldhaus seiner Bestimmung übergeben wurde. Zünftige Blasmusik, das Bier in Krügen serviert, Pferdekutschen und eine deftige Brotzeit erinnerten an eine Ära.

34 Jahre sind vergangen, seit das beliebte Waldhaus der Spitzhacke zum Opfer gefallen ist. Doch es ist bei vielen Besuchern im Gedächtnis geblieben. Unzählige Episoden und Geschichten rund um das Ausflugsziel kursieren in geselliger Runde.

Und diese geselligen Runden wurden am Tag der Deutschen Einheit einmal mehr in den Fokus gerückt. Mit einem Herbstkonzert erinnerte die Musikkapelle Frankenhofen an den Bau des Waldhauses. 116 Jahre lang diente es Jägern, Beerensammlern, Ausflüglern und Schulklassen als gern genutzte Einkehrmöglichkeit.

Das Jubiläumsjahr nahmen die Bayerischen Staatsforsten und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zum Anlass, eine Unterstandshütte zu errichten. Triebfeder für dieses Bauvorhaben war Förster Bernhard Schäfer.

Unter den Klängen der Bayernhymne enthüllen Förster Bernhard Schäfer und Holzer Gottlieb Gilg einen rund drei Tonnen schweren Gedenkstein mit der Inschrift: „Hier stand das Waldhaus, 1864 - 1980.“

Daneben konnten Besucher das neue „Kleine Waldhaus“ bestaunen, in dem eine Fotodokumentation auslag. Beliebtes Motiv für ein Erinnerungsfoto wurde ein altes, originales Kanapee des Waldhauses, das neben einem Biertisch und einer Anrichte vor dem Abriss gerettet wurde.

Die Bürgermeister der vier Anliegergemeinden Schwabsoien-Sachsenried, Osterzell, Denklingen und Kaltental überbrachten Wappen ihrer Gemeinden, die im feierlichen Rahmen in den vier Ecken der Unterstandshütte angebracht wurden.

Wie bekannt, beliebt und anziehend diese Lichtung Mitten im Forst ist, zeigen die Scharen von Radlern und Wanderern, die einige Kilometer zurücklegten, um dort an diesem sonnigen Herbsttag zu feiern.

(hh)

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