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Nicht ganz gefüllt war die Reichlinger Turnhalle beim Politischen Aschermittwoch der CSU Reichling.

CSU: Politischer Aschermittwoch in Reichling

Ein Hoch auf Bayern und die TU München

Er war etwas anders, der 45. Politische Aschermittwoch in Reichling. Nicht nur, dass sich die „große Politprominenz“ entschuldigt hatte und einige Stühle im Saal leer waren. Anders, aber dafür etwas ganz Besonderes war der Vortrag von Professor Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München. Und seine Botschaft war so einfach wie prägnant.

Reichling – „Du musst die Leute mögen, weil dann alle eine Freude haben, miteinander zu arbeiten“, sagte Herrmann, seit 22 Jahren Präsident der TU München, vor rund 70 Zuhörern und CSU-Mandatsträgern in Reichling. Das sei der grundsätzliche Schlüssel zum Erfolg. Denn jeder Streit mache die Zusammenarbeit schwer und vernichte zudem auch noch jede Menge Geld.

Das sei nicht nur an den Forschungseinrichtungen und einer weltberühmten Universität wie der TU München so, sondern lasse sich auf jede Brauerei, jeden Bauernhof oder Verein herunterbrechen. Und es sei wichtig, die Talente eines jeden zu erkennen und zu fördern, „je nach Struktur des jeweiligen Talentes“. Denn dann könnten die Menschen glücklich leben, Familien gründen und den sozialen Zusammenhalt in den Vereinen leben und fortführen.

Hermann machte deutlich, dass die deutschen Werte wie Ausdauer, Fleiß und Zuverlässigkeit etwas seien, das die Mentalität der Menschen hierzulande aus- und damit besonders mache. „Nur wer Wurzeln hat, kann auch international erfolgreich tätig sein“, sagte der TU Präsident. Bayern sei einst ein „ehrenwertes Agrarland“ gewesen und habe sich daraus noch vieles erhalten, die Traditionen bewahrt. Zudem sei Bayern aber auch ein „exzellentes Technologieland“ und in dieser Kombination „einzigartig in Europa“. „Bayern ist ein Land der Klöster und Kirchen und von dort aus ist die Wissenschaft entstanden“, so Herrmann.

Hielt eine interessante Rede über Bayern und die TU: Professor Wolfgang Herrmann

König Max II habe seinerzeit der Wissenschaft Priorität eingeräumt und Professoren an die 1868 gegründete Universität geholt. Wie etwa den Chemiker Justus Freiherr von Liebig, Carlo von Linde, Rudolf Diesel oder Oskar von Miller. Man habe seinerzeit sogar die Engländer in der Wissenschaft überholt.

Dann kamen zwei große Kriege. Und danach begann man in Bayern, Wirtschaft und Wissenschaft miteinander zu verknüpfen. Ein wichtiger Faktor seien dabei auch kluge politische Entscheidungen gewesen. „Die CSU hat für ein hohes Maß an Kontinuität gesorgt“, und Ausdauer sei in der Politik genauso wichtig wie in der Wissenschaft. Kluge Ideen seien umgesetzt worden, wie etwa die Pipeline von Triest nach Ingolstadt oder die Autobahn in den Bayerischen Wald.

Die TU München selbst hat sich der Welt einen Namen gemacht. Die rund 40 000 Studierenden, davon 10 000 aus dem Ausland, absolvieren alle Studiengänge auf Englisch. „Wir müssen unsere Studierenden auf die Welt vorbereiten, und das ist nun mal Englisch die Grundvoraussetzung“, so der TU Präsident. „Wir haben Top-Leute und können mit den berühmten Universitäten in Stanford, Boston oder Tokio jederzeit mithalten“, besonders was die Forschungen zur Datensicherheit, Digitalisierung und Elektromobilität angehe, ebenso wie Robotik und Maschinenintelligenz.

Man sei heute in der Lage, „irrinnig viele Datenmengen“ in kürzester Zeit auszuwerten „für die wir früher Jahrzehnte lang forschen mussten“, so Herrmann. Datensimulationen etwa für Medikamente haben dafür gesorgt, dass immer weniger Versuche an Tieren notwendig seien. Man richte in Garmisch-Partenkirchen zudem ein Experimentierfeld zur Roboter-Assistenz ein, um künftig alten Menschen zu ermöglichen, länger in ihrem eigenen Zuhause bleiben zu können – das sei ein „wichtiger sozialer Auftrag“.

Herrmann lobte in diesem Zusammenhang auch die Schulbildung, die an bayerischen Schulen besser als an vielen anderen und äußerte sich zufrieden über die bayerischen Abiturienten, die an der TU ihr Studium aufnehmen. „Wir müssen aber auch sehen, dass Leute aus dem Ausland zuwandern, die etwas können oder bereit sind, etwas zu lernen“, fügte Herrmann an, „und dass sie bei uns studieren und nicht in Amerika“. Denn noch immer hätten die USA die Nase bei der Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft vorne.

Myrjam C. Trunk

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