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Bayern von seiner allerschönsten Seite

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Als starker Verein marschierten auch die „Rottbachtaler“ Rott auf.

War das eine Pracht! Das 94. Lechgau-Trachtenfest bot alles, was das Bayerische Herz höher schlagen lässt.

Reichling – Das war ein Fest, bei dem jedem echten Bayern das Herz aufgeht! Am Vormittag ein bewegender Gottesdienst vor traumhafter Kulisse auf dem Wurzberg und dann am Nachmittag eine Demonstration bayerischen Brauchtums mit 3000 Festzugsteilnehmer, wie es Reichling wohl noch nie erlebt hat.

„Was für ein Glück wir doch haben“, stellte Diakon Georg Seidenspinner bei seiner Festpredigt auf dem Wurzberg fest. Er konnte seinen Blick schweifen lassen über das Panorama des „Balkon des Voralpenlandes“, vorbei an mehr als 40 Fahnen und zu einer über tausendköpfigen Trachtenschar. So griff er das Evangelium mit dem Gleichnis vom Sämann auf und übertrug die Worte auf die Trachtler. „Ihr seid auch wie ein Sämann, bewahrt die Traditionen und bereitet den Boden für den Fortbestand des Brauchtums“ meinte Seidenspinner. Die Schirmherrin und Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler heftete ein neues Fahnenband an die Reichlinger Trachtenfahne und betrachtete dies als Symbol für die Verbundenheit im Verein und in der Dorfgemeinschaft.

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Die Reichlinger Musikkapelle hatte viel zu tun an den beiden Festwochenenden und trotzdem hatten die Musiker noch Freude am Festzug. © Magdalena Geiger

Berührt von dieser besonderen Messfeier zeigte sich auch Gauvorstand Franz Multerer, der mit Blick auf die Ereignisse in Hamburg auch nachdenkliche Worte fand. „Wir müssen noch mehr darauf achten, dass unsere Werte nicht verloren gehen“, wünschte sich Multerer den Erhalt der friedlichen, heilen Welt hier im bayerischen Oberland.

Die Trachtler zogen dann zurück ins Festzelt und stärkten sich beim Frühschoppen mit der Blaskapelle Hofstetten zum Festzug. In den vergangenen Wochen konnte man im Schongauer Land die unterschiedlichsten Festzüge bestaunen. Vom Musikfest in Denklingen über das Landjugendfest in Altenstadt bis zum Schützenfest in Apfeldorf waren es überall zwischen 1000 und 2000 Teilnehmer. Da ist ein Trachtenfest eine andere Dimension. Weil der stärkste Verein einen Preis erhält, werden im Lechgau die Festzugsteilnehmer genau gezählt. Das Festbüro konnte im Laufe des Nachmittages vermelden, dass sich genau 2952 Trachtler, Musiker und Ortsvereine auf den rund drei Kilometer langen Festzug machten.

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Ein Ochsengespann zog einen alten Heuwagen der Landjugend Reichling. © Magdalena Geiger

Bei Vereinen wie Rottenbuch, wo zuerst 32 Trommler, dann eine Musikkapelle mit über 50 Bläsern und noch ein starker Trachtenverein aufmarschierten, fragte sich so mancher der zahlreichen Zuschauer am Straßenrand, „ist da überhaupt noch jemand daheim?“. 20 Musikkapellen plus mehrere Trommlerzüge begleiteten die langen Trachtlerreihen und auch die 19 aufwändig geschmückten Festwagen boten ein abwechslungsreiches Bild. Dieser Festtag wird den Reichlingern und auch den Gästen aus der weiten Umgebung mit seinem berührenden Gottesdienst und dem Zug durch einen festlich geschmückten Ort noch lange in Erinnerung bleiben.

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Rosi Geiger

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