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Die Künstlerin Ingried Huber hat vor zwölf Jahren Bilder für den Kreuzweg am Hirschauweg gemalt. Nun hält sie die Scherben in Händen.

Empörung in Reichling

Hinterglasbilder von Kreuzweg zerstört

Auf dem Hirschau-Kreuzweg zwischen Reichling und Epfach schlugen unbekannte Täter auf sechs Bildstöcke ein. Mehrere handgemalte Hinterglasbilder wurden dabei zerstört.

Reichling– In den Lechraingemeinden ist man fassungslos. Wie jetzt erst bekannt wurde, wurden gegen Ende des vergangenen Jahres sechs Bildstöcke beschädigt, die zum Hirschau-Kreuzweg gehören. Dieser beginnt zwischen Reichling und Epfach an der Hirschaukapelle.

An sechs Kreuzwegmarterln des Wegs wurden die schützenden Glasscheiben eingeschlagen, drei der Unikate in Hinterglasmalerei wurden dabei komplett zerstört. Die zerborstenen Scheiben an den anderen drei Stationen wurden mittlerweile erneuert. Opfer der Zerstörung wurden nur die Kreuzwegmarterl, die direkt im Wald angebracht sind. Fühlten sich der oder die Täter dort sicher?

Auf dem Kreuzweg sind die Bilder in Nischen an den hölzernen Bildstöcken befestigt. Insgesamt säumen den Weg 14 Stationen. Alle Bilder sind wasserfest in schwarze Rahmen verklebt und werden mit dicken aufgeschraubten Plexiglasscheiben geschützt.

Die handgemalten Hinterglasbilder wurden in den Jahren 2004 und 2005 von Ingrid Huber aus Reichling in monatelanger, aufwendiger Arbeit angefertigt und von ihrem Mann eingerahmt. Die beiden haben die zersplitterten Bilder nun nach Hause geholt. „Es ist für mich nicht erklärbar, ich bin geschockt, wer macht den so etwas“, meint Ingrid Huber und legt die drei zerstörten Bilder auf den Tisch. „Es wurde früher schon einmal ein Bild zerbrochen, das ich nachgemalt habe“, sagt sie. „Doch nun habe ich seit vier Jahren keine Hinterglasbilder mehr gemalt, ich kann dies auch zeitmäßig nicht mehr“, meint die Künstlerin und hält dabei die Scherben ihrer Werke in Händen. „Vielleicht sollte man nur noch einen einfachen Druck anbringen, ich kann sie wirklich nicht mehr malen und hätte Angst, dass sie wieder kaputt gemacht werden“, meint Huber.

Der Kreuzweg wurde auf Initiative der damaligen Reichlinger Organistin Rosa-Maria Rappold und Anneliese Stanner aufgebaut. Durch Konzerterlöse, Sach- und Geldzuwendungen wurde das Geld für die Stationen aufgebracht. Mit viel ehrenamtlicher Arbeit zahlreicher Helfer wurde der Kreuzweg ermöglicht und am 3. März 2005 mit dem damaligen Pfarrer Pater Anton und einer Prozession gläubiger Bürger eingeweiht.

Viele Menschen sind in den vergangenen zwölf Jahren den kleinen Pilgerweg betend oder wandernd gegangen. Er basiert auf einer alten Verbindung zwischen Reichling und Epfach. Von der Kapelle aus geht man teilweise steil über Stufen hinauf nach Reichling. Die ersten sechs Kreuzwegstationen liegen im Wald, danach führt der Weg entlang des Lech-Steilufers mit schönen Ausblicken Richtung Alpen und Reichling. Er endet am Weg zur Mühlau, auf Reichlinger Flur.

Erst im letzten Jahr hat die Gemeinde Reichling mit der Kirchenverwaltung Teile des Weges neu hergerichtet. Der Kreuzweg ist auch Teil des Rundwanderweges, der 2017 als „Hirschaurunde“ im Begleitheft der Radwegekarte des Landkreises Landsberg „19 Rundwanderwege im Landkreis Landsberg am Lech“ aufgenommen wurde.

Leider gibt es keine Hinweise, wer für die Zerstörungen an den Kreuzwegstationen verantwortlich ist. Kirchenpfleger Karl Sporer bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer in der Weihnachtszeit bis Silvester 2017 Beobachtungen gemacht hat, die zur Aufklärung beitragen können, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 08194/1506 bei Sporer oder im Pfarrbüro der Pfarreiengemeinschaft Lechrain unter der Telefonnummer 08194/539 zu melden.

Gisela Klöck

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