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Mit Regenschirmen versuchten die Teilnehmer einigermaßen trocken zu bleiben. 

Umzug durch Reichling

Leonhardifahrt gehört zur Heimat

Zum ersten Mal seit langem war der Leonharditag in Reichling mal wieder verregnet. Doch zumindest die Segnung konnte trocken, wenn auch bei Kälte am Bruckberg stattfinden.

Reichling Fünf Priester und zwei Diakone feierten die Messe, die von Kirchenchor und Orchester gestaltet wurde. Der Festredner, Abt Barnabas Bögle aus Ettal, erinnerte an den aus Reichling stammenden Abt Benedikt Pacher, der 1711 in Reichling als Sohn einfacher Bauersleute geboren wurde und sich Verdienste um den Wiederaufbau des zerstörten Ettaler Klosters erworben hatte. In Reichling ist eine Straße nach ihm benannt.

Abt Barnabas nannte den Heiligen Leonhard in seiner Predigt „hochaktuell“. Er ging auf seine Kennzeichen, die Nutztiere, Kette und Mönchsgewand, ein. Leonhard war ein Mann, der sich um Menschen sorgte, die in Verknotungen gefangen sind, so der Abt. Sein Gewand möchte einen Beter zeigen, der Gott sucht. „Leonhard ist ein Fürsprecher für uns, damit wir den Blick auf unseren Herrgott nicht verlieren.“

Die besten Bilder vom Leonhardiritt in Reichling

Pfarrer und Politiker beim Leonhardiritt in Reichling dabei

Beim folgenden Umritt machte die Reiterin mit dem Kreuz den Anfang, gefolgt von der Musikkapelle Reichling, dem Fahnenblock der Ortsvereine, zu Pferd die Leonhardistandarte sowie Pfarrer Michael Vogg und Pfarrer Heiko Heyer. In den vier Ehrenkutschen saßen neben Abt Bögle unter anderem Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler und Landrat Thomas Eichinger.

Jedes Jahr dabei ist auch der Festwagen von Peter Erdt aus Pflugdorf mit der Nachbildung der dortigen Leonhardikapelle. Die Reservisten schmücken ebenfalls jedes Jahr einen Wagen, während der Gartenbauverein erstmalig einen Wagen zu Ehren der Heiligen Hildegard von Bingen gestaltet hat. Die Kindergartenkinder mit Leiterin Petra Stäbel fuhren im offenen Wagen vorbei. der Landjugendwagen war mit der Nachbildung der örtlichen Antoniuskapelle geschmückt. Zahlreiche Reiter folgten dem Zug.

Leonhardiritt in Reichling: Kutschen waren prächtig verziert

Dank einer Blumenspende der Gärtnerei Scherdi waren Kutschen und Festwägen prächtig geziert. Die Brotzeit für die Reiter spenden immer örtliche Geschäfte. Vor der Segnung überreichte die Vorstandschaft traditionell für jedes Pferd eine Pferdeschleife.

Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler sagte im Grußwort: „Unsere Gemeinde ist Heimat und dazu gehört die Leonhardifahrt. Wir bewahren diese Tradition in hervorragender Weise.“ Sie dankte dem Vorsitzenden Erich Graf und bat: „Möge der Heilige Leonhard auch weiterhin seine schützende Hand über Reichling halten.“ Landrat Eichinger zitierte bei seiner Rede vor der Segnung Karl Valentin: „Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ Weitere Grußworte sprachen Erich Graf, Vorsitzender der Bruderschaft, und Pfarrer Michael Vogg, Präses, ehe Abt Bögle Ross und Reiter segnete. Mit einem Kesselfleischessen und Kaffeetafel des Musikvereins ging der Tag im Dorfgemeinschaftshaus (Mehrzweckhalle) gemütlich zu Ende.

VON GISELA KLÖCK

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